Schachverein Erkenschwick 1923 e. V. mini|Logo des Schachvereins Erkenschwick 1923 e. V. VereinsdatenGegründet: 1923Liga Bundesliga (Saison 2026/27)Vorsitzender: Frank StrozewskiMitglieder: 137 (Stand: Juni 2026)Spielstätte: Matthias-Claudius-ZentrumAm Schillerpark45739 Oer-ErkenschwickAnschrift: Eichendorffstr. 945739 Oer-ErkenschwickWebsite: schachverein-erkenschwick.de

Der Schachverein Erkenschwick 1923 ist ein deutscher Schachverein in Oer-Erkenschwick im Ruhrgebiet. Er gehört zum Schachverband Ruhrgebiet im Schachbund Nordrhein-Westfalen.

Geschichte Der Schachverein Erkenschwick entstand aus einer Gruppe schachbegeisterter Bergleute der Zeche Ewald Fortsetzung während der Zeit der Ruhrbesetzung.SV Erkenschwick. In: Gerd Schminder: Vestischer Schachkreis – Spielegemeinschaft Herne / Vest. 1906–1997. Vestischer Schachkreis, Recklinghausen 1998, S. 202–215, hier S. 202. Während des Generalstreiks der Bergarbeiter (als Antwort auf die Besatzung) vertrieben sie sich die Zeit vor allem mit Kartenspiel – und auch mit Schachspiel, wozu sie ein Schachbrett auf eine Richtplatte in der Schmiede des Tagesbetriebes ritzten. Schon bald beschlossen sie, einen Verein zu gründen. Am 12. März 1923 beantragten die Schachfreunde bei der Abteilung für Zivilangelegenheiten der 47. französischen Infanteriedivision eine „Dauergenehmigung für regelmäßige Spielstunden und Monatsversammlungen“.60 Jahre Schach in Oer-Erkenschwick. Schachverein Erkenschwick 1923, Oer-Erkenschwick 1983, S. 12. Der Chef du Bureau des Affaires Civiles genehmigte dies. Daraufhin konnte die Gründung am 10. August 1923 erfolgen. Erster Vorsitzender war Karl Claus. Nach seinem Rücktritt aus Altersgründen folgte ihm 1929 Heinrich Freund.60 Jahre Schach in Oer-Erkenschwick. Schachverein Erkenschwick 1923, Oer-Erkenschwick 1983, S. 29. Die Mannschaftsmeisterschaft 1924 im Vest Recklinghausen war der erste Wettkampf, an dem sich der junge Verein beteiligte. Bei der Mannschaftsmeisterschaft 1929 im Vest Recklinghausen wurde der SV Erkenschwick zweiter, der bis dahin größte Erfolg.

Nach der Unterbrechung des Spielbetriebes im Zweiten Weltkrieg genehmigte die britische Militärregierung 1946, dass Schachvereine wieder Meisterschaften austragen konnten. Um für den Schachsport zu werben, lud der SV Erkenschwick die Berufsspieler Fritz Sämisch und Georg Kieninger ein, der mit solchen Einsätzen ihren Lebensunterhalt verdienten.Schachverein besteht 40 Jahre. Französischer General erteilte die Genehmigung zur Gründung. In: Stimberg Zeitung, 11. Februar 1963. Sämisch spielte am 2. und 3. April 1946 vor einer großen Zuschauermenge gegen 27 Erkenschwicker simultan (22+, 3=, 2-) und gab eine Blind-Simultan-Vorstellung gegen 10 Vereinsspieler (7+, 2=, 1-).SV Erkenschwick. Protokollbuch 1945–1954, Protokoll vom 14. April 1946. Die Hoffnung auf neue Mitglieder erfüllte sich. Bei der Vestischen Mannschaftsmeisterschaft 1948 konnte der SV Erkenschwick erstmals mit drei Mannschaften antreten. 1954 gewann er die Amtsmeisterschaft im Amt Datteln. Seit 1955 richtete der SV Erkenschwick die offenen Stadtmeisterschaften aus.60 Jahre Schach in Oer-Erkenschwick. Schachverein Erkenschwick 1923, Oer-Erkenschwick 1983, S. 26. 1960 gelang der Aufstieg in die Verbandsliga.Peter Eisele, Halina Nitropisch (Red.); Stadt Oer-Erkenschwick (Hrsg.): „Ein starkes Stück in Nordrhein-Westfalen“. Chronik der Stadt Oer-Erkenschwick. Oer-Erkenschwick 1989, S. 213.

