Cozy Stickerville ist ein kooperatives Familien-Legacy-Spiel von dem amerikanischen Spieleautor Corey Konieczka, das im Frühjahr 2026 bei dem Verlag Unexpected Games erschienen ist. Es wurde im gleichen Jahr neben Dito! und Morty Sorty Magic Shop für den Kritikerpreis Spiel des Jahres nominiert.

Thema und Ausstattung Bei Cozy Stickerville bauen die Mitspieler gemeinsam über mehrere Runden als Gruppe ein Dorf auf, wobei sie das Dorf mit verschiedenen Stickern gestalten. Während des Spiels, in dem sich das Dorf kontinuierlich weiterentwickelt, entscheiden die Mitspieler über die Aktivitäten der Dorfbewohner und deren Möglichkeiten, indem sie auf ihrem Dorfplan Aufkleber mit Gebäuden, Tieren und anderen Dingen dauerhaft platzieren. Auf diese Weise können sie die Optionen im Dorf gestalten und Geheimnisse entdecken, die Auswirkungen auf spätere Runden haben. Insgesamt wird das Spiel über einen Zeitraum von zehn Jahren gespielt, verlieren können die Spieler nicht.

Das Spielmaterial besteht neben einer Spielanleitung aus einem doppelseitigen Spielplan, einem Stickerheft, einem Storyheft, 120 Ereigniskarten, 60 Katalogkarten, einer Übersichtskarte 42 Markern für Nahrung, Holz, Gold und Erze, einer Spielstand-Box und zwei Würfeln.

Spielweise Spielvorbereitung Zur Vorbereitung des Spiels wird der Spielplan in der Tischmitte ausgelegt. In der ersten Runde entscheiden sich die Spieler für eine Seite und kleben entsprechend Anleitung acht Start-Sticker darauf; in den Folgerunden wird diese Seite für die kommenden zehn Runden genutzt. Die Marker werden als Vorrat neben dem Spielplan, zwischen den Runden werden sie in einer Spielstand-Box aufbewahrt. Der ungemischte Stapel mit den Katalogkarten kommt neben den Spielplan. Zuletzt werden die weiteren Aufbauregeln für das jeweilige aktuelle Jahr entsprechend dem Storyheft durchgeführt, wobei etwa für das erste Jahr Ereigniskarten, Start-Rohstoffe und weiteres Material benötigt werden.

Spielregeln Cozy Stickerville ist in Tage aufgeteilt, die jeweils die Spielrunden bestimmen. Die Spieler spielen reihum im Uhrzeigersinn und sie spielen so lange weiter, bis der Ereignisstapel leer ist. Dabei besteht jeder Spielzug aus einem Vormittag, an dem eine Ereigniskarte gezogen wird, und einem Nachmittag, an dem eine Aktion durchgeführt wird. Der Spielzug bzw. Tag beginnt entsprechend damit, dass der aktive Spieler die oberste Karte vom Ereigniskartenstapel zieht und laut vorliest, was an diesem Tag passieren wird. Die Karte kann eine Entscheidung verlangen, die die Spieler treffen müssen, und die jeweils eine auf der Karte vermerkte Auswirkung, auch langfristig, hat. Die Karte gibt zudem an, ob sie abgelegt wird oder im Spiel bleiben soll. Wird sie abgelegt, kommt sie auf einen offenen Ablagestapel. Bleibt sie im Spiel, wird sie so unter den Spielplan gesteckt, dass nur der untere Teil der Karte sichtbar bleibt. Diese Karten können dann von allen Spielern bei ihren Aktionen verwendet werden.

Im zweiten Teil der Runde entscheidet sich der aktive Spieler für eine Aktion, die er durchführen möchte. Die Aktionen können durch Karten oder Sticker vorgegeben werden, die Möglichkeiten vermehren sich entsprechend im Laufe des Spiels. Dabei gibt es drei grundsätzliche Typen von Aktionen: Story lesen: Bei dieser Aktion wird ein vorgegebener Abschnitt im Storyheft gelesen, der durch die Aktion vorgegeben wird. Hier müssen die Spieler teilweise neue Entscheidungen treffen und ihre Auswirkungen ausführen. Karte ziehen: Bei dieser Aktion muss der Spieler eine bestimmte Karte aus dem sortierten Katalogstapel nehmen und abhandeln. Danach werden die Karten auf denselben Ablagestapel wie die Ereigniskarten abgelegt. Kartenaktion: Bei dieser Aktion führt der Spieler eine Aktion einer ausliegenden Karte aus. Wenn der Spieler seinen Spielzug beendet hat, ist der nächste Spieler an der Reihe. Die aktuelle Runde endet, wenn am Ende des Spielzugs der Ereignisstapel leer ist. Dann werden alle „Jahresende“-Effekte der Karten im Spiel abgehandelt und die Gruppe trifft gemeinsam die geforderten Entscheidungen. Danach kann eine weitere Runde begonnen werden oder der Spielstand wird für einen späteren Zeitpunkt in einer Spielstand-Box gesichert.

