Katja Hanna Helene Möhring (* 10. August 1982) ist eine deutsche Soziologin und Professorin für Soziologie, insbesondere Familie und Arbeit, an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Sie forscht zu Lebenslaufsoziologie, Arbeit und Familie, Alter und Rente, Geschlechterungleichheit, vergleichender Wohlfahrtsstaatsforschung sowie Mehrebenen- und Panelanalysen.
Leben und Wirken Katja Möhring studierte von 2001 bis 2009 Diplom-Sozialwissenschaften an der Universität Koblenz-Landau, der Universität Breslau und der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte von 2009 bis 2013 an der Universität zu Köln. Von 2013 bis 2015 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen, von 2015 bis 2017 Juniorprofessorin für Soziologie des Wohlfahrtsstaates an der Universität Mannheim und 2017/2018 Gastwissenschaftlerin am Minda de Gunzburg Center for European Studies der Harvard University. Danach vertrat sie die Professur für Makrosoziologie an der Universität Mannheim; seit Februar 2023 leitet sie den Bamberger Lehrstuhl für Soziologie, insbesondere Familie und Arbeit, und ist Projektleiterin am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung.
Möhrings Forschung umfasst vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung, Lebenslaufsoziologie, quantitative Analysen von Panel- und Lebensverlaufsdaten sowie Politikanalysen zu Arbeitsmarkt, Renten und Geschlechterungleichheit. Während der Covid-19-Pandemie war sie an der Mannheimer Corona-Studie beteiligt und gehörte zum Autorenteam, das soziale Unterschiede bei Erwerbstätigkeit, Kinderbetreuung, Homeoffice und Kurzarbeit untersuchte. Die öffentliche Rezeption dieser Arbeiten betraf besonders Befunde zur Verstärkung sozialer Ungleichheit am Arbeitsmarkt und zur Belastung von Eltern in der Pandemie.
Als Projektleiterin eines internationalen Verbundprojekts zum Altern der migrantischen Bevölkerung in Europa erhielt sie eine Förderung der Volkswagenstiftung von rund 1,2 Millionen Euro für ein auf vier Jahre angelegtes Forschungsvorhaben. Das Projekt kombiniert quantitative Methoden mit Interviews und soll Angebote zur Verbesserung von Wohlbefinden und Gesundheit der ältereren Angehörigen der migrantischen Bevölkerung entwickeln. Für das Sommersemester 2025 erhielt sie am Deutschen Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung das Fellowship Arbeitszeit und informelle Pflege im Lebenslauf. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift für Sozialreform, Mitglied im Herausgeberrat von Work, Aging and Retirement, Mitglied im Beirat des Forschungsnetzwerks Alterssicherung der Deutschen Rentenversicherung und Vorstandsmitglied der Sektion Sozialpolitik der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.
Veröffentlichungen (Auswahl) Möhring, K. (2015). Employment histories and pension incomes in Europe: A multilevel analysis of the role of institutional factors. European Societies, 17(1), 3–26. https://doi.org/10.1080/14616696.2014.934874 Möhring, K. (2016). Life course regimes in Europe: Individual employment histories in comparative and historical perspective. Journal of European Social Policy, 26(2), 124–139. https://doi.org/10.1177/0958928716633046 Möhring, K. (2018). Is there a motherhood penalty in retirement income in Europe? The role of lifecourse and institutional characteristics. Ageing & Society, 38(12), 2560–2589. https://doi.org/10.1017/S0144686X17000812 Möhring, K. (2021). The consequences of non-standard working and marital biographies for old age income in Europe: Contrasting the individual and the household perspective. Social Policy & Administration, 55(3), 456–484. https://doi.org/10.1111/spol.12720 Möhring, K., & Weiland, A. P. (2022). Couples’ life courses and women’s income in later life: A multichannel sequence analysis of linked lives in Germany. European Sociological Review, 38(3), 371–388. https://doi.org/10.1093/esr/jcab048
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