mini|hochkant|Wappen der Mohr von Wald Zunächst vom Wald, später dann Mohr von Wald (auch Mohr vom Wald, Mohr de Walde o. ä.) ist der Name eines im deutschen Sprachraum 1784 im Mannesstamm erloschenen moselländisch-eifelischen Uradelsgeschlechts, das einige bedeutende weltliche und kirchliche Amtsträger hervorbrachte.

Die Familie ist zu unterscheiden von dem wappenverschiedenen lothringischen Adelsgeschlecht Mohr von Sötern zu Burg Sötern, das 1520 im Mannesstamm ausstarb.Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 11. Abt.: Der Adel Deutsch-Lothringens, Nürnberg 1873, S. 41 (uni-heidelberg.de) u. Tfl. 28 (uni-heidelberg.de).

Geschichte Nach Alois Mayer bildete sich das Geschlecht aus den moselländischen Ritterfamilien von Senheim und von Braunshorn. Es hatte Lehen in Briedern, Poltersdorf und Peterswald im heutigen Landkreis Cochem-Zell und nannte sich ab 1241 „vom Wald“ (lat.: de Walda oder de Silva) nach seinem Besitz in Peterswald. Die Familie besaß ferner sponheimische Lehen an der Mosel, Weingärten zu Enkirch und einen Teil des Zehnten zu Kettig sowie den Rauchwein und ein Fuder Wein aus dem Kelterhaus zu Senheim.Bärsch (1844), S. 95 f.Alois Mayer: Die Ritter Mohr von Wald und ihr „Waldenhof“ in Daun. In: Heimatjahrbuch Vulkaneifel 2005 (heimatjahrbuch-vulkaneifel.de).

1327 erscheint ein Friedrich Moyr von Merle Wypling. Er wurde vom Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg († 1354) mit der Hälfte des Turms und Hofs zu Merl bei Zell belehnt. Dasselbe Haus zu Merl erhielt noch 1439 Hermann Moir vom Walde vom Trierer Erzbischof Jakob I. von Sierck († 1456) zum Lehen.Gritzner (1873), S. 43. Dessen gleichnamiger Vater Hermann Mohr von Wald (urkundlich 1391–1429) war der Erste, der nachweislich den Namen „Mohr von Wald“ führte. Er siegelte 1391 mit dem Stammwappen mit der Mohrenpuppe.Leist/Leist-Jakobs (1971), Sp. 93 ff.Schleicher (1996), S. 22–31. Mit ihm beginnt die sichere Stammfolge des Geschlechts (siehe unten).Kneschke (1865), S. 329.

Ritter Simon vom Walde, war für den Erzbischof Balduin von Luxemburg tätig. Er erscheint 1352 zweimal als Urkundenzeuge beim Manngericht des Erzbischofs.Alois Mayer (2025) behauptet, dass Ritter Aegidius/Gylis von Daun, Herr der Burg Daun, 1352 einen Ritter Friedrich, Vogt von Senheim, zusammen mit zwei anderen Rittern zu seinen Helfern in Daun nahm und dieser Friedrich von Senheim sich später Friedrich Mohr (Moro/Moir) nannte. Tatsächlich jedoch gehört dieser Friedrich, Vogt von Senheim, zu den wappenverschiedenen Herren von Senheim. Siehe hierzu: Hermann von Goeckingk: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 7. Abt.: Der abgestorbene Nassauische Adel, Nürnberg 1882, S. 29 (uni-goettingen.de). Ritter Friedrich von Senheim wird daher kein Bruder des Simon vom Walde gewesen sein. 1359 siegelte er mit dem Stammwappen mit den Büffelnhörnern.

mini|Burgmannsitz Waldenhof in Daun, 2020 1443 heiratete Wilhelm Mohr von Wald (urkundlich 1443–1484) Lucie von Daun, die als Mitgift Dauner Güter und Grundstücke in die Ehe einbrachte. Wilhelm Mohr von Wald ist in der Folge der erste nachweisbare Lehnsmann der Herren von Daun, vermutlich auch für das Burghaus Waldenhof, einen alten Ritter- und Burgmannsitz an der Burgmauer am Fuße von Burg Daun. Der Burgmannsitz war bei der Zerstörung der Stadt Daun durch Balduin von Luxemburg im Jahr 1352 stark beschädigt und um 1354 wiedererrichtet worden. Den Waldenhof besaß die Familie bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. Am 6. Oktober 1683 verkauften die Geschwister Mohr von Wald den Waldenhof samt Liegenschaften für 1500 Taler und einen Fuder Wein an den Grafen Wilhelm Johann Anton von und zu Daun (1621–1706), damals kaiserlicher Kammerherr in Wien. Damit endete die enge Bindung der Familie an Daun.

