Die evangelische Michaelskirche steht in Unterensingen im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde Unterensingen gehört zum Kirchenbezirk Nürtingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die Kirche ist als Kulturdenkmal beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg eingetragen.

Geschichte mini|Ansicht von Unterensingen aus den Forstlagerbüchern von Andreas Kieser (1683) Die Michaelskirche liegt zusammen mit dem ummauerten Kirchhof – wie die meisten Michaelskirchen damals – auf einer leichten Anhöhe über dem historischen Zentrum von Unterensingen. Die heutige Kirche geht auf einen Bau aus dem 13. Jahrhundert zurück, möglicherweise eine spätromanische, in der Region übliche Chorturmkirche, von der im Osten nur der Sockel als Turmchor erhalten ist.Zu den ältesten Pfarrkirchen in Altwürttemberg gehören ihrem Patrozinium nach die Martinskirchen, die Michaelskirchen und die Marienkirchen. Sie wird 1419 zwar erstmals erwähnt, die Existenz einer Kirche an dieser Stelle kann jedoch bis ins Jahr 1275 zurückvollzogen werden. Sie kam 1453 von Württemberg an das Kloster Adelberg. Der in Bruchsteinmauerwerk errichtete verputzte Westturm über quadratischem Grundriss stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der einschiffige, verputzte Saalbau mit Satteldach und geradem Chorschluss wird in der heutigen Erscheinung maßgeblich von den Umbauten 1765 bestimmt. Die Fachwerkobergeschosse des Turms mit geschweifter Turmhaube und Laterne entstanden infolge eines Blitzeinschlags 1840. Architekt Johannes Wetzel (1926–2006; Stuttgart-Plieningen)Vita und Werk siehe leitete 1974 eine Kirchenrenovierung; eine weitere Innenrenovierung fand 2007 statt.

Baubeschreibung Das massive Bauwerk des Ostchors mit drei offenbar später mit Spitzbögen nach oben vergrößerten Fensteröffnungen lässt die Annahme wahrscheinlich erscheinen, dass es sich hier um einen romanischen Chorturm handelte, dessen obere Geschosse zugunsten des späteren und schlankeren Westturms abgetragen wurden. Das ursprünglich ostturmbreite Langhaus zwischen den beiden Turmsockeln wurde 1765 in Erweiterung neu gebaut und mit Spitzbogenfenstern, einer West- und Nordempore sowie mit einer Orgelempore im alten Turmchor versehen. Die Kanzel dürfte dabei zunächst statt des heutigen Kreuzes den Platz zwischen den beiden Südfenstern eingenommen haben und erst im 20. Jahrhundert bei einer der Kirchenrenovierungen bei neuer Ostausrichtung des Parterregestühls südlich an den Chorbogen versetzt worden sein.

Ausstattung Fenster Der Stuttgarter Glasmaler Adolf Valentin Saile schuf die Farbverglasung der zwei Schiff-Südfenster: 1963 ein Fenster mit neutestamentlichen Gleichnissen, 1985 eines mit dem Bildthema Der Erzengel Michael bindet den Satan in Ketten ().Ehrenfried Kluckert, Axel Zimmermann (Bearb.): Adolf V. Saile – Städtische Galerie Filderstadt, Kleines Kunst-Kabinett Bernhausen; vom 13.10.1985 – 6.11.1985. (Hrsg.) Städtische Galerie Filderstadt; Band 1: Ausstellungskatalog, Band 2: Werkverzeichnis. Filderstadt 1985, Nr. 1a/63/6 und Nr. 1a/85/1.

Altarbereich Für den Altarbereich schuf der Künstler Fritz Mühlenbeck (Weil im Schönbuch-Neuweiler) im Jahre 2008 einen Ambo aus Glas sowie ein Glas-Altarkreuz in Basaltstein.Fritz Mühlenbeck, Werkverzeichnis

Gedenktafel Am Nordportal befindet sich das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs von 1921 als geschulterte Segmentbogenrahmung nach dem Entwurf von Prof. Martin Elsaesser.

Literatur Norbert Bongartz, Jörg Biel: Kunst, Archäologie und Museen im Kreis Esslingen. Theiss, Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0319-9, S. 232–233.

Weblinks Die Michaelskirche auf der Website der Kirchengemeinde Die Michaelskirche auf kirchbau.de

Einzelnachweise

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