Areas ist ein Musikalbum von Nick Fraser. Die in einem nicht spezifizierten Studio gemachten Aufnahmen erschienen am 10. April 2026 auf Elastic Recordings.
Hintergrund Der kanadische Schlagzeuger Nick Fraser spielte das Album mit Tony Malaby am Saxophon, Kris Davis am Piano und John Kameel Farah ein; letzter steuerte die Elektronik in den Stücken „In the Wreckage“, „Howling Circuits“ und „Brood“ bei. John Kameel Farah und Fraser hatten zuvor ein gemeinsames Duoalbum eingespielt; Fraser hatte mit Tony Malaby und Kris Davis 2015 das Album Too Many Continents bei Clean Feed vorgelegt, 2019 (erweitert um die Gäste Ingrid Laubrock und Lina Allemano) das Album Zoning.
Titelliste Nick Fraser: Areas (Elastic Recordings ER 026) In the Wreckage 2:41 Mimic 6:03 Area 11:12 Howling Circuits 1:59 There Are Other Ways 5:14 Sketch 57 10:49 Brood 2:22
Die Kompositionen stammen von Nick Fraser.
Rezeption mini|Nick Fraser (2023) Areas biete eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Improvisation, Komposition und elektronischer Bearbeitung, ohne dabei etablierten Formeln nachzugeben, meint Francesco Cataldo Verrina (Doppio Jazz). Nick Fraser, der seit langem fest im strengsten Gefüge der nordamerikanischen Improvisationsmusik verankert sei, erweise sich erneut als klarer Vertreter einer Tradition, die nicht einfach zitiere, sondern hinterfrage. Areas verdeutliche die Richtung, die Nick Fraser eingeschlagen habe. Die Rückkehr zur Trio-Besetzung, gemeinsam mit Tony Malaby und Kris Davis, würde keineswegs einen Rückschritt zu bereits erprobten Strukturen bedeuten, sondern eröffne eine umfassendere Reflexion über das Verhältnis zwischen Komposition und Klangmaterial, die durch die Mitwirkung von John Kameel Farah, der die elektroakustischen Einlagen verantworte, die das gesamte Werk durchziehen, noch erweitert werde. Die Beiträge von Kris Davis, Tony Malaby und John Kameel Farah ermöglichten, den Aktionsradius auf Gebiete auszuweiten, in denen sich die musikalische Form eher als Feld der Möglichkeiten denn als geschlossene Struktur definiere.
Hier würde die Grenze zwischen Jazz und zeitgenössischer Musik verschwinden, meint Frédéric Cardin (PAN M 360). Fraser lote auf Areas mit großer Flexibilität alle Zwischenräume aus, die zwischen der Welt der freien Improvisation und der experimentellen Atonalität der zeitgenössischen Musik bestünden. Das Album, bestehend aus sieben herrlich verstörenden Titeln, beginne mit „The Wreckage“, einem wahrhaft unmissverständlichen Aufruf, der ankündige, was noch kommen werde. Die anfängliche Schärfe erinnere an Luigi Nono, den Meister der italienischen Avantgarde der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. „Mimic“ folge in gemäßigterer Manier, beginne mit einer Anton Webern’schen Atmosphäre, steigere aber allmählich die Intensität in einem wachsenden Tumult, der hier Frasers Verbindungen zu Roscoe Mitchell und Anthony Braxton verrate, mit denen er zusammengearbeitet habe. Der Rest des Albums würde diese Erkundung der anspruchsvollsten Bereiche (sehr) hochkarätiger Improvisationsmusik mit ebenso viel klanglicher Granularität, rhythmischer Fragmentierung und struktureller Desorganisation fortsetzen, während die außergewöhnliche texturale Dynamik der beteiligten Künstler (mit elektronischen Extravaganzen in drei Beiträgen) erhalten bleibe.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 2026