Auf erfolgreiche folgten schwierige Jahre. 1968 war die Mitgliederzahl auf 20 gesunken, die dritte Mannschaft musste abgemeldet werden. Mitte der 1970er Jahre drohte gar eine Vereinsauflösung.60 Jahre Schach in Oer-Erkenschwick. Schachverein Erkenschwick 1923, Oer-Erkenschwick 1983, S. 30. Ein neuer, anhaltender Aufschwung begann in den 1980er Jahren. 1981 gab es 47 Mitglieder, so dass eine vierte Mannschaft aufgestellt werden konnte. 1982 traten die ersten Frauen bei.

Persönlichkeiten des Vereins Kurt Tauscher wurde 1945 zum Vorsitzenden gewählt. Er war zwischen 1947 und 1970 sieben Mal Vereinsmeister, öfter als jeder andere.60 Jahre Schach in Oer-Erkenschwick. Schachverein Erkenschwick 1923, Oer-Erkenschwick 1983, S. 24. 1988, ein Jahr nach seinem Tod, begründete der SV Erkenschwick die Tradition seines Kurt-Tauscher-Gedächtnisturniers.

Mykola Korchynskyi wurde 2025 Europameister in der Altersklasse U16.

Sportliche Erfolge Seit der Spielzeit 2021/22 spielte die erste Mannschaft in der Oberliga NRW.Deutscher Schachbund: Ergebnisdienst: Oberliga NRW, 2021/22, abgerufen am 10. Juni 2026. 2025 stieg sie in die 2. Schachbundesliga auf.Deutscher Schachbund: Ergebnisdienst: Oberliga NRW, 2024/25, abgerufen am 10. Juni 2026. In der Spielzeit 2025/26 gelang dem SV Erkenschwick als Aufsteiger der „Durchmarsch“ in die Bundesliga.Deutscher Schachbund: Ergebnisdienst: Stichkampf am 22. März 2026 zum Aufstieg in die Schachbundesliga, abgerufen am 10. Juni 2026. Zudem wurde der SV Erkenschwick beim in Oer-Erkenschwick ausgetragenen Finale der Deutschen Pokal-Mannschaftsmeisterschaft (DPMM) 2026 Vizemeister hinter dem SC Viernheim.Deutscher Schachbund: „Vereinsgeschichte geschrieben“, 1. Juni 2026, abgerufen am 10. Juni 2026.

Erfolgreich waren in der Spielzeit 2025/26 auch die zweite Mannschaft (Aufstieg in die NRW-Liga), die dritte (Aufstieg in die NRW-Klasse) und die vierte (Aufstieg in die Verbandsklasse). Zwei Jugendmannschaften wurden in der Spielzeit 2025/26 NRW-Meister: die U20-Mannschaft und die U16-Mannschaft.

Kader Der Kader der ersten Mannschaft des Schachvereins Erkenschwick 1923 in der Spielzeit 2025/26: GM Ņikita Meškovs (Elo: 2540) GM Toms Kantāns (Elo: 2560) IM Arthur de Winter (Elo: 2455) GM Friso Nijboer (Elo: 2418) IM Robert Ris (Elo: 2445) GM Dennis De Vreugt (Elo: 2430) FM Mykola Korchynskyi (Elo: 2433) FM Frank Erwich (Elo: 2364) IM Jelmer Jens (Elo: 2370) IM Marc Erwich (Elo: 2359) IM Thomas Willemze (Elo: 2327) GM Harmen Jonkman (Elo: 2287) IM Alexander Van Beek (Elo: 2290) Alexander Langers (Elo: 2264) FM Heiko Kummerow (Elo: 2141) Max Lutze (Elo: 2267) FM Kai Spriestersbach (Elo: 2215)

Literatur 60 Jahre Schach in Oer-Erkenschwick (Festschrift). Schachverein Erkenschwick 1923, Oer-Erkenschwick 1983. SV Erkenschwick. In: Gerd Schminder: Vestischer Schachkreis – Spielegemeinschaft Herne / Vest. 1906–1997. Vestischer Schachkreis, Recklinghausen 1998, S. 202–215 (als Manuskript gedruckt).

Weblinks Vereinsseite Schachverein Erkenschwick 1923 bei schach.in

Fußnoten

Erkenschwick Kategorie:Sportverein (Kreis Recklinghausen) Kategorie:Vereinsgründung 1923