Son Real (auch Finca Pública de Son Real) ist ein Landgut auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca. Es wurde 2002 von der balearischen Regierung aus Mitteln der Umweltsteuer (span. Ecotasa) für neun Millionen Euro erworben und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der weitläufige Grundbesitz gilt als Vorzeigeprojekt, das Landwirtschaft, Kultur, Umweltschutz und Tourismus miteinander verbinden soll.Mallorca Zeitung. Nr. 131. 45. Woche, 2002 Das Hofgelände wird sowohl von Mallorquinern als auch von Feriengästen als Ausflugs- und Naherholungsziel genutzt. mini|rechts|hochkant=1.4|Luftaufnahme von Son Real (um 2002)

Lage und Größe Das 395 Hektar große Landgut liegt in der Gemeinde Santa Margalida zwischen dem Badeort Can Picafort im Nordwesten und Son Serra de Marina im Südosten. Nach Norden bildet die Bucht von Alcúdia die natürliche Grenze, im Süden ist es die Alcúdia mit Artà verbindene Landstraße Ma-12.

Geschichte Auf dem Grundbesitz finden sich Spuren aus verschiedenen Epochen, die erkennen lassen, dass die Region schon vor Jahrtausenden besiedelt war. Östlich des heutigen Gebäudekomplexes des Landguts befindet sich der Fundplatz Es Figueral de Son Real aus der Talaiot-Kultur. Als die bedeutendste Fundstelle gilt die Nekropole von Son Real. Das prähistorische Gräberfeld grenzt unmittelbar an die Bucht von Alcúdia, es wird auf die Zeit von 650 bis 300 v. Chr. datiert. Unweit davon entfernt liegen die Überreste von einem Megalithgrab.

Die Finca Son Real wird erstmals Ende des 14. Jahrhunderts erwähnt. Der Name wird auf Real Mòger i des Colombers zurückgeführt, einem Nachfahren aus der Gefolgschaft von Jakob I., der im Jahr 1228 das von den Almohaden besetzte Mallorca zurückeroberte.

Bis zum Kauf durch die öffentliche Hand wohnten auf dem Gutshof teilweise bis zu 70 Landarbeiter. Einer der Haupterwerbszweige war die Schafhaltung.

Beschreibung mini|Casa Nova Der Gutshof besteht aus mehreren Gebäuden, die sich um einen großen Innenhof gruppieren. Die ältesten davon gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Dazu gehören unter anderem eine Hofkapelle sowie ein zum Schutz vor Piratenangriffen errichteter Wehrturm. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand die Casa Nova, in der bis zum Verkauf des Landguts an die balearische Regierung die Eigentümer der Finca lebten. Vor dessen Errichtung wohnte man in der Ca S'Amitger, an die heute ein von einer Trockenmauer eingefasster Kräutergarten grenzt. In einem Museum wird die Geschichte des Landguts aufbereitet.

mini|Hofkapelle mini|Ziehbrunnen Das architektonische Ensemble wird durch Stallungen, Brunnen, einer großen Zisterne und einer ehemaligen Wassermühle ergänzt. Das umliegende Kulturland nutzt man vornehmlich für Mandel-, Johannisbrot- und Feigenanbau. Eine Schafweide, ein Stall mit Iberischen Schweinen („schwarze Schweine“) sowie frei herumlaufendes Federvieh geben dem Gutshof einen betont ländlichen Anstrich.

Ausgewiesene Spazierwege mit Rastplätzen führen durch das vormehmlich mit Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis) locker bewaldete Küstenvorland. An der teils von Dünen besetzten Küste finden sich mehrere Steinbrüche, die vermutlich das Material für den Bau des Gräberfelds von Son Real lieferten.

Zugang Die Finca ist während der Öffnungszeiten (täglich) frei zugänglich. Von der Ma-12 führt zwischen Kilometer 17,6 und 17,7 ein Fahrweg zu einem etwa 250 Meter nördlich von der Landstraße gelegenen öffentlichen Parkplatz.

In der Nähe mini|Strand von Son Real Es Figueral de Son Real Nekropole von Son Real Platja de Son Real

Siehe auch Galatzó Raixa

Literatur Carlos Garrido: Son Real. La Mallorca perenne. José J. de Olañeta (Verlag). Barcelona 2003.

Einzelnachweise

Weblinks

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