Nasima Selim () ist eine bangladeschisch-deutsche Anthropologin, Autorin und Hochschullehrerin, die seit 2025 Professorin für öffentliche Anthropologie am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft der Universität Bremen ist. Ihre Arbeit umfasst Anthropologie, Medizin und öffentliche Gesundheit sowie öffentliche Anthropologie, planetare Gesundheit, Umweltgeisteswissenschaften und die Anthropologie des Islams in Westeuropa und Südasien.
Leben Selim studierte Medizin am Sir Salimullah Medical College in Dhaka, absolvierte eine Weiterbildung in Psychiatrie und erwarb 2007 einen Master of Public Health an der James P Grant School of Public Health der BRAC University. Im Jahr 2011 schloss sie an der Universität Amsterdam einen Master der medizinischen Anthropologie ab; 2019 wurde sie an der Freien Universität Berlin in Sozial- und Kulturanthropologie promoviert. Vor ihrer Berufung nach Bremen arbeitete sie an der Universität Bayreuth, der Freien Universität Berlin und der BRAC University in Dhaka. Klinische Berufserfahrung sammelte sie zuvor am Monon Psychiatric Hospital in Dhaka und am Mental Hospital Pabna in Bangladesch. Ein Forschungsjahr verbrachte sie am Center for Studies in Social Sciences in Kolkata.
Wirken Selim forscht zu öffentlicher Anthropologie, planetarer Gesundheit, Umweltgeisteswissenschaften, Medizinethnologie, Sufismus und den politischen sowie poetischen Dimensionen des Atmens. Ihre Monografie Breathing Hearts: Sufism, Healing, and Anti-Muslim Racism in Germany erschien 2024 bei Berghahn Books und untersucht Sufi-Praktiken, Heilung sowie antimuslimischen Rassismus in Deutschland. Das Buch gilt als erste monografische ethnografische Studie zu Praktiken und Politiken des Sufismus in Berlin. Zu ihren jüngeren Veröffentlichungen zählen überdies ein Beitrag zu Pandemie-Ungleichheiten und dem „Recht zum Atmen“ in Indien und Deutschland sowie ein mitverfasster Artikel zu Migration und Gesundheit im sozialen Kontext. In der Debatte über Long Covid schlug sie als Hashtag #LongCovid vor. Selim ist Mitbegründerin einer Arbeitsgruppe zur öffentlichen Anthropologie der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie. Als eine der Sprecherinnen dieser Arbeitsgruppe veröffentlichte sie 2020 gemeinsam mit Judith Albrecht eine Solidaritätserklärung zu #BlackLivesMatter und zum Abbau strukturellen Rassismus in Deutschland.
Veröffentlichungen (Auswahl) Selim, N. (2024). Breathing Hearts: Sufism, Healing, and Anti-Muslim Racism in Germany. New York/Oxford: Berghahn Books. ISBN 978-1-80539-198-2. https://doi.org/10.3167/9781805391982 Selim, N. (2022). The politics of breathing troubles in COVID-19: Pandemic inequalities and the right to breathe across India and Germany. Medicine Anthropology Theory, 9(3), 1–15. https://doi.org/10.17157/mat.9.3.5750 Willen, S. S., Selim, N., Mendenhall, E., Magaña Lopez, M., Chowdhury, S. A., Dilger, H., & Migration and Health in Social Context Working Group. (2021). Flourishing: Migration and health in social context. BMJ Global Health, 6(Suppl. 1), e005108. https://doi.org/10.1136/bmjgh-2021-005108 Stodulka, T., Selim, N., & Mattes, D. (2018). Affective scholarship: Doing anthropology with epistemic affects. Ethos, 46(4), 519–536. https://doi.org/10.1111/etho.12219
Weblinks
Nasima Selim bei der Universität Bremen
Einzelnachweise
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