Baby Talk (Untertitel: Live at Molde International Jazz Festival 2015) ist ein Musikalbum von James „Blood“ Ulmer und The Thing. Die 2015 live beim Molde International Jazz Festival entstandenen Aufnahmen erschienen 2017 auf The Thing Records in Kooperation mit Trost Records.
Hintergrund Schon 2001 spielten der Saxophonist Mats Gustafsson, der Bassist Ingebrigt Håker Flaten und der Schlagzeuger Paal Nilssen-Love in ihrem Trio The Thing das Ulmer-Stück „Baby Talk“ auf dessen zweiten Album She Knows (mit Joe McPhee). Ulmer wurde 2015 von The Thing eingeladen, seine Musik zu spielen. Der Auftritt beim Molde International Jazz Festival war das erste Konzert ihrer gemeinsamen Tournee. Ulmer meinte dazu in einem Interview mit Peter Margasak: „Ich hatte das Music Revelation Ensemble im Kopf, als ich die Platte mit The Thing aufnahm – es war eine weitere Chance, diesen Stil auf ein neues Niveau zu heben. Als ich The Thing hörte, war es wie eine Erweiterung davon.“
Titelliste James Blood Ulmer with The Thing: Baby Talk (The Thing Records – TTR006CD) Interview 8:05 High Yellow 10:24 Baby Talk 5:51 Proof 8:56
Die Kompositionen stammen von James „Blood“ Ulmer.
Rezeption mini|James „Blood“ Ulmer auf dem Arts for Art – Vision Festival 2024 Nach Ansicht von Spencer Grady, der das Album in Jazzwise rezensierte, bietet dieser großartige Mitschnitt vom Molde International Jazz Festival eine immer seltener werdende Gelegenheit, James Blood Ulmer auf CD zu hören. Wer ihn in letzter Zeit live erlebt habe, würde vielleicht mehr von seinem reduzierten „Hoodoo-Blues“ erwarten, doch obwohl auf „Baby Talk“ noch Spuren dieses Stils zu hören sind, hebe diese kraftvolle Zusammenarbeit mit The Thing sein Spiel weit über die Musik seiner Kindheit in South Carolina hinaus. Bloods Gitarre, die bruchstückhafte Zitate aus seinem eigenen Album Birthright (2005) aufgreift und von seiner souveränen Begleitband begleitet wird, würde sich als „herrischer Kobold“ geben, der in rasantem Tempo Kinderreime improvisiert und „den Mythos der Wegkreuzung mit der Frechheit eines Schalks verwischt“. Mit einem aufgedrehten Trio sympathetischer Größen, die ihre geballte Energie in die Ausbrüche einbringen, sei Baby Talk erstaunlich zugänglich und präsentiere einen fast höflichen Dialog zwischen „Blood“ Ulmer und Saxophonmeister Gustafsson, untermalt von zentrierten Improvisationen einer der besten Bass- und Schlagzeugkombinationen der heutigen Free-Improvisationsszene.
Die Zusammenarbeit zwischen dem legendären Gitarristen James „Blood“ Ulmer und der skandinavischen Band The Thing habe sich als ideale Kooperation erwiesen, meint Olaf Maikopf in Jazz thing. Wieder einmal zeige sich hier, dass Ulmers Gitarrensound in jedem Kontext unverwechselbar sei. Das Trio The Thing würde sich dabei als deren wertschätzende Bearbeiter beweisen, gebe Ulmers undogmatischem Gitarrenspiel viel Raum, um die Töne fliegen zu lassen, und tobe selbst dazu dämonenhaft durch lange Free-Funk-Blues-Improvisationen. Hier hätten sich vier Musiker zu einer Partnerschaft gefunden, „die, geprägt von gegenseitigem Respekt und darum funktioniert, im besten Sinne kreativ musiziert“.
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