Jörg Daniel Leuppi (in Publikationen Jörg D. Leuppi, * 25. März 1964, in Basel) ist Schweizer Internist und Pneumologe. Er ist klinischer Professor für Innere Medizin an der Universität Basel. Seit 2026 ist er Chief Academic Officer am Kantonsspital Baselland (KSBL) in Liestal. Am selben Spital war er von März 2013 bis Dezember 2022 Chefarzt und Leiter der Medizinischen Universitätsklinik.
Werdegang Leuppi wurde 1964 in Basel geboren, wo er auch aufwuchs. Mit 15 Jahren fasste er durch sein Engagement im Jugendverein «Help» des Samariterverein den Wunsch, Arzt zu werden. Er besuchte die Realschule und schloss seine Matura über die Handelsfachschule und am Wirtschaftsgymnasium in Basel ab.
Er studierte zwischen 1984 und 1990 Medizin. Sein erstes klinisches Jahr absolvierte er bei Dr. Beat Villiger an der Höhenklinik Davos. Dort konnte er bereits erste Forschungsprojekte abschliessen. Villiger vermittelte ihn an Professor Walter Reinhart am Kantonsspital Chur, wo Leuppi seine Innere Medizin-Weiterbildung wie auch weitere Forschungsprojekte absolvierte.
Im Jahr 1991 promovierte er zum Dr. med. an der Universität Basel. Kurz vor der Jahrtausendwende, 1997, machte Leuppi seinen Facharzt in Innerer Medizin (heute: Allgemein-Innere Medizin). 2002 erhielt er seinen Facharzt in der Pneumologie.
1997 bis 1999 forschte er am Institute of Respiratory Medicine in Sydney bei Professor Ann Janet Woolcock und machte 2003 seinen Doctor of Philosophy (PhD) in Medizin. Zwei Jahre später, 2005, habilitierte Leuppi in der Inneren Medizin, speziell in der Pneumologie an der Universität Basel. 2010 erhielt er eine Titularprofessur an der Universität Basel. Seit 2013 ist er klinischer Professor für Innere Medizin an der Universität Basel.
Leuppi lebt mit seiner Ehefrau, einer klinischen Pharmakologin, zusammen und hat drei Söhne.
Klinische Tätigkeit Von 2001 bis 2004 war Leuppi Oberarzt der Inneren Medizin und Pneumologie am Universitätsspital Basel.
Von 2005 bis 2008 war er Leitender Arzt der Pneumologie und Leiter des Lungenfunktionslabors des Universitätsspital Basel.
Von 2008 bis 2013 war er Leitender Arzt und Stellvertretender Chefarzt der Inneren Medizin am Universitätsspital Basel.
Von 2013 bis 2022 war er Chefarzt und Leiter der Medizinischen Universitätsklinik am Kantonsspital Baselland.
Von 2020 bis 2025 war Leuppi Chief Medical Officer am Kantonsspital Baselland. Seit Anfang 2026 ist Leuppi Chief Academic Officer am Kantonsspital Baselland. Seit 2013 ist er Verwaltungsrat der Barmelweid Gruppe AG. Seit 2015 ist er Präsident der Lungenliga beider Basel. Seit 2017 ist er Präsident der ausserparlamentarischen Eidgenössischen Kommission für Militär- und Katastrophenmedizin. Seit 2021 ist er Ausserordentliches Mitglied der Human Medicines Expert Committees (HMEC) der SwissMedic. Seit 2024 ist er Stiftungsrat Mine-Ex-Stiftung. Seit 2024 ist er Stiftungsrat Adullam Stiftung Basel. Seit 2025 ist er Verwaltungsrat GZO Wetzikon.
Forschung Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der respiratorischen Physiologie und den obstruktiven Lungenerkrankungen, insbesondere Asthma und der obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).
Leuppi hat über 260 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Sein H-Index liegt bei 43 (Scopus).
Zu seiner Forschung gehören randomisierte klinische Studien zur Optimierung der Behandlung akuter COPD-Exazerbationen. Hervorzuheben ist die REDUCE-Studie, die zeigt, dass eine fünftägige systemische Glukokortikoidtherapie einer 14-tägigen Behandlung hinsichtlich der Re-Exazerbationsrate nicht unterlegen ist und die Steroidexposition reduziert. Diese Arbeit beeinflusste internationale Leitlinien und führte zur Etablierung eines neuen Therapiestandards für die Behandlung von akuten COPD-Exazerbationen. Die abgeleiteten Therapieempfehlungen wurde in den Internationalen COPD-GOLD-Richtlinien umgesetzt.
Die klinische Epidemiologie und Versorgungsforschung bei chronischen Atemwegserkrankungen ist ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschung. In seinen Arbeiten befasst er sich mit der Implementierung evidenzbasierter Consensus-Papiere und Leitlinien.
Im Bereich Asthma hat Leuppi die Atemwegshyperreagibilität, die Rolle inhalativer Kortikosteroide, der Biomarker-gestützten Therapie sowie der personalisierten Behandlung erforscht.
Zuletzt konzentrierte sich Leuppi in seiner Forschung auf Real-World-Daten und nationale Register. Unter seiner Leitung wurde die erste schweizweite COPD-Kohorte und das Swiss Severe Asthma Registry (SSAR) aufgebaut. Das Register ermöglicht Untersuchungen zu Krankheitsverlauf, Komorbiditäten, Biologika-Therapien, klinischer Remission und Versorgungsqualität bei Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen.
Mitgliedschaften
International: American Thoracic Society, European Respiratory Society National: Swiss Society of Internal Medicine, Swiss Society of Pneumology, FMH-Member
Auszeichnungen 2013 Best publication Award for REDUCE Trial, Swiss Society of General Internal Medicine 2024 Ehrenmitglied der Bulgarischen Pneumologengesellschaft
Weblinks Publikationen auf PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=leuppi-j Profil an der Universität Basel: https://universe.unibas.ch/people/76/94/overview
Einzelnachweise
Kategorie:Internist Kategorie:Pneumologe Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Basel) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1964 Kategorie:Mann