mini|alt=Buntes Plakat, auf dem eine übergroß dargestellte barbusige Frau mit langen roten Haaren und einem weißen Kleid in kämpferischer Pose eine Gruppe demonstrierender Arbeiter anführt, die mit Arbeitsgeräten und Flaggen der an der Seite Frankreichs kriegsführenden Länder des Ersten Weltkriegs nach vorne stürmt. Darunter der Name der Zeitung und die der Direktoren.|La France Libre La France libre war eine von 1918 bis 1926 erscheinende sozialistische Zeitung.
Geschichte Innerhalb der führenden sozialistischen Partei Frankreichs, der Section française de l’Internationale ouvrière (SFIO), gab es unterschiedliche Ansichten darüber, ob man sich an der Stockholmer Friedenskonferenz von 1917 beteiligen solle. Ungefähr 40 Abgeordnete gründeten unter der Leitung von Adéodat Compère-Morel, Arthur Rozier und Adrien Veber eine eigene Zeitung, um Beteiligungen sozialistischer Politiker an allfälligen weiteren Konferenzen zu verhindern.Siehe Literaturliste Manévy 1945, S. 73–93 Die erste Ausgabe vom 2. Juli 1918 enthielt eine Déclaration, die mit den Worten „Tout notre programme, tout nos espérances sont dans le titre de ce journal“ (Unser gesamtes Programm, all unsere Hoffnungen spiegeln sich im Titel dieser Zeitung wider) begann und mit „La Patrie avant la Vie ! La France avant tout ! La France ou la mort !“ (Das Vaterland vor dem Leben! Frankreich über alles! Frankreich oder der Tod!) endete.
Die Zeitung zeichnete sich neben ihrer politischen Ausrichtung durch die Entscheidung aus, zahlreiche Mitarbeiter zu engagieren, die zwar keine Journalisten, aber für ihre Kompetenz bekannt waren. Dazu zählten die Kunsthistoriker Henri Focillon, Léon Rosenthal und Gustave Geffroy, der Theaterleiter André Antoine, der Schriftsteller Jean Cocteau, der Maler Jacques-Émile Blanche, der Sportler Géo André und der Schauspieler Max Dearly. Der Journalist und Pressehistoriker Raymond Manevy schreibt in seinem Buch zur Pressegeschichte: „Man macht keine Zeitung, indem man externen Mitarbeitern den Vorrang vor den internen Mitarbeitern einräumt. Eine Redaktion ist ein Team mit einem Chefredakteur, der konzipiert ….“Siehe Literaturliste Manevy 1945, S. 78
1919 nominierte der SFIO-Landesverband der Seine die Herausgeber von La France libre nicht für die Parlamentswahlen. Der SFIO-Kongress in Straßburg im Februar 1920 bestätigte den Ausschluss. La France libre wurde zum Sprachrohr der Parti socialiste français, einer Partei, die sich für die Vereinigung der Linken und die Ablehnung der bolschewistischen Revolution einsetzte. Um in der SFIO zu bleiben, stellten Compère-Morel und andere jegliche Mitarbeit an der Zeitung ein. Die Tageszeitung wurde de facto zum Sprachrohr der Pariser Abgeordneten (Arthur Rozier, Adrien Veber). Im April und bis Oktober 1922 erschien die Tageszeitung nur noch wöchentlich. Die Zeitung stellte 1926 ihr Erscheinen ein.Das ist unklar. Die französische Sprachversion spricht von 1925, Retronews kennt Ausgaben bis 1926 und die Bibliothèque nationale de France nennt 1930 als letztes Jahr.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Zeitung (Frankreich, Erscheinen eingestellt) Kategorie:Ersterscheinen 1918 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1926 Kategorie:Französischsprachige Tageszeitung Kategorie:Sozialistische Zeitschrift Kategorie:Politische Zeitschrift (Frankreich)