Edgar Puchmüller (* 29. August 1941) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er hat bei den Vereinen VfR Harburg, SC Concordia Hamburg, SV Arminia Hannover und ASV Bergedorf 85 von 1964 bis 1970 in der damals zweitklassigen Fußball-Regionalliga Nord insgesamt 160 Ligaspiele mit 27 Toren absolviert.Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. S. 394 In der Saison 1967/68 gewann er mit Arminia Hannover die Meisterschaft in der Regionalliga Nord und absolvierte zusätzlich acht Spiele mit zwei Toren in der Bundesligaaufstiegsrunde.
Spielerlaufbahn Beginn und erste Station in der Regionalliga Nord, bis 1965 Als Offensivspieler gehörte Puchmüller in der Saison 1963/64 bei seinem Heimatverein VfR Harburg der VfR-Mannschaft in der Landesliga Hamburg an, welche nach einem 2:1 im Entscheidungsspiel am 3. Mai 1964 gegen den TSV Uetersen, für die Aufstiegsspiele in die Regionalliga Nord zugelassen wurde.Walter Lang/DSFS: Fußball in Hamburg 1963 bis 1984. Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken. Sulingen 2012, S. 4 In der RL-Aufstiegsrunde setzte sich Puchmüller unter Trainer Ludwig Pöhler und an der Seite seines Angriffskollegen Manfred Pohla (36 Tore in der Landesliga) gegen die Konkurrenten VfL Oldesloe, SV Meppen und SC Leu Braunschweig mit 10:2 Punkten durch und schaffte den Aufstieg in die Regionalliga Nord.
Den Klassenerhalt erreichte Harburg 1964/65 aber nicht, mit 18:46 Punkten belegte der VfR den 17. Rang und stieg wieder umgehend in die Amateurklasse ab. Puchmüller, zumeist auf Rechtsaußen eingesetzt, hatte in 30 Ligaspielen vier Tore und Pohla in 27 Ligaspielen 14 Treffer für den VfR erzielt. Gewonnen hatte man die Spiele gegen VfB Oldenburg (4:2), VfL Wolfsburg (2:1), ASV Bergedorf 85 (2:1), VfV Hildesheim (4:1), SC Göttingen 05 (3:0) und Concordia Hamburg (2:1). Zwei deutliche Schlappen hatte es gegen Arminia Hannover am 21. März 1965 mit 0:10 und am 9. Mai 1965 mit 1:8 im letzten Rundenspieltag gegen den Meister Holstein Kiel gegeben. Gegen die „Störche“ waren Puchmüller und Kollegen mit dem Treffer von Pohla in der 17. Minute mit 1:0 in Führung gegangen und der Halbzeitstand hatte mit 1:2 noch nicht auf die hohe Schlappe mit 1:8 zum Endstand hingedeutet.Harald Igel/DSFS: Regionalliga Nord 1963 bis 1974, Band 1: 1963 bis 1969. Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken. Sulingen 2024, S. 53/54, 78/97 Zur Saison 1965/66 schlossen sich Puchmüller Concordia Hamburg und Pohla dem VfB Lübeck an und spielten damit weiter in der Regionalliga Nord.
Concordia Hamburg, Arminia Hannover und ASV Bergedorf, 1965 bis 1970 Mit der Mannschaft vom Stadion Marienthal erreichte Puchmüller 1965/66 unter Trainer Martin Wilke den 9. Tabellenrang; der Angreifer hatte 32 Ligaspiele für „Cordi“ absolviert und acht Tore an der Seite von Mitspielern wie Jochen Buchner, Heiner Castorff, Horst Engel, Harald Voigt, Claus Martens und Manfred Junke erzielt. Im November 1965 (1:0) und Februar 1966 (0:1) war er in den zwei Spielen gegen den VfB Lübeck auf seinen vormaligen Mannschaftskameraden aus Harburg, Manfred Pohla, getroffen.
In seiner zweiten Saison bei den Rot-Schwarzen, 1966/67, wurde der 6. Rang erreicht; die Neuzugänge Peter Ebert und Claus Vogler hatten zu dieser Verbesserung wesentlich beigetragen. Nach zwei Runden mit 52 Regionalligaeinsätzen und elf Toren unterschrieb er bei Titelverteidiger SV Arminia Hannover einen neuen Vertrag und wechselte nach Niedersachsen.
