Julie Ledru (* 1995)Lucille Razaki: Interview with Julie Ledru from the film Rodeo: „Cross bitumen is a passion“. In: justfocus.fr. 7. September 2022. Abgerufen am 17. Juni 2026. ist eine französische Schauspielerin und Motorradfahrerin. Sie wurde mit der Hauptrolle der Julia in Lola Quivorons Spielfilm Rodeo (2022) bekannt.

Leben Ledru stammt aus Villiers-le-Bel im Département Val-d’Oise und wuchs ohne Kontakte zur Filmbranche auf. Sie absolvierte eine Ausbildung in der gehobenen Gastronomie, anschließend arbeitete sie in Zeitarbeitsverhältnissen. Eine Aufnahme ihrer Mutter auf einem Crossmotorrad weckte ihr Interesse am Motorradfahren; gemeinsam mit ihrem Bruder lernte sie am Ufer der Oise das Schalten und Fahren. Später entdeckte sie über soziale Medien den Cross-bitume, nahm allein an Treffen der stark männlich geprägten Szene teil und wurde durch ihre Motorradbeiträge auf Instagram bekannt. Eine Schauspielkarriere hatte sie nicht erwogen. Lola Quivoron stieß über Instagram auf Ledrus Profil, traf sie am Bahnhof Persan-Beaumont und ließ deren Erlebnisse über mehrere Begegnungen in die Figur Julia einfließen. Erst wenige Monate vor Drehbeginn bot sie Ledru die Rolle an.

Wirken Mit Rodeo übernahm Ledru ihre erste Hauptrolle im Kino und spielte eine gesellschaftlich marginalisierte Motorradfahrerin, die sich in einer von Männern beherrschten Cross-bitume-Gruppe behauptet. Zur Vorbereitung arbeitete sie zwei Wochen lang mit Antonia Buresi an Stimme, Körperhaltung und Bewegung. Der Film wurde 2022 in der Cannes-Sektion Un Certain Regard gezeigt und erhielt dort den Prix coup de cœur du jury. Ihre Darstellung wurde besonders wegen ihrer körperlichen Intensität sowie der Mischung aus Wut, Verletzlichkeit und Widerständigkeit hervorgehoben. Die Rollenarbeit zielte zugleich darauf, Julia nicht eindeutig geschlechtlich festzulegen und traditionelle Zuschreibungen an Kleidung, Körper und Auftreten zu unterlaufen. Ledru und Quivoron wurden beim Champs-Élysées Film Festival mit dem Prix de la critique ausgezeichnet. Beim Europäischen Filmfestival Sevilla 2022 erhielt sie den Preis für die beste Schauspielerin ex aequo mit Zar Amir Ebrahimi für Holy Spider. Zu ihren weiteren Arbeiten gehören Claire Burgers Langue étrangère, die Netflix-Serie Furies, die Canal+-Serie Plaine orientale und Julien Gaspar-Oliveris La Frappe. In Plaine orientale trat sie erneut als markante Darstellerin auf. Im Juni 2026 zeigte der Bayerische Rundfunk Rodeo zum Auftakt einer queeren ARD-Filmreihe.

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