Die 6. Etappe der Tour de France 2026 fand am 9. Juli 2026 statt. Sie endete mit der ersten Bergankunft der 113. Austragung des französische Etappenrennens. Die Strecke führte von Pau in die Pyrenäen, ehe das Ziel nach 186,2 Kilometern in Gavarnie-Gèdre erreicht wurde. Nachdem mit dem Col d’Aspin und Col du Tourmalet zwei bekannte Passstraßen überquert wurden, befindet sich das Ziel auf einer Höhe von 1380 Metern. Nach der Zielankunft hatten die Fahrer insgesamt 910,4 Kilometer absolviert, was 27,41 % der Gesamtdistanz entspricht.

Streckenführung Der neutralisierte Start erfolgte in Pau auf der Avenue Gaston Lacoste vor dem Complexe Sportif. Auf den ersten Metern ging es vorbei am Palais Beaumont auf den Boulevard des Pyrénées, ehe die Fahrer die Église Saint Martin passierten. Kurz darauf ging es auf den Place du Verdun vor der Caserne Bernadotte. Danach überquerten die Fahrer die Ousse über die Brücke Pont d’Espagne, bevor es durch Jurançon und Gelos ging. Nach 7,8 Kilometern wurde das Rennen in Mazères-Lezons auf der D802 unweit des Stade Municipal freigegeben.

Nach dem offiziellen Start führten die ersten 37 Kilometer entlang der Gave de Pau nach Lourdes, wo die Rosenkranz-Basilika passiert wurde. Kurz drauf wurde auf der D937 mit der Côte de Loucrup (528 m) eine Bergwertung der 4. Kategorie abgenommen. Die Kuppe des Anstiegs wurde dabei nach 50,9 Kilometern überquert. Danach wurde kurz vor Bagnères-de-Bigorre der Zwischensprint in Pouzac bei Kilometer 59,1 ausgefahren. Im Anschluss ging es über die Côte de Mauvezin (518 m) nach Capvern, ehe die Fahrer zu den Pyrenäen gelangten. Die Einfahrt erfolgte dabei über das Vallée de la Neste. Nach 106 Kilometern wurde Arreau erreicht, das am Fuße des Col d’Aspin (1489 m) liegt. Dieser wies auf einer Länge von 12 Kilometern eine durchschnittliche Steigung von 6,5 % auf und galt als Bergwertung der 1. Kategorie. Die Passhöhe wurde nach 118,1 Kilometern überquert, ehe eine kurze Abfahrt zum Lac de Payolle führte. Danach folgten weitere abschüssige Kilometer, bevor die Straße in Sainte-Marie de Campan erneut zu steigen begann. Nun erfolgte die Auffahrt auf den Col du Tourmalet, der mit einer Höhe von 2115 Metern als Bergwertung hors catégorie (HC) galt. Zudem wurde auf der Passhöhe das Souvenir Jacques Goddet vergeben. Die Westauffahrt des Col du Tourmalet stieg für 17,1 Kilometer im Schnitt mit 7,3 % an, wobei die anspruchsvollsten Abschnitte im oberen Teil nach La Mongie absolviert werden mussten. Der höchste Punkt des Passes wurde 38,4 Kilometer vor dem Ziel passiert, ehe eine lange Abfahrt über rund 20 Kilometer nach Luz-Saint-Sauveur führte.

