Mad Love in New York (Originaltitel: Heaven Knows What) ist ein US-amerikanisches Filmdrama der Regisseure Josh und Benny Safdie aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch wurde von Josh Safdie und Ronald Bronstein geschrieben. Die Grundlage des Filmes war das Buch Mad Love in New York City von Arielle Holmes, die auch die Protagonistin des Filmes spielt. Der Film erzählt von Harley, einer jungen Obdachlosen in New York City, die Heroin-süchtig ist. Gewidmet ist der Film an Ilya Leontyev, dem ehemaligen Freund von Arielle Holmes, der im Central Park ein Jahr nach den Dreharbeiten aufgrund einer Drogenüberdosis tot aufgefunden wurde und im Film von Caleb Landry Jones gespielt wird.
Handlung Harley, eine obdachlose Heroinabhängige in New York, wird von ihrem ebenfalls obdachlosen Freund Ilya verlassen, nachdem sie ihn vor kurzem betrogen hat. Verzweifelt versucht sie, ihn zurückzugewinnen. Als sie ihn fragt, ob er ihr vergeben würde, wenn sie sterbe, stimmt er dem zu. Daraufhin kauft Harley Rasierklingen mit dem Geld, das sie beim Betteln erhalten hat. Ein gemeinsamer Freund, Skully, bittet sie eindringlich, Ilya zu vergessen und geht, um für sie Alkohol zu stehlen. Während Skully weg ist, kehrt Ilya zurück und fordert Harley dazu auf, sich selber umzubringen. Als sie sich tatsächlich die Pulsadern aufschneidet und anfängt, stark zu bluten, gerät Ilya in Panik und ruft einen Krankenwagen. Harley wird anschließend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.
Nach ihrer Entlassung trifft Harley gemeinsam mit ihrem Freund Skully Mike, einem Möchtegern-Drogendealer. Genervt von Skully sorgt Harley dafür, dass er verschwindet, um bei Mike zu bleiben und ihn als Quelle für Heroin nutzen zu können. Nach einigen Szenen, in denen beide versuchen, an Geld für Heroin zu kommen, geraten Ilya und Mike in einem Park in eine Schlägerei, die Harley beobachtet. Nachdem Ilya den Kampf verloren hat, steht er auf und verletzt Mike mit einem improvisierten Shuriken. Während Mike sich von seiner Verletzung erholt, gesteht Harley ihm, dass sie Ilya noch immer liebt. Als Mike von einer Überdosis nicht ansprechbar ist, stiehlt Harley sein Heroin.
Eines Nachts erhält Harley einen Anruf: Ilya ist nach einer Überdosis in einem Fast-Food-Restaurant bewusstlos geworden. Harley eilt dorthin und belebt ihn wieder. Anschließend versöhnen sich die beiden leidenschaftlich und besteigen einen Bus nach Miami. Während Harley schläft, verlässt Ilya den Bus allein und betritt ein leerstehendes Haus. In der Nacht löst eine Kerze neben seinem Bett einen Brand aus. Der von Drogen betäubte Ilya wacht verspätet auf und verbrennt in dem Feuer.
Harley wacht im Bus auf und bemerkt, dass Ilya nicht mehr da ist. Am Boden zerstört steigt sie aus und kehrt zu Fuß nach New York zurück. Sie besucht ein Fast-Food-Restaurant, in dem Mike gerade seinen Freunden von einer Schlägerei erzählt. Harley setzt sich schweigend zu Mike und seinen Freunden, während er seine Geschichte erzählt.
Produktion Josh Safdie traf die zu der Zeit obdachlose und drogenabhängige Arielle Holmes in New York, als er für seinen späteren Film Uncut Gems in Manhattans Diamond District Recherchen betrieb und sie Fremde für Kleingeld bat. Nachdem er sich mit ihr befreundet hatte, ermutigten die Safdie-Brüder Holmes, über ihre Erfahrungen zu schreiben. Das circa 150 seitige Manuskript diente daraufhin als Vorlage für das Drehbuch, das Josh Safdie und Ronald Bronstein schrieben.
Während der Dreharbeiten benutzte Arielle Holmes als Substitutionstherapie Methadon, nach den Dreharbeiten bezahlten die Safdie-Brüder ihr einen Entzug in einer spezialisierten Klinik in Florida.
Außer Caleb Landry Jones, der Ilya spielt, sind die meisten Schauspieler im Film Amateure und Freunde von Arielle Holmes. Buddy Duress, der den Drogendealer Mike spielt, wurde von Arielle Holmes, mit der er befreundet war, überredet, in dem Film mitzuspielen. Zu dem Zeitpunkt der Dreharbeiten kam er gerade aus der Gefängnisinsel Rikers und war obdachlos. Duress spielte in dem späteren Film Good Time der Safdie-Brüder zusammen mit Robert Pattinson. Direkt nach dem letzten Tag der Dreharbeiten wurde Duress ein weiteres Mal verhaftet.
Caleb Landry Jones weigerte sich für die Dreharbeiten in einem Hotel zu schlafen und folgte stattdessen Arielle Holmes und ihrem damaligen Freund Ilya, den Jones in dem Film spielte. Zwei Tage vor den Dreharbeiten erlitt der „echte“ Ilya eine Überdosis, und Caleb Jones und Josh Safdie konnten ihn so lange am Leben halten, bis der Rettungswagen ankam. In einer anderen Situation wurde Caleb Jones zusammen mit dem „echten“ Ilya gefilmt, wie dieser in einer Apotheke nach Heroin schrie, weswegen Jones Manager sich bei den Safdie-Brüdern beschwerte.
Der Director of Photography Sean Price Williams benutzte vor allem lange Objektive, um von einer so großen Entfernung wie möglich die Szenen zu filmen und eine geringe Schärfentiefe zu erreichen. Da das Objektiv so schwer war, mussten Tripods verwendet werden, was den Film von bisherigen Filmen der Safdie-Brüder unterscheidet, in denen vor allem Handheld-Kameras benutzt wurden.
Die Premiere des Filmes erfolgte bei den 71. Internationalen Filmfestspielen von Venedig am 29. August 2014.
Rezeption David Rooney vom The Hollywood Reporter beschrieb den Film als oft schwer anzusehen wegen des Ausmaßes des gezeigten Schmerzes und der Selbstzerstörung, lobte aber die überraschend berührenden und manchmal auch komischen Momente sowie die schauspielerische Leistung von Arielle Holmes. Er hob die beeindruckende, mutige Verwendung von Musik hervor. Verwendet wurden vor allem Debussy-Interpretationen von Isao Tomita, einem japanischen Komponisten, aber auch Musik von Bands wie der deutschen Band Tangerine Dream sowie weitere Songs im Stil von Black Metal.
Jordan Hoffman vomThe Guardian bezeichnete den Film als ein aufregendes, kreatives Stück Kino, das Härte und Stil vereine, ohne die Drogensucht zu romantisieren. Besonders lobte er Arielle Holmes schauspielerische Leistung, deren Energie ihn an die der Schauspielerin Gena Rowlands in Cassavetes besten Filmen erinnerte.
Kenji Fujishima vom Magazin Slant Magazin beschreibt den Film als einen der erschütterndsten filmischen Darstellung von Drogenabhängigkeit der letzten Jahre, die sich nicht auf formale Spielerein einlasse und stattdessen das menschliche Verhalten genau beobachtet.
Der Film gewann den Grand Prix und den Preis für die beste Regie im 27. Tokyo International Film Festival.
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2014 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Independent-Film Kategorie:Literaturverfilmung