Nelly Zwicky, geborene Charlotte Cornelia, Pseudonym: Nelly Bergmann (* 27. Juli 1872 in Obstalden; † 26. März 1946 in Mollis) war eine Schweizer Pfarrerstochter, Schriftstellerin und Bergpionierin.
Leben Nelly Zwicky wuchs als Tochter von Pfarrer Caspar Lebrecht Zwicky mit ihren zwei Schwestern im Glarner Dorf Obstalden auf. Nach zwei Jahren in Zürich zog sie nach Bilten, wo sie mit 13 Jahren aus der Dorfschule entlassen wurde. Anschliessend wurde sie von ihrem Vater und einer ihrer älteren Schwester unterrichtet. Während ihrer Zeit im Töchterinstitut begann sie zu schreiben. Mit 20 Jahren zog sie nach Mollis, wo ihr Vater Pfarrer war. Ihren ersten Roman Die Wacht an der Rheingrenze schrieb sie 1897 unter dem Pseudonym Nelly Bergmann.
Zwicky unternahm zahlreiche Bergtouren, bevorzugt in den Glarner Alpen. 1902 bestieg sie mit ihrer Schwester Gustel den Tödi. Ob sie die ersten Frauen waren, die den Berg bestiegen haben, ist zweifelhaft. Zu ihren Bergtouren führte sie ein Tourenbuch mit Zeichnungen. Es wurde 2024 veröffentlicht unter dem Titel Zurückgeholt in die Gegenwart.
In Nelly Zwickys zahlreichen Erzählungen ist ihre Naturverbundenheit spürbar. In der fiktiven Geschichte Die Arbeiterin Anna Marti, erschienen 1910 im Sammelband Die Schweizer Frau, «werden Industrie und Fabrikarbeit noch rundweg glorifiziert und das liberale Wirtschaftssystem als Segen gefeiert».
Nelly Zwicky besass im Gyseneggli, Braunwald, bis zu ihrem Tod 1946 ein Ferienhaus.
Schriften
Die Wacht an der Reichsgrenze: Roman. Leipzig 1897. Das Erwachen: Roman. Georg Wigand, Leipzig 1902. Reisebilder und -bildchen aus Italien. R. Tschudy, Glarus 1914. Einsame Häuser: 2 Erzählungen. Schweizer Heimatkunst-Verlag, Weinfelden 1918. Gesammelte Skizzen. Schweizer Heimatkunst-Verlag, Weinfelden 1921. Die rote Wand: Roman. E. Pierson, Dresden 1923. Ratgeber für Konfirmandinnen. Herausgegeben vom Schweizerischen Verein der Freundinnen junger Mädchen. Druck F. Reinhardt, Basel 1923. «Bis ich wiederkomme»: eine Glarner Familiengeschichte. F. Reinhardt, Basel 1931. Wenn die Wasser steigen: zwei Erzählungen aus dem Glarnerland. F. Reinhardt, Basel 1937. Das Aufgebot: Erzählung. F. Reinhardt, Basel 1938.
Literatur Hermann Aellen: Schweizerisches Schriftsteller-Lexikon. Schweizer Heimatkunst-Verlag, Weinfelden 1918. Schweizerisches Zeitgenossen-Lexikon. Gotthelf-Verlag, Bern 1932, S. 1022. Elisabeth Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein Lexikon. J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 1981, ISBN 3-476-00456-2, S. 349 Doris Stump, Maya Widmer, Regula Wyss, unter Mitarbeit von Sabine Kubli: Deutschsprachige Schriftstellerinnen in der Schweiz 1700–1945. Eine Bibliographie. Limmat, Zürich 1994, ISBN 978-3-85791-214-6, S. 247. Karin Marti-Weissenbach: Mollis. Bäschlin, Glarus 2010, ISBN 978-3-85546-225-4, S. 220–222.
Weblinks
Literatur von und über Nelly Zwicky im Katalog der Landesbibliothek Glarus Publikationen von und über Nelly Zwicky im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek Literatur von und über Nelly Zwicky im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Schweiz) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Person (Kanton Glarus) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Frau