Amadeus-Emmanuel Hahn (, Amadeus-Emmanouil Hahn; * 26. Oktober 1800 (in einigen Quellen auch 1801) in Bern; † 22. Juni 1867 in Interlaken) war ein Schweizer Offizier, der für die Griechische Unabhängigkeit kämpfte. Er verbrachte den Grossteil seines Lebens in Griechenland und gehörte zu den treuen Anhängern König Ottos.

Leben Hahn war das älteste Kind von Maria und Johann Emanuel Hahn. Nach dem frühen Tod des Vaters verarmte die Familie. Emmanuel wuchs deshalb in einem Waisenhaus auf und absolvierte eine Bäckerlehre. Sein Name wird sowohl als Emanuel Amenäus Hahn als auch als Amadeus-Emmanuel Hahn angegeben. Er diente von 1818 bis 1823 in der Schweizer Armee. In dieser Zeit soll er auch ein Jahr an der königlichen Kadettenschule in Berlin gewesen und dann ins Füsilierbataillon in Wetzlar eingetreten sein. Hahn zählte zu den frühen Mitgliedern des philhellenischen Komitees Berns, in dessen Auftrag er 1825 nach Griechenland reiste, um sich dem griechischen Unabhängigkeitskampf anzuschliessen. Im Philhellenen-Bataillon unterstand er dem französischen Obersten Charles Nicolas Fabvier und kämpfte unter dessen Kommando 1826 bei der Karystos-Expedition (). Ferner gehörte er zu der militärischen Einheit, die die Versorgung der auf der Akropolis Athens belagerten Griechen sicherte, indem sie die Belagerung durch die Osmanen durchbrach. Er selbst sass anschliessend auch sechs Monate lang auf der Akropolis fest, erkrankte dort und wurde nach der Befreiung gesund gepflegt.

1828 nahm Hahn an der Schlacht von Chios teil. In dieser Zeit verfasste er das Buch Brief des Philhellenen Em. Hahn aus Griechenland, in dem er die damalige Situation in Griechenland beschrieb.

Nach der Befreiung Griechenlands 1832 blieb er in der griechischen Armee, wo er in den militärischen Rängen aufstieg. Er war 1833 Kommandant der Garnison von Patras und wurde 1837 zum Hauptmann der Infanterie befördert und zum Kommandanten des 4. Bataillons der griechischen Armee ernannt. 1843 diente er als Militärkommandant von Pylos (damals Navarino). 1844 erreichte er den Rang eines Obersten als Dank für seinen Einsatz im Unabhängigkeitskampf. Ein Jahr darauf nahm er aus gesundheitlichen Gründen Urlaub und besuchte seine Heimat. Im Herbst 1845 heiratete er die um 26 Jahre jüngere preussische Baronesse Maria Des Granges (1826–1849), die durch Komplikationen während ihrer Schwangerschaft 1849 verstarb.

Hahn wurde 1855 Adjutant von König Otto und übte ab 1860, inzwischen zum Generalmajor aufgestiegen, das Amt eines Inspektors der Infanterie aus. 1862 wurde er zum Befehlshaber des königlichen Feldzugs gegen die Revolutionäre von Nafplio ernannt, als es dort einen Aufstand () gab, dessen Ziel die Abdankung des Königs war. Nach blutigen Kämpfen trugen die Königstreuen unter Hahn den Sieg davon. Er soll den Aufstand als «militärische Meuterei, verräterisch und anarchistisch» () bezeichnet haben. Trotz der Niederlage der Revolutionäre liess sich die im Volk verbreitete Unzufriedenheit mit dem König nicht unterdrücken, und dieser musste noch im selben Jahr abdanken und Griechenland verlassen.

Hahn verliess das griechische Militär 1865 aus gesundheitlichen Gründen im Rang eines Generalleutnants und verstarb im Jahr 1867 in der Schweiz.

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