mini|hochkant|links|Maison Mohr-de-Waldt mit Mohr-de-Waldt-Turm am Place de Clairefontaine in der Stadt Luxemburg, 2016 Zuvor hatte sich der Fokus der Familie bereits Mitte des 16. Jahrhunderts durch zwei Ehen mit Töchtern der alteingesessenen Luxemburger Adelsfamilie von Lellich und entsprechenden Gütererwerb nach Luxemburg verschoben. So war schon Paul Dietrich (Paul Theodor) Mohr von Wald († 1636) Amtmann zu Echternach. Ab 1627 war er ferner Herr der Burg Richemont, acht Kilometer südlich von Thionville gelegen. Darüber hinaus war er Herr von Inglingen sowie Teilherr über Wolkringen. Sein Enkel Lothar Ferdinand Mohr von Wald (1661–1738), verheiratet mit Maria Luisa Franzisca von Warsberg, erwarb 1707 Schloss Betzdorf in Luxemburg. Über dem dortigen Toreingang ist das Allianzwappen der Familien Mohr von Wald und Warsberg noch erkennbar. Lothar Ferdinand Mohr von Wald war Provinzialrat in Luxemburg. Seine Kinder erhielten am 2. Oktober 1725 von Kaiser Karl VI. die Erlaubnis, Namen und Wappen des Geschlechtes Elter/Autel dem ihrigen beizufügen. Die Kinder und ihre Nachkommen nannten sich fortan Mohr von Wald von Elter (frz.: Mohr de Wald d'Autel) und führten ein entsprechend vermehrtes Wappen (siehe unten). 1985 druckte die Post Luxembourg die Maison Mohr-de-Waldt am Place de Clairefontaine in der Stadt Luxemburg als Motiv auf eine luxemburgische 10 Franc Briefmarke.Luxembourg 737 Mohr de Waldt 1985 auf hipstamp.com, abgerufen am 24. Juni 2026.

In Deutschland erlosch das Geschlecht im Mannesstamm mit dem Tod von Josef Anton Philipp Lothar Franz Johann Nepomuk Mohr vom Wald und Elter, Domherr zu Brixen, am 7. Oktober 1784. Seine mit Baron Josef Antoine Charles de Reinach-Hirtzbach verheiratete Schwester Maria Luise Mohr vom Wald (1761–1790) starb sechs Jahre später als Letzte des Geschlechts. Ein paar Jahre länger existierte noch eine Linie in Dänemark.

Persönlichkeiten Franz Wilhelm Mohr von Wald (?–1643) – Wallensteins Vertrauensmann Franz Wilhelm Mohr von Waldt (* vor 1596; † 20. Juli 1643 in Nürnberg) ist die historiografisch bedeutsamste Person des Geschlechts. Er stand seit 1614 in Kriegsdiensten und stieg im Dreißigjährigen Krieg zum kaiserlichen Oberst auf. 1621 geriet er als kaiserlicher Hauptmann im Kampf gegen Gabriel Bethlen in Gefangenschaft und wurde erst nach neun Monaten gegen Lösegeld freigelassen.Golo Mann: Wallenstein. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1971, S. 1022. Als Vertrauensmann Wallensteins führte er vor der Unterzeichnung des 1. Pilsener Revers (12. Januar 1634) letzte Verhandlungen im Schlafzimmer des kranken Generalissimus und unterzeichnete den Revers.Golo Mann: Wallenstein. 1971, S. 1024. Wenige Stunden nach dem 2. Pilsener Revers (20. Februar 1634) schickte Wallenstein ihn als Boten nach Wien, um nochmals mit dem Kaiser zu verhandeln.Golo Mann: Wallenstein. 1971, S. 1099. Die Verhandlungen scheiterten. Wallenstein wurde am 25. Februar 1634 in Eger ermordet. Nach Wallensteins Ermordung wurde Franz Wilhelm wegen Hochverrats angeklagt, verlor im Juli 1635 sein Regiment und wurde, da er Deutschordensritter und Komtur zu Münnerstadt war (Teutonische Ritterorden), dem Hochmeister Stadion zur Aburteilung übergeben. Er blieb bis zum 17. März 1637 in Gefangenschaft. Nach der Freilassung aus der Untersuchungshaft lebte noch 6 Jahre. Da er als Angehöriger des Deutschen Ordens Zölibat ablegen musste, hat er keine Kinder hinterlassen.

