Tempelhof-Schöneberg ist der siebte Verwaltungsbezirk von Berlin.Verfassung von Berlin, Artikel 4Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg: Bezirksbeschreibung Am hatte er Einwohner.

Im Jahr 2001 ist der Bezirk im Rahmen der Verwaltungsreform durch Fusion der bisherigen Bezirke Tempelhof und Schöneberg entstanden. Sitz des Bezirksamtes ist das Rathaus Schöneberg.

Das Mercedes-Benz-Werk im Süden des Bezirks zählt zu den größten privaten Arbeitgebern der Stadt Berlin. Am Bahnhof Südkreuz hat sich mit dem EUREF-Quartier ein Zentrum für die Energiewirtschaft etabliert.

Bekannt ist der Berliner Bezirk für das Tempelhofer Feld als Freizeitraum und Veranstaltungsfläche. Der Ortsteil Schöneberg ist u. a. für seine queere Szene im sogenannten ‚Regenbogenkiez‘ um den Nollendorfplatz berühmt.

Geographie Der Bezirk erstreckt sich von der südlichen Innenstadt Berlins weiter zur Südgrenze der Stadt. Der Bezirk ist sehr unterschiedlich besiedelt. In Schöneberg, dem bevölkerungsreichsten Ortsteil Tempelhof-Schönebergs, lebt mehr als ein Drittel der Bevölkerung des Bezirks. Friedenau ist der kleinste Ortsteil des Bezirks (und einer der kleinsten in Berlin), aber dafür der am dichtesten besiedelte Ortsteil Berlins.

Im Jahr 2014 wurde ein Tausch von Flächen mit dem angrenzenden Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg beschlossen. In: Berliner Abendblatt, 28. Februar 2014; abgerufen am 13. April 2014.

Stadtgebiet

Die Flächennutzung im Bezirk im Jahr 2008: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg auf Berlin.de; abgerufen am 31. März 2014. Tempelhof-Schöneberg insgesamt 5310 ha Gebäude- und Freifläche: 3076 ha (1719 ha Wohnfläche, 538 ha Gewerbe- und Industriefläche) Betriebsfläche: 27 ha Erholungsfläche: 584 ha (58 ha Sportplätze und Freibäder, 527 ha Grünanlagen und Camping) Verkehrsfläche: 1354 ha (862 ha Straßen, Plätze und Wege, 491 ha Bahn- und Flugplatzgelände) Landwirtschaftsfläche: 60 ha Waldfläche: 48 ha Wasserfläche: 42 ha Flächen anderer Nutzung: 118 ha (117 ha Friedhöfe) Freizeitflächen: 172 Kinderspielplätze (406.145 m²), 7 Hallen-, Frei- und Sommerbäder (8.493 m²), 115 Sportanlagen (343.864 m²), 1 Trabrennbahn (261.673 m²)

Ortsteile Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg unterteilt sich in sechs Ortsteile:

mini|hochkant=0.8|Funkhaus des Senders Deutschlandradio in Schöneberg mini|hochkant=0.8|Tempelhofer Feld mini|hochkant=0.8|Ullsteinhaus in Tempelhof mini|hochkant=0.8|Mercedes-Benz Digital Factory Campus in Marienfelde mini|hochkant=0.8|Rheingau-Gymnasium in Friedenau

Ortsteil und Ortslagen Fläche (km²) Ein­wohner Ein­wohner pro km² Lage 0701 Schöneberg Bayerisches Viertel Ceciliengärten Nollendorfkiez Kielgan-Viertel Rote Insel Siedlung Lindenhof Alboinplatz 10,60 0702 Friedenau 1,65 0703 Tempelhof Neu-Tempelhof Tempelhofer Feld 12,20 0704 Mariendorf Alt-Mariendorf 9,38 0705 Marienfelde 9,15 0706 Lichtenrade 10,10

Stadtquartiere und Plätze (Auswahl) mini|Akazienstraße in Schöneberg

Bayerisches Viertel Ceciliengärten, denkmalgeschützte Siedlung Rote Insel Siedlung Lindenhof Alboinplatz Bayerischer Platz Breslauer Platz Friedrich-Wilhelm-Platz Grazer Platz Innsbrucker Platz Kaisereiche Richard-von-Weizsäcker-Platz Leuthener Platz Nollendorfplatz Perelsplatz Platz der Luftbrücke Viktoria-Luise-Platz Wartburgplatz Winterfeldtplatz Wittenbergplatz

Parkanlagen mini|Teich in Lichtenrade mini|Friedhof Schöneberg III

Parks Heinrich-von-Kleist-Park Rudolph-Wilde-Park am Rathaus Schöneberg Natur-Park Schöneberger Südgelände Hans-Baluschek-Park Insulaner Bosepark, Lehnepark, Alter Park und Franckepark am Rathaus Tempelhof Volkspark Mariendorf Gutspark Marienfelde Freizeitpark Marienfelde Lichtenrader Volkspark Park am GleisdreieckFriedhöfe Alter St.-Matthäus-Kirchhof auf der „Roten Insel“ mit Grabstätten von Jacob und Wilhelm Grimm Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof in Schöneberg Friedhof Eisackstraße in Schöneberg Friedhof Schöneberg III in Friedenau mit Ehrengräbern von Marlene Dietrich und Helmut Newton Friedhof Lichtenrade Friedhof Marienfelde Christus-Friedhof in Mariendorf

Umwelt Das Umfeld des Bahnhofes Südkreuz ist seit 2006 für seine erhöhte Lärmbelastung bekannt.Unausgeschlafen am Südkreuz, taz, abgerufen am 4. August 2024.

