Farben des Bösen: Schwarz (Originaltitel: Kolory zła. Czerń) ist ein polnischer Kriminalthriller von Adrian Panek aus dem Jahr 2026. Der Film ist die Fortsetzung von Farben des Bösen: Rot und basiert wie dieser auf der Krimireihe von Małgorzata Oliwia Sobczak. Die Hauptrolle des Staatsanwalts Leopold Bilski übernahm erneut Jakub Gierszał. Der Film wurde am 10. Juni 2026 auf Netflix veröffentlicht.

Handlung Staatsanwalt Leopold Bilski wird in die Kleinstadt Trulocz in der Kaschubei versetzt. Dort beschäftigt die Behörden der Fall des verschwundenen Adam Poznański, eines Jungen, der zwei Jahre zuvor entführt wurde und später tot aufgefunden wird. Kurz darauf verschwindet auch Piotruś, der zehnjährige Sohn der Schriftstellerin Julia Sarman. Bilski übernimmt die Ermittlungen und stößt in dem Ort auf Misstrauen und Schweigen.

Mehrere Bewohner scheinen über die früheren Vorgänge mehr zu wissen, als sie gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft zugeben. Die Ermittlungen führen Bilski zu einer einflussreichen örtlichen Familie und zu einer von ihr unterstützten Stiftung. Es stellt sich heraus, dass diese nicht nur die Familie Poznański, sondern auch einen örtlichen Kinderchor finanziert hatte. Bei einer Durchsuchung im Haus von Marek Chojnacki finden die Ermittler einen Datenträger mit Fotografien, die belegen, dass Kinder aus dem Chor von Mareks Vater sexuell missbraucht wurden. Bilski kann mehrere der abgebildeten Kinder identifizieren, darunter Julia Sarman, Patryk Deczer, Arek Filipiak und Michał Pakosz. Ein weiteres Mädchen bleibt zunächst unbekannt. Erst durch Hinweise aus der älteren Generation erfährt Bilski, dass auch sie dem Chor angehörte und ihre Mutter in einem Schlachthof der Familie Chojnacki arbeitete.

Parallel dazu stößt Bilski auf kaschubische Sagen, die in der örtlichen Gemeinschaft weitergegeben werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei der sogenannte Upiór Łopi, eine Art Wiedergänger oder Vampir, vor dem sich die Kaschuben fürchten. Bilski lässt sich erklären, dass nach diesem Volksglauben ein Kind, das mit einer „Eihaut“, mit kopfbedeckenden Teilen der Fruchtblase, geboren wurde, als schlechtes Zeichen galt. Um zu verhindern, dass es zu einem Łopi werde, müsse die Eihaut getrocknet, zu Pulver zerrieben und dem Kind mit der Muttermilch verabreicht werden. Andernfalls drohe, dass aus dem Kind ein Wiedergänger werde. Als Gegenmaßnahme wird in der Erzählung die Abtrennung des Kopfes und dessen Platzierung zwischen den Beinen genannt.

mini|hochkant|Jakub Gierszał spielt den jungen Staatsanwalt Leopold Bilski Bilski erinnert sich an eine frühere Unterhaltung in einem Restaurant, in der Julia erwähnt hatte, dass Piotruś mit einer solchen Eihaut geboren wurde. Ein Mann am Nachbartisch hatte darauf auffällig reagiert und Bilski folgert daraus, dass dieser Mann den Jungen entführt haben könnte. Die Polizei durchsucht dessen Haus und findet Piotruś dort lebend. Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass Nicki, der Sohn des bislang nicht identifizierten missbrauchten Mädchens und Chojnacki, für den Tod Adam Poznańskis verantwortlich war. Seine Mutter hatte sich vor seinen Augen das Leben genommen, danach entwickelte sich bei ihm eine psychische Erkrankung. Nicki wurde später von seinem Vater Chojnacki betreut und der Polizeichef Adamczyk half, Spuren zum Verschwinden Poznańskis zu verwischen. Auch Andrzej Pakosz, der örtliche Polizeikommandant, war in die Vertuschung verwickelt, indem er Akten zum Fall Poznański zurückhielt und Chojnacki deckte. Damit erwiesen sich die aktuellen Vermisstenfälle als Folge lange zurückliegender Missbrauchsverbrechen und ihrer Vertuschung in der örtlichen Gemeinschaft.

Kritik Der Filmdienst bezeichnete Farben des Bösen: Schwarz als Fortsetzung von Farben des Bösen: Rot, in der Leopold Bilski in eine Kleinstadt in der Kaschubei versetzt werde und das Verschwinden eines Kindes untersuche. Der Film bleibe „düster wie beklemmend“, jedoch „ohne wirklich originell zu sein“. Die teils brutalen Schilderungen und Bilder bedienten eher einen Crime-Reality-Trend; hinzu kämen der kaschubischen Folklore entlehnte Horrorelemente. Insgesamt sei der Film handwerklich solide und darstellerisch überzeugend, liefere aber nur routinierte Genreunterhaltung „ohne nachhaltige Wirkung“.

Oliver Armknecht urteilte auf Film-Rezensionen.de, der Film folge deutlich dem Konzept des Vorgängers und setze auf bekannte Krimimotive wie die verschlossene Provinzgemeinschaft und den Ermittler als Fremdkörper. Originalität solle man nicht erwarten; dennoch handle es sich um einen ordentlichen Krimi, der vor allem durch Atmosphäre und die Darstellung menschlicher Abgründe funktioniere. Der Gegenspieler erreiche nicht ganz die Wirkung des ersten Films, dennoch werde es auch im zweiten Teil „zwischendurch sehr unangenehm“.

Belege

Weblinks

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