mini|Hosterwitzer Friedhof (2022) Der Hosterwitzer Friedhof ist ein 1870 angelegter Friedhof im Nordwesten des heutigen rechtselbischen Dresdener Ortsteils Hosterwitz an der Dresdener Straße 20.
Der Friedhof gehört zur Kirchengemeinde Maria am Wasser. Vorgänger war der so genannte Zweite Gottesacker nahe der Elbe, der aber wegen der häufigen Überschwemmungen und da er zu klein geworden war 1867 aufgegeben wurde. Unterhalb des Keppschlosses wurde daraufhin der neue Friedhof mit 60 Metern Breite und 110 Metern Länge, begrenzt von der Dresdener Straße im Norden und dem Weg An der Obstplantage im Osten angelegt. Er besteht aus zehn je 20 × 25 Meter großen Grabfeldern, sechs im nördlichen und vier im südlichen, von einer Mauer abgetrennten Teil. Der Friedhof ist durch eine halbhohe Natursteinmauer eingefriedet, die zentrale Nord-Süd-Achse wird durch eine Lindenallee gebildet. Im Zentrum befindet sich die 1870 erbaute Friedhofskapelle, ein schlichter, eingeschossiger gotisierender Putzbau. Ein Obelisk wurde für die Toten des Krieges von 1870/71 unmittelbar nördlich davon errichtet. Er trägt folgende Inschrift: „Gross an Trauer / und Siegen / Reich an Thränen / und Schmerzen / Bleibender Dank den / siegreich Heim- / gekehrten / dauerndes Denkmal / den gefallenen Kriegern. – Sie haben empfangen / ein herrliches Reich u. / Eine schöne Krone von / der Hand des Herrn. – Gefallen fürs Irdische / lebend im himmlischen / Vaterland.“ Wegen der ortsgeschichtlichen Bedeutung der Gräber befindet sich der Friedhof auf der Liste der Kulturdenkmale in Hosterwitz.
Insgesamt sind auf dem Friedhof 46 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft beerdigt. In einem Sammelgrab sind 22 zivile Opfer der Luftangriffe auf Dresden am 13./14. Februar 1945 beerdigt, zu denen auch ausländische Zwangsarbeiter gehören.
mini|Grab von Leopold und Rudolf Blaschka auf dem Hosterwitzer Friedhof
Prominente Personen, die hier begraben liegen:
Leopold und Rudolf Blaschka (1822–1895 / 1857–1939), Glaskünstler Max Pietschmann (1865–1952), Maler Otto Ewel (1871–1954), Maler Otto Schindler (1876–1936), Agrarwissenschaftler Kurt Eberhard Goellner (1880–1955), Maler und Bildhauer Kurt und Herta Fuchs (1908–1945 / 1908–2003), Gerechte unter den Völkern Gerd Owsian (1940–1999), Holzbildhauer Dieter Graupner (1940–2022), Keramiker, Maler, Bildhauer und Restaurator Doris Kreiß (1945–2007), Keramikerin
Weblinks
Friedhof Hosterwitz auf sachsen.volksbund.de
Kategorie:Friedhof in Dresden Kategorie:Kulturdenkmal in Dresden Dresden Kategorie:Erbaut 1870