Der Purpurmistelfresser (Dicaeum sanguinolentum), Syn. Dicaeum sanguinolentum ablutum und 1923C. B. Kloss und H. C. Robinson: Dicaeum sanguinolentum ablutum. In: Journal of the Federated Malay States Museum, Band 11, S. 57, 1923, Digitalgems, ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).
Der Vogel ist endemisch auf den Kleinen Sundainseln auf Java und Bali.
Die Art wurde als konspezifisch mit Dicaeum rhodopygiale („Flores-Purpurmistelfresser“), dem Timor-Purpurmistelfresser (Dicaeum hanieli) und dem Sumba-Purpurmistelfresser (Dicaeum wilhelminae) angesehen, die jeweils als Unterarten (Ssp.) betrachtet und als Dicaeum sanguinolentum rhodopygiale, Dicaeum sanguinolentum hanieli bzw. Dicaeum sanguinolentum wilhelminae bezeichnet wurden. Im Jahre 2019 erfolgte die Aufspaltung in selbständige Arten.
Das Verbreitungsgebiet umfasst Bergwald, Sekundärwald und Waldränder in Lagen von 800 bis 2400 m. ü. M.
Der Artzusatz kommt von .
Merkmale Der Vogel ist 8–10 cm groß und wiegt etwa 8 g, ein kleiner, gedrungener Mistelfresser mit kleinem Schnabel und ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus. Das Männchen ist gleichförmig schwärzlich mit bläulichem Glanz an Kopf, Mantel, Flügeln, Bürzel und Schwanz. Die Kehle ist weißlich mit breitem, etwas unregelmäßig begrenztem scharlachrotem Fleck auf Kehle und Brust. Die übrige Unterseite ist gelbbraun mit einem breitem schwärzlichem Mittelstreif. Die Brustbüschel sind weiß, die Flanken dunkel schwärzlich-blau. Die Iris ist sehr dunkelbraun, der kurze, scharfe und leicht abwärts gebogene Schnabel ist schwarz, beim Jungvogel ist er an der Basis etwas orangefarben. Die Beine sind schwarz.
Das Weibchen ist sehr viel schlichter gefiedert, hat aber einen hellroten Bürzel und ebensolche Oberschwanzdecken. Die übrige Oberseite ist oliv-braun mit dunkleren, fast schwarz wirkenden Flügeln, der Schwanz ist schwärzlich. Die Unterseite ist matt oliv-braun, diskret mehr gelblich als die Oberseite.
Jungvögel sind an Kopf und Oberseite oliv-grau mit schwärzlichen Flügeln, ansonsten weibchenartig gefärbt. Die Unterseite ist matt olivfarben gelblich überhaucht.
Die Art kommt typischerweise in höheren Lagen vor als der im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommende Feuerkopf-Mistelfresser (Dicaeum trochileum), dessen Weibchen an der Oberseite etwas mehr olivgrün und am Bauch weißer ist. Andere ähnliche Mistelfresser auf Java haben einen roten, der Rubinkehl-Mistelfresser (Dicaeum trigonostigma) hat einen hell gelben Bürzel. Das Weibchen ist am Bauch gelblich mit weißlicher übriger Unterseite, nicht so gleichmäßig gelbbraun wie der weibliche Purpurmistelfresser.
Geografische Variation Die Art ist monotypisch.
Stimme Der Gesang wird als abwechslungsreiches, scharfes, hochtoniges Klicken, auch als summendes „whit’it’it“ oder als einfacheres, wiederholtes „whit“ beschrieben.
Lebensweise Die Art ist wahrscheinlich ein Standvogel. Die Nahrung besteht vermutlich hauptsächlich aus Larven, Spinnentieren und anderen kleinen Insekten, aber wohl auch aus Früchten, Nektar und Pollen. Gesucht wird meist im Wipfelbereich, einzeln oder paarweise.
Die Brutzeit dürfte im Januar und zwischen August und Dezember liegen. Das Nest aus Gras und Farm ist eiförmig und wird 6–7 m über dem Erdboden an einen Ast gehängt. Das Gelege besteht aus mattweißen Eiern.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur C. J. Temminck: Dicaeum sanguinolentum. In: Nouveau recueil de planches coloriées d'oiseaux, pour servir de suite et de complément aux planches enluminées de Buffon, Band 3, Heft 80, S. 478, Abbildung 2, 1829, Biodiversity Library Die 5 Bände wurden im Original in 102 Heften von 1820–1839 ausgeliefert. Siehe E. C. Dickinson. E. C. Dickinson: Systematic notes on Asian birds. 9. The Nouveau recueil de planches coloriées of Temminck & Laugier (1820–1839). In: Zoologische Verhandelingen, Band 335, S. 7–53, 2001, PDF
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF R. A. Cheke und C. Mann: Javan Flowerpecker (Dicaeum sanguinolentum), version 1.0. In: G. M. Kirwan, P. N. Maleko, B. K. Keeney und S. M. Billerman (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Dicaeum sanguinolentum J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026
F. E. Rheindt und J. A. Eaton: The taxonomy of the Blood-breasted Flowerpecker Dicaeum sanguinolentum complex. In: BirdingASIA, Band 31, S. 36–39, 2019,
Kategorie:Mistelfresser Kategorie:Endemisches Tier Indonesiens Kategorie:Endemisches Tier Javas