Zugleich begann der Schlussanstieg nach Gavarnie-Gèdre, der zwar 18,7 Kilometer lang ist, jedoch im Schnitt nur mit 3,7 % anstieg. Die Auffahrt erfolgte auf der D921, die im Lavedan entlang der Gave de Gavarnie verlief. Auf den ersten zwölf Kilometern wurden kaum Steigungsprozente jenseits der 5-Prozent-Marke erreicht, wobei auch mehrere kurze Flachstücke befahren wurden. Kurz drauf folgten nach dem Ortsgebiet von Gavarnie-Gèdre zwei Kilometer mit Steigungsschnitten von mehr als 6 %, ehe die Straße erneut abflachte. Der Zielstrich befand sich schließlich unweit des Office de Tourisme de Gavarnie auf der D128. Im Ziel wurde auf einer Höhe von 1380 Metern eine Bergwertung der 2. Kategorie abgenommen. +StreckenführungOrtKilometerLänge (km)Höhe (m)Ø Steigungmax. Steigungneutralisierter StartPau (Avenue Gaston Lacoste) −7,8offizieller StartMazères-Lezons (D802)0Bergwertung (4. Kategorie)Côte de Loucrup50,91,95287,1 %unbekanntZwischensprintPouzac59,1Bergwertung (3. Kategorie)Côte de Mauvezin77,335186,8 %unbekanntBergwertung (1. Kategorie)Col d’Aspin118,11214896,5 %unbekanntBergwertung (Hors Catégorie)Col du Tourmalet147,817,121157,3 %unbekanntBergwertung (2. Kategorie)Gavarnie-Gèdre186,218,713803,7 %unbekanntZiel

Rennverlauf Kurz nach dem offiziellen Start attackierte Victor Campenaerts (Team Visma-Lease a Bike) und setzte sich vom Peloton ab. Huub Artz (Lotto-Intermarché) folgte ihm nach, nach weiteren 5 Kilometern schloss sich Mads Pedersen (Lidl-Trek) an. Die dreiköpfige Spitzengruppe arbeitete sich einen Vorsprung von durchschnittlich einer Minute heraus, der zeitweise auf maximal 1:30 Minuten anwuchs. Bei etwa Kilometer 30 geriet Artz mit der Rennleitung aneinander: Der Fahrer fuhr über mehrere Kilometer hinweg eine regelwidrige Fahrposition, was den UCI-Bestimmungen widerspricht. Nach mehrmaligen mündlichen Verwarnungen verließ Artz verärgert die Ausreißergruppe, da ihm nach mehrmaligen Nachfragen nicht mitgeteilt wurde, wofür er verwarnt wurde und um eine Disqualifikation zu verhindern. Er ordnete sich etwa 148 Kilometer vor dem Ziel wieder ins Hauptfeld ein.

mini|links|hochkant|Mads Pedersen (im Grünen Trikot) und Victor Campenaerts überquerten fast zeitgleich den Côte de Loucrup

Kurz vor dem Anstieg der ersten Bergwertung ging das Netcompany Ineos Cycling Team in die Offensive und neutralisierte den Ausreißversuch des Spitzenduos. Durch weitere Tempoverschärfungen einiger Fahrer wurde das Peloton ausgedünnt. Als Pedersen und Campenaerts die erste Bergwertung überquerten, betrug ihr Vorsprung nur noch 30 Sekunden. Beim Zwischensprint gewann Pedersen den Sprint vor Campenaerts und festigte seine Führung in der Punktewertung.

mini|hochkant|Alex Baudin trug auf dieser Etappe zum (vorerst) letzten Mal auf dieser Rundfahrt das Gepunktete Trikot, hier bei der Überquerung der ersten Bergwertung des Tages

Kurz darauf wurde das Führungsduo vom Hauptfeld eingeholt. Das Peloton wurde danach wieder größer. Beim zweiten Anstieg des Tages setzten sich Ben O’Connor (Team Jayco AlUla) und Xabier Mikel Azparren (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) ab. O’Connor überquerte den Gipfel als Erster und fuhr anschließend mit 50 Sekunden Vorsprung allein an der Spitze. Zu Beginn des Anstiegs vom Col d’Aspin übernahm das UAE Team Emirates-XRG die Führungsarbeit und bestimmte das Tempo. Der Australier wurde wenig später vom Peloton gestellt. Fahrer wie Alex Baudin (EF Education-EasyPost), Träger des Gepunkteten Trikots, fielen beim Anstieg zurück und verloren den Anschluss endgültig. Rund 2 Kilometer vor dem Gipfel attackierte Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step), gefolgt von seinem Landsmann Lenny Martinez (Bahrain Victorious). Martinez erreichte den Gipfel knapp als Erster. Bei der Abfahrt zum Col du Tourmalet wurden die beiden Franzosen eingeholt.