Geschichte mini|Dorfkirche Marienfelde, erbaut im 13. Jahrhundert

1920–2000 Mit der Bildung von Groß-Berlin am 1. Oktober 1920 verlor Schöneberg seine Selbstständigkeit und bildete von da an gemeinsam mit Friedenau den 11. Berliner Verwaltungsbezirk Schöneberg. Der Bezirk Tempelhof wurde im gleichen Jahr aus den bis dahin zum Landkreis Teltow gehörenden Gemeinden Tempelhof, Mariendorf (ohne Südende), Marienfelde und Lichtenrade als 13. Verwaltungsbezirk gebildet.

Das Gebäude des Berliner Kammergerichts wurde in der Zeit des Nationalsozialismus für die Prozesse gegen Beteiligte des Attentats vom 20. Juli 1944 vom Volksgerichtshof für die Durchführung von Schauprozessen genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg war es bis 1948 Sitz des Alliierten Kontrollrats. Anschließend wurde das Gebäude bis 1990 von der Alliierten Luftfahrtsicherheitszentrale genutzt. 1971 unterzeichneten Vertreter der vier Alliierten Siegermächte hier das sog. Viermächteabkommen über den Status Berlins. Seit 1997 ist es wieder Sitz des Kammergerichts.

Der Bezirk Schöneberg gehörte von 1945 bis 1990 zum Amerikanischen Sektor von Berlin (West-Berlin). Im Rathaus Schöneberg hatten während der Teilung Berlins das Berliner Abgeordnetenhaus (bis 1993) und der Senat von West-Berlin ihren Sitz. mini|hochkant|Urban Nation Museum, Eröffnung 2017

Das Rathaus und die darauf zulaufenden Straßen waren der Ort vieler Kundgebungen und des Staatsbesuches des US-Präsidenten John F. Kennedy. Dort hielt er 1963 seine Rede mit dem berühmten Zitat „Ich bin ein Berliner“.

Seit 2001 Am 11. Juli 2000 haben die Bezirksämter Schöneberg und Tempelhof in einer gemeinsamen Sitzung beschlossen, dass der aus den bisherigen Bezirken Schöneberg und Tempelhof zum 1. Januar 2001 gebildete Bezirk den Namen Tempelhof-Schöneberg tragen soll: „Die Bezirksämter halten es für zweckmäßig, dem kraft Gesetzes zum 1. Januar 2001 gebildeten Bezirk unter Voranstellung des Namens des einwohner- und flächenmäßig größeren Bezirks den Doppelnamen ‚Tempelhof-Schöneberg‘ zu geben.“

Bevölkerung Am zählte der Bezirk Tempelhof-Schöneberg Einwohner auf einer Fläche von 53,1 Quadratkilometern. Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei Einwohnern pro Quadratkilometer und damit über dem Berliner Durchschnitt.

Jahr Einwohner 2001 333.489 2002 331.949 2003 330.514 2004 329.059 2005 327.765 2006 326.842 2007 325.951 2008 326.867 2009 328.097 2010 329.245 Jahr Einwohner 2011 329.361 2012 328.428 2013 331.822 2014 335.767 2015 341.161 2016 346.108 2017 348.739 2018 351.429 2019 350.984 2020 349.539 Jahr Einwohner 2021 348.523 2022 334.020 2023 336.070 2024 337.361 2025 339.042

ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Die unten stehenden Einwohnerzahlen (Stand: jeweils am 31. Dezember) basieren, abweichend von der Bevölkerungsfortschreibung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, auf Daten des Einwohnermelderegisters des Berliner Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten.Statistischer Bericht A I 5-hj 2/24. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2024. Bestand-Grunddaten. (PDF; 0,7 MB) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam 2025.

Bevölkerungsstruktur Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Struktur der Bevölkerung von Tempelhof-Schöneberg am 31. Dezember 2024.