Er verhalf den „Blauen“ vom Stadion am Bischofsholer Damm 1967/68 nach langer Aufholjagd zur Titelverteidigung. Die Runde hatte wegen finanzieller und sportlicher Probleme zu innerbetrieblichen Auseinandersetzungen geführt. Er hatte unter Trainer Hans Hipp an der Seite der weiteren Neuzugänge Hendrikus van Meteren, Hans-Peter Lamparth und Winfried Mittrowski in 29 Ligaeinsätzen vier Tore erzielt und war dabei nicht nur als Flügelstürmer zum Einsatz gekommen. In der Hinrunde hatte Puchmüller unter Hipp sogar in sieben Spielen als Mittelläufer die Abwehr dirigiert.Harald Igel/DSFS: Regionalliga Nord 1963 bis 1974, Band 1: 1963 bis 1969. Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken. Sulingen 2024, S. 219 Bei dem 9:0-Kantersieg am 14. Januar 1968 bei Barmbek-Uhlenhorst glückte ihm auf Linksaußen ein Treffer; die Runde hatte der Mann aus Harburg am 13. August 1967 mit einem 3:1-Heimerfolg gegen BU auf Halbrechts eröffnet.
In der Bundesligaaufstiegsrunde hatten die Mannen um Klaus Forbrig, Meinhardt Messner und den alle acht Spiele bestreitenden Puchmüller (2 Tore) aber gegen Kickers Offenbach, Bayer Leverkusen, TuS Neuendorf und Tennis Borussia Berlin keine Chance. Mit 4:12 Punkten belegten sie den 5. Rang. Die ersten drei Spiele gegen Neuendorf, Tennis Borussia und Kickers Offenbach hatten die Arminen jeweils mit 0:1 verloren. Mit einem 3:2-Heimerfolg gegen Aufsteiger Offenbach verabschiedete sich Hannover aus der Aufstiegsrunde. Vor 15.000 Zuschauern hatte Puchmüller auf Halbrechts zwei Tore erzielt.Ulrich Merk, Andre Schulin, Maik Großmann: Bundesliga Chronik 1967/68. Agon Sportverlag. Kassel 2006. ISBN 978-3-89784-087-4. S. 193/194
Zum Meisterschaftshattrick reichte es 1968/69 dann aber nicht, die Hipp-Mannschaft belegte mit 38:26 Punkten den 5. Rang und der Höhenflug vom VfL Osnabrück begann. Puchmüller absolvierte 30 Ligaspiele und erzielte drei Treffer. Das Spiel der Arminen wurde durch eine zuverlässige Defensive getragen, welche in den Auswärtsspielen lediglich 15 Gegentreffer zuließ und damit den Bestwert der Regionalliga Nord erreichte. Puchmüller war in einigen Spielen auch als Außenverteidiger zum Einsatz gekommen. Zur Saison 1969/70 zog es ihn wieder nach Hamburg, er unterschrieb beim ASV Bergedorf 85 einen neuen Vertrag.
Bei den schwarz-weißen „Elstern“ vom Stadion Sander Tannen hatte der Ex-Nationalspieler der CSSR, Rudolf Krcil, das Traineramt übernommen, brachte aber kein Spielglück mit nach Bergedorf und wurde ab Januar 1970 vom langjährigen Trainer Heinz Werner abgelöst. Trotz des respektablen Innensturms mit Puchmüller, Horst Romes und Ernst Kreuz verloren die „Elstern“ am 17. August 1969 das Startspiel mit 0:3 gegen Phönix Lübeck. Nach vier Spieltagen wies Bergedorf ein Punktekonto mit 0:8 Punkten auf.
Am 21. Mai 1970 verabschiedete sich Bergedorf vor 517 Zuschauern mit einem 5:1-Heimerfolg gegen Leu Braunschweig aus der Regionalliga Nord. Die „Elstern“ standen mit 22:42 Punkten auf dem 17. Rang und Puchmüller hatte als Rechtsaußen zwei Tore gegen Leu erzielt. Nach insgesamt 160 Ligaeinsätzen mit 27 Toren endete im Sommer 1970 die Vertragsspielerkarriere von Edgar Puchmüller.
Literatur Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 336. Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine Norddeutschland. Agon Sportverlag. Kassel 2004. ISBN 3-89784-223-8. S. 301–305. Harald Igel/Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken (Hrsg.): Oberliga Nord 1947 – 1963, Band 2: 1956 bis zur Bundesliga. Sulingen 2023. Harald Igel/Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken (Hrsg.): Regionalliga Nord 1963 – 1974, Band 1: 1963 bis 1969. Sulingen 2024.
Einzelnachweise
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