Die Herren von Malsdorf (auch: Molsdorf, Molstorp, Mailstorp o. ä.) waren ein niederrheinisches Uradelsgeschlecht mit Stammsitz im gleichnamigen Ort, der das obere Deelen innerhalb der heutigen Gemeinde Rommerskirchen bildet. Womöglich gehörte das Geschlecht der Reichsritterschaft an.

Ein Zusammenhang mit den thüringischen Herren (Weller) von Molsdorf ist unbelegt.

Geschichte

Schon im Jahr 1190 urkundete Heinrich von Malsdorf, der Kanoniker zu St. Maria im Kapitol war. Gottfried von Malsdorf war von 1202 bis 1232 Abt von Brauweiler. Dies zeigt schon früh die herausragende Stellung der Familie. Auch Heinrich von Malsdorf war 1250 Kanoniker zu St. Maria im Kapitol. Der Ritter Hermann von Malsdorf erschien im selben Jahr im Testament des Propstes Arnold von St. Gereon.Peter Joerres: Urkundenbuch des Stiftes St. Gereon zu Köln, Hanstein, Bonn 1893, S. 140 (hhu.de). Er erschien noch 1287 als Ritter und Sohn des Berte.Joerres (1893), S. 184 Im Jahre 1290 erschienen die Geschwister Harper, Hermann und Reinhard von Malsdorf. Harper heiratet Beatrix, Hermann war Kanoniker zu St. Maria im Kapitol und Reinhard war Pastor. Ein weiterer Kanoniker zu St. Maria im Kapitol war der 1308 erschienene Heinrich von Malsdorf.Joerres (1893), S. 248 Unter den Gefolgsleuten des Erzbischofs Heinrich von Köln befand sich 1329 der Ritter Friedrich von Malsdorf. So war er an der Schleifung der Burg Helpenstein durch den Erzbischof beteiligt, der sich in einer Fehde mit Wilhelm von Helpenstein befand. Ob der Ritter Friedrich mit dem 1343 erwähnten Knappen Friedrich von Malsdorf identisch ist, bleibt unbelegt. Letzterer verkaufte 30 Morgen Land an das Kölner Domkapitel, welches er wieder in Erbpacht nahm. Hier beginnt wohl der finanzielle Niedergang des Geschlechts. Im Jahre 1335 erschienen die Gebrüder Ritter Wilhelm von Malsdorf genannt Mönch und Robelo von Malsdorf genannt Akil. So verkauften die Eheleute Johann von Malsdorf und Lysa 1373 ihren später als „Flockenhof“ bekannten Hof zu Malsdorf an St. Andreas. Sie nahmen diesen urkundlich vier Jahre später in Erbpacht. Der Rest oder ein großer Teil des restlichen Besitzes der Familie, darunter die später als „Damianshof“ und „Henshof“ bekannten Höfe zu Malsdorf, fiel Ende des 14. Jahrhunderts an die Scheel von Vietinghoff. Die Mittelteilungen über die Herren von Malsdorf enden Mitte des 16. Jahrhunderts.

Siehe auch

Oekoven

Literatur

Josef Schmitz: Rittersitze, Stiftshöfe und Klostergüter am Gillbach (= Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rommerskirchen Band V), Rommerskirchen 2008, S. 186–191. Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 266 (hhu.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht