mini|Teichanlage im Arboretum von Arco. Im Hintergrund die Burgruine Arco. Das Arboretum von Arco ( vollständiger Name Parco Arciducale Arboreto di Arco) ist ein öffentliches Arboretum in Arco im Trentino. Die wissenschaftliche Leitung des kommunalen Parks untersteht dem Museum für Wissenschaften (it. Museo delle scienze – MUSE) in Trient.
Lage Die etwa 1 h große Parkanlage erstreckt sich auf einer Höhe von am nordwestlichen Rand der Altstadt unterhalb des Olivenhains von Arco. Der nur etwa 5 km südlich gelegene Gardasee und die bis zu hohen Berge, die Arco auf seiner Ost-, West- und Nordseite eingrenzen, sorgen für ein mildes Klima und lassen hier auch thermophile Pflanzenarten gedeihen.Walter Larcher, Fiorenza Tisi: Le stagioni degli alberi: Atlante fenologico dell’Arboreto Parco Arciducale di Arco. S. 17.
Geschichte mini|Küstenmammutbaum mini|hochkant|Avocado mini|Eingang Das Arboretum ist der verbliebene Teil des von Erzherzog Albrecht von Österreich-Teschen eingerichteten Parks, der ursprünglich eine Fläche von 5 h besaß.Walter Larcher, Fiorenza Tisi: Le stagioni degli alberi: Atlante fenologico dell’Arboreto Parco Arciducale di Arco. S. 18. Der Erzherzog hatte im Januar 1872 eine Immobile von den Grafen von Arco erworben, die er in den folgenden Jahren durch weitere Ankäufe noch vergrößerte. Auf diesem Grundstück ließ er neben einem Weinberg und einem Olivenhain auch eine Parkanlage sowie im oberen Teil ein Arboretum mit mediterranen und subtropischen Pflanzen anlegen.Selenio Ioppi: Di villa in villa: lo sviluppo urbano ad Arco fra la fine del 1800 e la prima metà del 1900. S. 87–90.
Nach dem Ableben von Erzherzog Albrecht 1895 erbte sein Neffe und Adoptivsohn Erzherzog Friedrich von Österreich-Teschen das Grundstück in Arco, in dessen Besitz es bis zum Untergang der Habsburgermonarchie im November 1918 war.Selenio Ioppi: Di villa in villa: lo sviluppo urbano ad Arco fra la fine del 1800 e la prima metà del 1900. S. 91. Mit dem Friedensvertrag von Saint-Germain ging das Grundstück als Kriegsentschädigung vorübergehend in den Besitz des italienischen Staates über. Nach den 1933 zwischen Italien und Ungarn unterzeichneten Verträgen von Rom, mit denen verschiedene nach dem Krieg offengelegte Kontroversen beigelegt wurden, gelangte die Immobilie in den Besitz von Albrecht II. von Österreich-Teschen, der auch ungarischer Staatsbürger war. Letzterer verkaufte sie 1947 an einen privaten Käufer. In der Folge ging das Arboretum in öffentlichen Besitz über.Selenio Ioppi: Di villa in villa: lo sviluppo urbano ad Arco fra la fine del 1800 e la prima metà del 1900. S. 98.
Nach Jahrzehnten, in denen das Arboretum sich selbst überlassen war, übergab die Provinz Trient das Gelände 1964 an den Kur- und Fremdenverkehrsverein von Arco. Letzterer betraute Professor Walter Larcher von der Universität Innsbruck mit der Sanierung der Anlage und im Jahr darauf konnte der Park für die Öffentlichkeit geöffnet werden.Richard Keller, Walter Larcher, Fiorenza Tisi, Romano Turrini: Arco nel suo verde. S. 224. Das von Walter Larcher vorgelegte Sanierungsprojekt sah auch die Einrichtung von Miniaturlandschaftszonen vor, in denen Bäume und Sträucher aus warmen Klimazonen angepflanzt wurden, um die Akklimatisierung dieser Arten wissenschaftlich zu dokumentieren.Walter Larcher, Fiorenza Tisi: Le stagioni degli alberi: Atlante fenologico dell’Arboreto Parco Arciducale di Arco. S. 19.
Zwischen 1993 und 1994 wurde die Parkanlage unter der wissenschaftlichen Mitarbeit des Museums für Naturwissenschaften von Trient unter Beibehaltung der von Walter Larcher aufgestellten Richtlinien aufgewertet. Zugleich wurde dem Museum die botanische Leitung des Arboretum anvertraut. Mit der Wiedereröffnung wurde das Arboretum von Arco Mitglied der Organisation Botanic Gardens Conservation International. Zwischen 2023 und 2025 wurde der Park mit einem Beitrag aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan botanisch neugestaltet. Dabei wurden ursprünglich im Park vorhandene und später verschwundene Pflanzen wie Kamelien, Zitrusfrüchte, Pistazien, Dattelpalmen, Ginkgos und nordamerikanische Nadelbäume wie Douglasien und Thujen wieder angesiedelt und gleichzeitig neue immergrüne Arten mit Winterblüte eingeführt, darunter Teepflanzen, neue ungewöhnliche Palmen, Baumfarne, Klivien und – in den neuen Gewächshäusern – Pflanzen von den Kanarischen Inseln wie die Dracaena cinnabari sowie tropische Arten wie Kaffee, Kakao, Mango und Bananen eingeführt.
Bestand Die über 150-jährige Geschichte des Arboretum von Arco spiegelt sich auch in seinem Baumbestand wider. Er birgt Baum- und Straucharten aus aller Welt, die überwiegend aus Nordamerika, dem Mittelmeerraum und Südostasien stammen. Als Teil des ehemaligen Parks, der die Villa des Erzherzogs Albrecht umgab, wurde er angelegt, um den Besuch auch im Winter angenehm zu gestalten, der Ende des 19. Jahrhunderts einer Art touristischer „Hochsaison“ entsprach. Erzherzog Albrecht entwarf ihn, um ungewöhnliche und seltene Pflanzen mit auffälliger Blüte und berauschendem Duft zu beherbergen.
Aus der Entstehungszeit des Parks stammen einige immergrüne Pflanzen wie die Mexikanische Zypresse, Lawsons Scheinzypresse oder der Küstenmammutbaum. Nur unwesentlich jünger sind die großen Steineichen im Eingangsbereich des Parks. Im Arboretum von Arco sind Arten aus verschiedenen Gegenden und mit unterschiedlichen Charakteristiken vertreten, wie Wildpflanzen, Nutzpflanzen, Zierpflanzen sowie exotische Pflanzen, die sich akklimatisiert haben oder solche, die unter ähnlichen klimatischen Bedingungen heimisch sind, wie sie auch in Arco anzutreffen sind.Walter Larcher, Fiorenza Tisi: Le stagioni degli alberi: Atlante fenologico dell’Arboreto Parco Arciducale di Arco. S. 28–30.
Die Anlage ist in verschiedene kleine Vegetationszonen aufgeteilt, in denen die Pflanzen gruppiert sind. Unter anderem finden sich eine Nadelbaumgruppe, eine mediterrane und submediterrane Pflanzengruppen, eine Macchiegruppe, eine Gruppe subtropischer Nutzpflanzen und eine asiatische Pflanzengruppe.Walter Larcher, Fiorenza Tisi: Le stagioni degli alberi: Atlante fenologico dell’Arboreto Parco Arciducale di Arco. S. 30.
Im Arboretum von Arco sind fast 400 Arten heimisch. Zu den besonderen Exoten zählen: Toromiro, ein Endemit von der Osterinsel. Der in der Natur seit dem 20. Jahrhundert ausgestorbene kleine Baum kommt nur in einigen wenigen botanischen Gärten in Europa und Südamerika vor. Er ist Gegenstand von Wiederansiedlungs- und Schutzprogrammen und gilt als Symbol für die bedrohte Artenvielfalt. Wollemie, 1994 in Australien entdeckte Baumart, der vor seiner Entdeckung nur als Fossil aus der Zeit der Dinosaurier bekannt war. In der Natur kommen weniger als 100 Bäume vor. Der im Arboretum in Arco befindliche Baum gehört zu einem vom Botanischen Garten Sydney 2024 gestarteten Programm, mit dem die Art als genetische Sicherheitsreserve erhalten werden soll.
Forschung Im Arboretum wird auch wissenschaftliche Forschung betrieben, vor allem im Bereich der Naturschutzbiologie. Mitarbeiter des MUSE führen hier Versuche zur Anzucht und Erhaltung vom Aussterben bedrohter Arten durch. Darüber hinaus werden im Arboretum die Entwicklungsphasen der Pflanzen im Laufe der verschiedenen Jahreszeiten dokumentiert. Aus den daraus gewonnenen Daten lassen sich Rückschlüsse ziehen, wie sich Pflanzen an das Klima eines bestimmten Ortes anpassen und verändern, und somit auch, wie sie darauf reagieren und so zu wertvollen Indikatoren für den Klimawandel werden können. Nicht zuletzt eignet sich das Arboretum für Versuche zum Anbau bedrohter und einheimischer Zierpflanzen, um deren verstärkte Nutzung in Parks und Gärten zu fördern und so zu ihrer Erhaltung beizutragen, auch durch eine weit verbreitete Kultivierung, während zugleich der Anbau exotischer Arten eingeschränkt wird, die potenziell invasiv werden könnten.
Literatur Richard Keller, Walter Larcher, Fiorenza Tisi, Romano Turrini: Arco nel suo verde. Cassa Rurale di Arco, Museo Tridentino di Scienze Naturali Trento, o. O, o. J. Selenio Ioppi: Di villa in villa: lo sviluppo urbano ad Arco fra la fine del 1800 e la prima metà del 1900. Il Sommolago, Arco 2004. Walter Larcher, Fiorenza Tisi: Le stagioni degli alberi: Atlante fenologico dell’Arboreto Parco Arciducale di Arco. Il Sommolago, Comune di Arco, Museo delle Scienze, Trento, o. O. 2012, ISBN 978-88-89521-25-0.
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