Geschlecht Anzahl Anteil männlich 175.519 49,2 % weiblich 181.440 50,8 % Insgesamt 356.959 100 %     Altersgruppen unter 20 62.039 17,4 % 20 bis unter 40 102.313 28,6 % 40 bis unter 65 117.325 32,9 % ab 65 75.282 21,1 % Insgesamt 356.959 100 % Herkunft Anzahl Anteil Deutsche ohne Migrationshintergrund 204.528 57,3 % Deutsche mit Migrationshintergrund 68.849 19,3 % Ausländer 83.582 23,4 % Insgesamt 356.959 100 %   Wohnlagen einfache Wohnlagen bzw. ohne Angabe 89.407 25,1 % mittlere Wohnlagen 208.562 58,4 % gute Wohnlagen 58.990 16,5 % Insgesamt 356.959 100 % Religion Anzahl Anteil evangelisch 53.818 15,1 % römisch-katholisch 31.801 8,9 % sonstige bzw. keine 271.340 76,0 % Insgesamt 356.959 100 %

Das Durchschnittsalter im Bezirk lag am 31. Dezember 2024 bei 44,0 Jahren (Berliner Durchschnitt: 42,8 Jahre).

Gesundheit In Tempelhof-Schöneberg liegt die geburtenstärkste Klinik Deutschlands. 2021 kamen im St. Joseph Krankenhaus 4548 Kinder zur Welt.Leichte Geburtenzunahme in Berlin: St. Joseph Krankenhaus erneut geburtenstärkste Einzelklinik in Deutschland, Tagesspiegel, abgerufen am 10. August 2024.

Politik mini|Rathaus Schöneberg, Sitz des Bezirksbürgermeisters mini|Polizei-Standort in Tempelhof

Bezirksverordnetenversammlung Die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Bezirks Tempelhof-Schöneberg am 20. September 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Im November 2023 wechselten zwei Mitglieder der Linkspartei zum Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).

Bezirksbürgermeister Amtszeit Bezirksbürgermeister Partei 1. Januar 2001hapel.de abgerufen am 7. Juni 2017. – 19. Dezember 2001 Dieter Hapel CDU 19. Dezember 2001 – 23. November 2011 Ekkehard Band SPD 23. November 2011 – 17. November 2021 Angelika Schöttler SPD seit 17. November 2021 Jörn Oltmann Bündnis 90/Die Grünen

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist auf Landesebene im Rat der Bürgermeister und in der AG Ressourcensteuerung vertreten.Rat der Bürgermeister. berlin.de; abgerufen am 18. Mai 2019Kleine Anfrage der FDP. kleineanfragen.de; abgerufen am 18. Mai 2019

Bezirksamt Mitglieder des Bezirksamts (Stand: 2026):

Partei Funktion Geschäftsbereich Jörn Oltmann Bündnis 90/Die Grünen Bezirksbürgermeister Finanzen, Personal, Wirtschaftsförderung und Koordination Matthias Steuckardt CDU StellvertretenderBezirksbürgermeister Bürgerdienste, Soziales und Senioren Eva Majewski Sparacino CDU Bezirksstadträtin Stadtentwicklung und Facility Management Tobias Dollase parteilos, für CDU Bezirksstadtrat Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur Saskia Ellenbeck Bündnis 90/Die Grünen Bezirksstadträtin Ordnung, Straßen, Grünflächen, Umwelt und Naturschutz Oliver Schworck SPD Bezirksstadtrat Jugend und Gesundheit

Für den Bezirk sind die Amtsgerichte Schöneberg und Kreuzberg sowie die Finanzämter Schöneberg und Tempelhof zuständig.

Abgeordnetenhaus Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im Jahr 2026 führte im Bezirk Tempelhof-Schöneberg zu folgendem Ergebnis:

Wahlkreis Gebiet stärkstePartei Stimmen-anteil Direktkandidat Wahlkreis 1 Schöneberg-Nord Grüne 27,4 % Sebastian Walter Wahlkreis 2 Schöneberg-Süd Grüne 29,4 % Catherina Pieroth-Manelli Wahlkreis 3 Friedenau Grüne 28,1 % Christoph Strömer Wahlkreis 4 Tempelhof Die Linke 25,5 % Sarah Bremer Wahlkreis 5 Mariendorf CDU 24,9 % Roman Simon Wahlkreis 6 Marienfelde CDU 31,8 % Scott Körber Wahlkreis 7 Lichtenrade CDU 35,0 % Christian Zander

Bundestagswahlen Bei Bundestagswahlen bildet der Bezirk den Wahlkreis 80 Berlin-Tempelhof – Schöneberg. Direkt gewählte Wahlkreisabgeordnete waren 2005–2013 Mechthild Rawert (SPD) und 2013–2021 Jan-Marco Luczak (CDU). 2021–2025 war es Kevin Kühnert (SPD), seitdem ist es Moritz Heuberger (Bündnis 90/Die Grünen).

Wappen

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Das heutige Wappen wurde am 25. März 2003 durch den Senat von Berlin verliehen.

Wappenbeschreibung: In dem durch einen grünen Stab silbern-golden gespaltenen Schild über einem grünen Bogenschildfuß mit Mittelkuppe vorn ein schwebendes rotes Kreuz mit verbreiterten Enden, hinten ein schreitender roter Hirsch. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.