Lola Quivoron (* 5. Juni 1989 in Paris) ist eine französische Filmregisseurin und Drehbuchautorin. Ihr Spielfilmdebüt Rodeo (2022) wurde beim Festival de Cannes in der Sektion Un Certain Regard mit dem Coup de cœur der Jury ausgezeichnet.
Leben Quivoron wurde im Pariser Viertel Pigalle geboren und wuchs zunächst in einer Wohnsiedlung in Épinay-sur-Seine auf, bevor ihre Familie während ihrer Jugend nach Bordeaux zog. Ein Philosophielehrer, der an ihrer Schule einen Filmclub leitete, weckte ihr Interesse am Kino; anschließend besuchte sie eine geisteswissenschaftliche Vorbereitungsklasse und studierte moderne Literatur sowie Filmwissenschaft. Ab 2012 studierte sie Regie an La Fémis und gehörte dem Abschlussjahrgang 2016 an. Nach dem Abschluss begann ihre private und künstlerische Partnerschaft mit der Schauspielerin und Drehbuchautorin Antonia Buresi, die an mehreren ihrer Filme mitwirkte.
Wirken Mit dem Kurzfilm Fils du loup (2015) wurde Quivoron als Beitrag des Locarno Film Festival für die Kategorie European Short Film der European Film Awards nominiert. Ihr Abschlussfilm Au loin, Baltimore (2016) handelt von einem jungen Mann, für welche das Fahren einer Motocrossmaschine durch seine Wohnsiedlung zum Inbegriff von Freiheit wird. Das Milieu des „Cross Bitume“ griff sie in Rodeo erneut auf; an dem Film arbeitete sie mehr als fünf Jahre lang. In ihrem Spielfilmdebüt spielt die auch außerhalb des Films als Motorradfahrerin aktive Julie Ledru die Außenseiterin Julia, die sich in einer männlich geprägten Gruppe illegaler Motorradfahrer behauptet. Der Film greift Elemente des Westerns, des Kriminalfilms und des Fantastischen auf und führt Quivorons dokumentarisch grundierte Beschäftigung mit sozialer Marginalität fort. Die queere Dimension des Werks wurde auch im deutschen Fernsehen hervorgehoben, als der Bayerische Rundfunk 2026 mit Rodeo seine Filmreihe für den Pride Month eröffnete. Für ihren zweiten Langfilm Eldorado, einen für 2027 angekündigten Gegenwartsthriller über die Emanzipation einer jungen Frau innerhalb ihrer Familie, betrieb Quivoron erneut eine mehrmonatige dokumentarische Recherche an den Drehorten im Luberon.
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