Chojnik () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Morąg im Powiat Ostródzki. mini|Vorlaubenhaus aus Chojnik im Museum Olsztynek
Geographische Lage Chojnik liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, zehn Kilometer nordwestlich der Stadt Morąg bzw. 30 Kilometer nordwestlich der heutigen Kreismetropole Ostróda.
Geschichte Das einstige Hagenau, ein Ort mit Kirche und Molkerei,Dietrich Lange: Hagenau, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) war schon zur Ordenszeit ein Dorf zu Kulmer Recht und wurde 1361 erstmals urkundlich erwähnt.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Hagenau (Landkreis Mohrungen) Im Jahre 1437 war es als Haynaw im Zinsbuch des Ordens genannt.
Im Jahre 1785 nannte man Hagenau ein königliches und köllmmisches Dorf bei 173 Feuerstellen, das dem Kirchspiel Kahlau zugeordnet war, 1820 war Hainowo ein köllmisches Bauerndorf mit 104 Feuerstellen bei 608 Einwohnern.
Am 30. Juli 1874 wurde Hagenau ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Mohrungen, dem vier Orte zugehörig waren:Rolf Jehke: Amtsbezirk Hagenau/Kahlau
Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Hagenau Chojnik Rollnau Rolnowo Königsdorf Królewo Steinsdorf Kamionka
Am 26. Oktober 1882 wurde Hagenau mit den anderen drei Orten in den Amtsbezirk Kahlau umgegliedert und der Amtsbezirk Hagenau aufgelöst.
Im Jahre 1885 waren in Hagenau 1.047 Einwohner meldet, im Jahre 1910 waren es 997. Ihre Zahl veränderte sich bis 1993 auf 835 und belief sich im Jahre 1939 auf 839.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Mohrungen
In Kriegsfolge kam 1945 das gesamte südliche Ostpreußen zu Polen. Hagenau erhielt die polnische Namensform „Chojnik“ und ist heute eine Ortschaft innerhalb der Stadt-und-Land-Gemeinde Morąg im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Chojnik 431 Einwohner.
Religion mini|Die Kirche von 1797 in Chojnik mini|Kirchliches Gebäude aus der Zeit vor 1945 Kirchengebäude Die Kirche in Chojnik resp. Hagenau stammt aus dem Jahre 1797.Agathon Harnoch: Kahlau und Hagenau, in: Chronik und Statistik der evangelischen Kirche in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 171–172Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 63 Ihr Lage auf einem Hügel mitten im Ort macht sie weithin sichtbar. Es handelt sich um ein Bauwerk aus Feldsteinen und verputzten Ziegeln mit einem auf dem Westgiebel aufsteigenden Holzturm.
Im Kircheninnern tragen vier Holzsäulen das hölzerne Tonnengewölbe. Sie stützen auch die von der Altarwand bis zur Orgelempore laufenden Seitenemporen.
Die Ausstattung ist schlicht. Altar und Kanzel sind zum Kanzelaltar vereinigt und wurden aus älteren Teilen geschaffen. Vor dem Altar befindet sich ein Grabstein der Catharina Sassen von 1629.
Das Geläut besteht aus zwei Glocken, die 1604 bzw. 1817 gegossen wurden.
Bis 1945 war die Hagenauer Kirche ein evangelisches Gotteshaus. Seither wird es von der Römisch-katholischen Kirche genutzt, was zu baulichen Veränderungen führte:Parafia Chojnik so wurde am 6. Juni 2026 ein neues Gemälde im Hauptaltar geweiht, und bereits 2025 die Altarmensa renoviert. Im März 1945 bereits wurde die Kirche der „Verklärung des Herrn“ geweiht.
Kirchengeschichte Seit wann es in Hagenau resp. Chojnik eine Kirche gibt ist nicht belegt.
Evangelische Kirche Im Jahre 1690 aber soll Hagenau eine evangelische Filialkirche von Silberbach gewesen sein. In den Jahren 1720/25, 1789, 1854, 1916 bis 1945 war Chojnik eine Filialgemeinde von Kahlau innerhalb unterschiedlicher Strukturen.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 413, 424, 428, 436, 441 und 466
Im Jahre 1925 zählte das Kirchspiel Kahlau-Hagenau 2.573 Gemeindeglieder, von denen 1.584 zum Sprengel Hagenau gehörten.
Sowohl die Pfarrkirche in Kahlau als auch die Kirche in Hagenau waren Königlichen Patronats. Die Orte waren zuletzt als vereinigte Kirchengemeinden zusammengeschlossen, wobei der Pfarrsitz immer in Kahlau blieb. Die Orte gehörten bis 1945 zum Superintendenturbezirk Mohrungen im gleichnamigen Kirchenkreis in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.
Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung in den letzten Kriegs- und auch Nachkriegsjahren setzten der evangelischen Gemeinde in Hagenau ein Ende. Heute hier wieder lebende Kirchenglieder gehören zur Kirchengemeinde in Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspiel-Sprengel Hagenau Zum Sprengel Hagenau gehörten bis 1945:Der * kennzeichnet einen Schulort
Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name *Hagenau Chojnik *Rollnau Rolnowo *Königsdorf Królewo Steinsdorf Kamionka
Pfarrer: In Hagenau amtierten die Pfarrer mit Sitz in Kahlau.
Römisch-katholische Kirche Bis 1945 waren die katholischen Einwohner Hagenaus nach Mohrungen eingepfarrt. Die Pfarrei gehörte zum Dekanat Pomesanien (Sitz: Osterode) im damaligen Bistum Ermland.
Sei März 1945 besteht eine katholische Gemeinde in Chojnik, der nun auch die bisher evangelische Kirche gehört. Hier wurde im Jahre 1963 eine eigene Pfarrei errichtet, der die Kirche in Sambród als Filialkirche zugeordnet wurde. Chojnik gehört mit Sambród zum Dekanat Morąg im jetzigen Bistum Elbląg.
Pfarreiorte: Zur Pfarrei Chojnik gehören die Orte:
Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Chojnik Hagenau Sarna Rehberg Karczemka Hoffnungsmühle Tulno Taulen Kamionka Steinsdorf Zalesie Pfalsdorf Rolnowo Rollnau Zduny Bürgerhöfen Sambród (Groß) Samrodt
Verkehr Chojnik liegt an einer Nebenstraße, die die Stadt Morąg mit Sambród verbindet. Eine von Kalnik kommende Straße endet in Chojnik.
Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Hagenau
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1363 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Morąg