Good News from Africa ist ein Musikalbum des Abdullah Ibrahim Duos. Die am 10. Dezember 1973 im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg entstandenen Aufnahmen erschienen 1974 auf dem deutschen Label Enja; es wurde auch auf dem Schweizer Label Cameo veröffentlicht.

Hintergrund Good News from Africa ist ein Album mit Duetten des Pianisten Abdullah Ibrahim (damals bekannt als Dollar Brand) und des Kontrabassisten Johnny Dyani, der ebenfalls in den 1960er Jahren aus Südafrika emigrierte. Das Album vereint traditionelle afrikanische bzw. islamische Stücke mit Eigenkompositionen von Ibrahim, der wenige Jahre zuvor zum Islam konvertiert war. Das Album behandelt in zwei Eigenkompositionen („The Pilgrim“, „Moni Bah“) die Idee des „Pilgers“, die nach Christopher J. Lee (Sprectrum Culture) als ein Konzept verstanden werden kann, das es Ibrahim ermöglichte, „sein Exil nicht als Phase des Stillstands oder des Verlusts zu begreifen, sondern als Teil einer Reise – einer persönlichen, künstlerischen und spirituellen Reise,“ die viele Wege nahm, auf denen Ibrahim dabei verschiedene musikalische Ideen und Kooperationen erprobte. Mit Echoes from Africa setzten Ibrahim und Dyani ihre Zusammenarbeit fort.

Tonmeister im Studio Bauer waren Kurt Rapp und Martin Wieland.

Titelliste Dollar Brand Duo: Good News from Africa (Enja Records 2048 ST, Cameo Records 102) A1 Ntsikana’s Bell (Traditional Xhosa) 6:15 A2 Msunduza 4:37 A3 Good News 7:25 A4 Adhan & Allah-O-Akbar (Traditional) 4:15 B1 The Pilgrim 9:50 B2 Monie Bah 12:00

Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Abdullah Ibrahim/Dollar Brand.

Rezeption Brian Olewnick verlieh dem Album in Allmusic viereinhalb Sterne und meinte, der außergewöhnliche südafrikanische Pianist treffe auf seinen Landsmann, den leider viel zu früh verstorbenen, großartigen Bassisten Johnny Dyani, und das Ergebnis sei eine der schönsten Aufnahmen der 1970er Jahre. Das Duo würde traditionelle afrikanische und islamische Lieder mit einer Inbrunst und Gefühlstiefe verweben, die man im Jazz und darüber hinaus nur selten finde. Schon beim ersten traditionellen Xhosa-Lied „Ntsikanas Bell“ werde der reichhaltige, klangvolle Ansatz der beiden Musiker deutlich. Beide würden ergreifend singen: Ibrahim mit gutturaler, ernster Stimme, Dyani so frei und leicht wie eine Schwalbe. Good News from Africa sei „das strahlende, transzendente Werk dieser beiden großartigen Musiker und sollte in keiner Musiksammlung fehlen“.

Good News from Africa präsentiert sich Christopher J. Lee (Spectrum Culture) zufolge als eine Mischung verschiedener kultureller Einflüsse, als Demonstration von Free-Jazz-Riffing und als gemeinsames, rasantes Spiel mit musikalischen Erinnerungen. Ibrahim und Dyani zeigten bei dieser Aufnahme eine unverkennbare Chemie; sie spielten sich die Bälle zu, ergänzten und unterstützten einander, wobei sie sich bisweilen auch spielerisch zu herausfordern scheinen. Das rund neuneinhalb Minuten lange „The Pilgrim“ zeichne sich beispielsweise durch einen improvisierten „Stream-of-Consciousness“-Fluss aus: Ausbrüche in Moll und Ibrahims verspielte, tastende Läufe würden auf Dyanis bedächtige Basslinie treffen, die das Geschehen erde und zugleich leicht aus dem Gleichgewicht bringe – ein Kontrast zu Ibrahims rhetorischen Verzierungen und fantasievollen Höhenflügen. Der letzte Titel, „Monie Bah“ führe diese Stimmung und Herangehensweise fort: Ibrahim agiere rastlos an den Tasten, während Dyani eine methodische Erdung in das Zusammenspiel einbringe. Das Album, dessen Titel bereits eine beschwingte Grundstimmung andeute, ende damit, dass Ibrahim scheinbar versuche, das Nichts – oder eine Variation davon – zu berühren. Rückblickend könne Good News from Africa zudem als Wegbereiter für Ibrahims Song Mannenberg betrachten werden. Es sei „ein Album, das von der Verbundenheit und Solidarität zweier südafrikanischer Exilanten in einer schwierigen Zeit der Ungewissheit zeugt. Es war ein Akt der Selbstbehauptung und des Engagements, der bis heute Bestand hat.“

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 1974 Kategorie:Abdullah-Ibrahim-Album