Sarah Dessì Schmid (* 16. Juni 1972 in Rom) ist eine italienische Romanistin und Professorin für Romanische Philologie (Sprachwissenschaft) an der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Leben Sarah Dessì Schmid studierte von 1990 bis 1995 Philosophie, Italianistik und Geschichte an der Università degli Studi La Sapienza bei Tullio De Mauro. Von 1995 bis 2000 war sie am Romanischen Seminar der Universität Tübingen als Italienischlektorin und ab 2000 als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. 2003 wurde sie mit ihrer anfangs von Brigitte Schlieben-Lange und, nach deren Tod, von Jürgen Trabant und Peter Koch betreuten Dissertation zu den Sprachtheorien Ernst Cassirers und Benedetto Croces an der Eberhard Karls Universität Tübingen promoviert.

Im Jahr 2013 habilitierte sie sich in Tübingen mit einer Arbeit zur Aspektualität in den Romanischen Sprachen. Im gleichen Jahr erfolgte die Umhabilitierung an die Universität Stuttgart, wo sie seit 2010 als akademische (Ober-)Rätin tätig war. 2013 wurde Dessì Schmid auf die W3-Professur für Romanische Philologie (Sprachwissenschaft) an der Universität Tübingen berufen.

Von 2018 bis 2022 hatte sie den Vorsitz der Società Internazionale di Linguistica e Filologia Italiana (SILFI) inne, im Jahr 2026 wurde Dessì Schmid zur Vorsitzenden des Deutschen Italianistikverbandes gewählt. 2024 wurde sie zum Mitglied der Accademia della Crusca (Accademica corrispondente estera) ernannt.

Forschungsschwerpunkte Sarah Dessì Schmid beschäftigt sich in ihrer Forschung einerseits mit sprachphilosophischen und sprachgeschichtlichen Themen, insbesondere mit Standardisierungsmodellen sowie Theorien und Praktiken des Purismus, andererseits befasst sie sich diachron wie synchron mit systemlinguistischen Fragestellungen. Hierbei liegt der Fokus auf dem Verb, auf funktionalen Kategorien aus onomasiologischer Perspektive (Aspektualität, Mirativität) sowie auf Phänomenen und Theorien der Grammatikalisierung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Varietäten- und Kontaktlinguistik.

Sie ist als Teilprojektleiterin in zwei Tübinger Sonderforschungsbereichen vertreten: seit 2019 im SFB 1391 "Andere Ästhetik", in dem sie auch Mitglied des Vorstands ist, und seit 2025 im SFB 1718 "Common Ground".

Schriften (Auswahl) Aspectuality – An Onomasiological Model Applied to the Romance Languages, Berlin et al.: De Gruyter 2019. ISBN 9783110562071 Aspektualität – Ein onomasiologisches Modell am Beispiel der romanischen Sprachen, Berlin et al.: De Gruyter 2014 (Beihefte zur Zeitschrift für romanische Philologie 382). ISBN 9783110327250 Ernst Cassirer und Benedetto Croce, die Wiederentdeckung des Geistes. Ein Vergleich ihrer Sprachtheorien, Tübingen/Basel: Francke 2011. ISBN 9783772084225

Weblinks

Prof. Dr. Sarah Dessì Schmid, Romanisches Seminar, Universität Tübingen Accademia della Crusca

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