Am Fuße des Anstiegs umfasste das Hauptfeld nur noch etwa 40 Fahrer. Beim Anstieg gerieten Klassementfahrer in Schwierigkeiten, unter anderem Torstein Træen (Uno-X Mobility), Träger des Gelben Trikots, konnte das Tempo nicht mehr mithalten und fiel zurück. Nach einer Attacke von Isaac Del Toro (UAE Team Emirates-XRG) zerfiel die Gruppe vollständig. Sein Teamkollege Tadej Pogačar nutzte die Chance und fuhr als Solist zum Gipfel, den er allein überquerte. Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike) versuchte das Tempo des Slowenen mitzuhalten und erreichte den Gipfel mit 30 Sekunden Rückstand als Zweiter. Dahinter kam eine Gruppe bestehend aus Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team), Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) und Isaac Del Toro mit etwa 1:30 Minuten Rückstand auf den Slowenen. Pogačar konnte seinen Vorsprung in der Abfahrt weiter ausbauen. In der Abfahrt schlossen Lenny Martinez, Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe), Juan Ayuso (Lidl-Trek), Sepp Kuss (Team Visma-Lease a Bike) und Mattias Skjelmose Jensen (Lidl-Trek) zur Gruppe um Seixas auf. In der Abfahrt stürzte Torstein Trækavik, nachdem er bei einer Kehre das Hinterrad eines Teamkollegen gestreift hatte. Nach ärztlicher Untersuchung und Behandlung konnte er das Rennen wieder fortsetzen, er hatte am Fuße des letzten Anstiegs aber bereits über 13 Minuten Rückstand. Rund 5 Kilometer vor dem Ziel hatte Pogačar über 2 Minuten Vorsprung auf Vingegaard und etwa 2:45 Minuten auf die Gruppe um Seixas.

Pogačar holte sich den Etappensieg und übernahm wieder die Führung in der Gesamtwertung sowie in der Bergwertung. Er wurde von der Renn-Jury zudem als kämpferischster Fahrer der Etappe gekürt. Seine Verfolger erreichten ungefähr 3 Minuten später das Ziel. Vingegaard versuchte als Zweiter der Etappe den Abstand klein zu halten, im Gesamtklassement ist der Rückstand auf Pogačar allerdings auf 2:42 Minuten angewachsen. In der Nachwuchswertung übernahm Isaac Del Toro wieder die Führung. In den weiteren Wertungen gab es keine Veränderungen.

Ergebnis

Gesamtstände

Ausgeschiedene Fahrer Alex Molenaar (Caja Rural-Seguros RGA): wegen Bruch des Mittelhandknochens, den er sich beim Sturz auf der 5. Etappe zuzog, nicht gestartet. Arvid de Kleijn (Tudor Pro Cycling Team): wegen Erschöpfung während der Etappe aufgegeben. Bert Van Lerberghe (Soudal Quick-Step): wegen Verletzungen, die er sich beim Sturz in der 5. Etappe zuzog, während der Etappe aufgegeben. Cian Uijtdebroeks (Movistar Team): wegen eines Mageninfekts während der Etappe aufgegeben.

Einzelnachweise

Weblinks

6. Etappe der Tour de France 2026 in der Datenbank von FirstCycling.com Pressemappe und Endergebnis der 6. Etappe von tissottiming.com zur Verfügung gestellt (PDF; 4,5 MB)

Etappe 06 #202606 Kategorie:Sportveranstaltung im Département Hautes-Pyrénées Kategorie:Gavarnie-Gèdre