Spielende Das Spiel endet nach der zehnten Runde bzw. dem zehnten Jahr. Abhängig von den Entscheidungen, die über die Spielrunden getroffen wurden, gibt es mehrere alternative Enden, die Spieler verlieren allerdings nicht. Zudem wird nach dem zehnten Jahr die Option freigeschaltet, mit der Rückseite eine weitere Dekade zu spielen, ohne ganz von vorn anfangen zu müssen.

Entwicklung und Rezeption Das Spiel Cozy Stickerville wurde von dem amerikanischen Spieleautor Corey Konieczka entwickelt und im Frühjahr 2026 von dem Verlag Unexpected Games veröffentlicht. Bereits im Folgejahr erschienen zwei weitere Auflagen des Spiels. Das Spiel erschien zeitgleich in Ausgaben auf Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch und Polnisch. In Deutschland wird es über Asmodee vertrieben.

Das Spiel wurde auf mehreren Plattformen positiv bewertet. Udo Bartsch bezeichnet das Spiel in seinem Blog „Rezensionen für Millionen“ als „reizvoll“ und bestätigt ihm eine „gute, entspannte und stets unterhaltsame Zeit.“ Er bemängelt, dass man im zweiten Durchlauf teilweise in seinen Auswahlmöglichkeiten beschränkter ist, weil die notwendigen Aufkleber bereits in der ersten Runde genutzt wurden, man sich also „für diejenigen Zuwander:innen oder diejenigen Gebäude entscheiden, die wir beim ersten Mal noch verschmäht haben.“ Das Spiel trage insofern zum Wohlfühlen bei, dass es die Spieler „(überwiegend) in dem bestärkt, was [sie] tun. Weil [sie] natürlich Dinge tun, von denen [sie] glauben, dass das Spiel sie belohnen wird. Dadurch ergibt sich eine recht simple Pädagogik: Wenn alle lieb zueinander sind, ist die Welt schön.“ Harald Schrapers stellt die Frage, ob „das überhaupt ein Spiel [sei]– oder eher eine Mischung aus Abenteuerbuch und Panini-Album?“ und antwortet sich selbst: „Ja, es ist ein Spiel. Denn wir müssen mit Ressourcen – Holz, Nahrung, Erz und Gold – haushalten, gelegentlich würfeln und kleine Suchaufgaben sowie Rätsel lösen.“ Einige Themen seien ihm zu sehr „in ein sehr einfaches und dann unpassendes Schwarz-Weiß-Schema gepresst. Schule etwa wird auf die Wahl zwischen „Klassenarbeiten“ oder „Spaß“ reduziert. Diese Art von Entscheidungen suggeriert Ja-Nein-Antworten, wo eigentlich eine differenzierte Betrachtung nötig wäre. Der gelegentliche Versuch, das Ganze mit Humor zu überdecken, gelingt für meinen Geschmack auch nicht immer.“ Insgesamt bewertet er das Spiel allerdings mit 5 von 6 möglichen Würfelaugen und schreibt: „Als kooperatives Dorfbau-Experiment ist Cozy Sticker Ville eine ungewöhnliche und trotz kleinerer Kritikpunkte sehr reizvolle Spielerfahrung.“

Im Mai 2026 wurde Cozy Stickerville gemeinsam mit den Spielen Dito! und Morty Sorty Magic Shop für das Spiel des Jahres nominiert. Die Jury begründet ihre Einschätzung wie folgt:

Belege Spielanleitung Cozy Stickerville, Unexpected Games 2026

Udo Bartsch: Cozy Stickerville, Rezension auf „Rezensionen für Millionen“, 13. April 2026; abgerufen am 11. Juni 2026. Harald Schrapers: Krakel Orakel, Rezension auf „games we play“; abgerufen am 3. Juni 2025. Cozy Stickerville Website des Spiel des Jahres e.V.; abgerufen am 11. Juni 2025.

Weblinks Cozy Stickerville Website des Spiel des Jahres e.V.

Kategorie:Spiel 2026 Kategorie:Kooperatives Spiel Kategorie:Legacy-Spiel