Odyssey ist ein Musikalbum von James Blood Ulmer. Die von März bis Mai 1983 im Studio Power Station in New York City entstandenen Aufnahmen erschienen 1983 auf Columbia Records.

Hintergrund Der Gitarrist James Blood Ulmer spielte das Album nach Free Lancing (1981) und Black Rock (1982), den beiden ersten Album seines Vertrags mit Columbia, mit seinem neuen, eher akustischen Trio Odyssey ein – nur mit Schlagzeuger Warren Benbow und Geiger Charles Burnham. Auf dem sich anschließenden Album Part Time (1984) spielte er in derselben Besetzung, während er 1985 auf seinem Live-Album aus dem Caravan of Dreams zusätzlich den Bassisten Amin Ali in die Band holte. Ab 1998 folgten drei weitere Alben dieses Trios.

Der Opener „Church“ kontrastiert frei improvisierte Passagen mit sparsamen, an James Brown erinnernde Grooves; das dröhnende „Love Dance“ ist orientalisch angehaucht, und der Abschlusstrack „Swing & Things“ wechselt zwischen dissonantem Jazz-Rock und geradlinigem Gitarren-Boogie. Ulmers Gesang wird auf dem Blues „Little Red House“, der Jimi-Hendrix-artigen Ballade „Please Tell Her“ und der Neuauflage seines Hits „Are You Glad to Be in America?“ herausgestellt.

Titelliste James Blood Ulmer – Odyssey (Columbia Records – CBS 25602) A1 Church 4:55 A2 Little Red House 4:51 A3 Love Dance 5:05 A4 Are You Glad To Be in America? 3:39 B1 Election 3:24 B2 Odyssey 5:00 B3 Please Tell Her 4:10 B4 Swing & Things 4:38

Die Kompositionen stammen von James Blood Ulmer.

Rezeption mini|James Blood Ulmer bei einem Auftritt in Innsbruck 2011 Steve Huey verlieh dem Album in Allmusic sie Höchstbewertung von fünf Sternen und schrieb, „Tales of Captain Black“ sei ein fulminantes Debüt gewesen, doch „Odyssey“ könne als James Blood Ulmers Meisterwerk gelten, „die reinste und zugänglichste Demonstration seiner kühnen, genreübergreifenden Gitarrenvision“. Ulmers Gitarre bilde stets das Herzstück des Ensembles, insbesondere da ihm seine einzigartige Stimmung (speziell für dieses Album entwickelt) erlaube, sowohl Bass- als auch Gitarrensoli zu spielen. Kaum eine andere Szene hätte Ulmers Mischung aus Free Jazz, Blues, Rock ’n’ Roll, Funk und Punk (über No Wave Noise Rock) so gut hervorbringen können. Odyssey vereine all diese Stile frei und doch harmonisch, als hätte es nie eine Grenze zwischen den experimentellsten und den bodenständigsten Musikformen gegeben. Alle Elemente fügten sich zu einem Werk zusammen, das nicht nur Ulmers bestes Album darstelle, sondern auch einen unbestrittenen Klassiker der modernen Avantgarde Jazz darstelle.

Auch für Peter Margasak und Graham Flashner setzte Ulmer mit dem brillanten Album Odyssey „einen absoluten Höhepunkt“. Das Album vereine Ulmers innovatives Spiel – eine kraftvolle, mitreißende Mischung aus intellektueller Erkundung und aufbrausender, bluesiger Ausdruckskraft (ein Stil, der ihm den Ruf einbrachte, der bedeutendste afroamerikanische Gitarrist seit Jimi Hendrix zu sein) – mit seiner natürlichen Leichtigkeit im Umgang mit Post-Country-Blues- und Soul-Fusionen sowie seinem Interesse daran. Die Instrumentalstücke besäßen die Wucht des Free Jazz und seinem – von Ornette Coleman beeinflussten – Konzept eine belebende Zugänglichkeit verleihen; die Vokalstücke ergänzten Ulmers rauen, beseelten Gesang auf wunderbare Weise durch eine herrlich erdige, authentische Atmosphäre. Burnhams warme elektrische Geige liefere eine eindrucksvolle Übertragung der Tradition schwarzer „String Bands“ in einen vielschichtigen Mix aus Blues, Gospel, Soul und Jazz. „Kurz gesagt: Odyssey ist Ulmers rundestes und gelungenstes Album.“

Robert Christgau lobte dieses Album ebenfalls und stufte es als ein glattes A ein: Mit seiner neuen Band ohne Bass habe Ulmer eine „ur-amerikanische Synthese“ geschaffen. „Sie vereint Jazz, Rock, Delta-Blues (plötzlich entfalten seine nuschelnden Vocals ihre volle Wirkung, besonders bei dem tief bewegenden ‚Please Tell Her‘) und sogar Country-Musik (wobei Burnhams Fiedel auch orientalische Anklänge hat).“ Doch wechsele er nicht einfach [nur für einzelne Titel] zwischen den Stilen hin und her; „meistens ließe sich diese schmerzhaft schöne Musik kaum auf einen einzigen Stil festlegen.“ Ulmer sei großartig, mehr gebe es dazu nicht zu sagen.

Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Fusion) Kategorie:Album 1983