Johann Oswald Mohr von Wald (1621–1650) – Ermordung bei Wiesbaum mini|hochkant|Sühnekreuz von 1650 für Johann Oswald Mohr von Wald bei Wiesbaum, 2017 Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Johann Oswald Mohr von Wald, Herr von St. Peterswald und Reichsberg, am 17. Oktober 1650 bei Wiesbaum in der Eifel von umherstreifenden Soldaten ermordet. An der Stelle seines Todes wurde ein Steinkreuz errichtet. Das noch heute erhaltene Sühnekreuz von Wiesbaum, ein 3,70 Meter hohes Sandsteinkreuz, trägt die lateinische Inschrift:

(Übersetzung: Hier fiel der edle und ehrenwerte Herr Johann Oswald Mohr von Wald, Herr von St. Peterswald und Reichsberg, den im blühenden Jünglingsalter umherschweifende Soldatenhand am 17. Oktober 1650 niederstreckte. Seine Seele ruhe in heiligem Frieden. Amen.)

Das Kreuz ist ein geschütztes Kulturdenkmal. Es zeigt das elterliche Allianzwappen der Familien Mohr vom Wald und Schilling von Lahnstein sowie die Inschrift HODIE MIHI – CRAS TIBI (Heute mir – morgen dir).Georg Bärsch: Eiflia illustrata. Köln/Aachen/Leipzig 1844.

Lothar Friedrich Mohr von Wald (1659–1713) – Domkapitular zu Speyer Lothar Friedrich Mohr von Wald (* 10. April 1659 in Trier; † 21. Februar 1713 in Speyer) war Domkapitular zu Speyer und Kanoniker am Ritterstift Bruchsal.Philipp Weindel: Der Dom zu Speyer: Geschichte, Beschreibung. 1990, S. 34, ISBN 3-87382-028-5.Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte: Archiv für Mittelrheinische Kirchengeschichte, Bd. 47, 1995, S. 230. Er war nach Johann Peter Lothar Mohr von Wald, der mit einer von Kerpen verheiratet war, der zweite Sohn seines Vaters Lothar Friedrich Mohr von Wald und dessen Gattin Sabina Agnes von der Horst.Verein für Luxemburger Geschichte, Literatur und Kunst: Ons hémecht, Luxemburg, 1897, S. 477 (Internet Archive). Der Familienzweig war offenbar in Luxemburg ansässig. In Koblenz absolvierte er seine Studien der Humanität und wählte eine geistliche Karriere. Der Trierer Erzbischof und Speyerer Bischof Johann Hugo von Orsbeck empfahl ihn persönlich ans Collegium Germanicum nach Rom, wo Lothar Friedrich Mohr von Wald 1681–86 Philosophie bzw. Theologie studierte und in den Annalen als „Alumnus von ausgezeichneter Tugend“ sowie als Luxemburger vermerkt ist. Anschließend erhielt der Kleriker die Priesterweihe. Er wurde Domkapitular und Kantor am Speyerer Dom sowie Kanoniker am Ritterstift Bruchsal. 1689 hatten die Franzosen Speyer niedergebrannt und der Dom verkam zur Ruine. Das Domkapitel flüchtete zunächst nach Heidelberg, dann nach Frankfurt am Main und kehrte als Körperschaft erst 1702 in die Bischofsstadt zurück. 1711 ließ Lothar Friedrich Mohr von Wald, im Rahmen der allmählichen Domrenovierung, die dortige Bernhardskapelle wiederherstellen und stiftete in ihr einen Altar zu Ehren des Hl. Bernhard von Clairvaux (einer der Dompatrone) und der Hl. Cäcilia, Patronin der Kirchenmusik. Er verfügte auch, dass in Verbindung mit diesem Benefizium besonders die Kirchenmusik gepflegt werden solle. Lothar Friedrich Mohr von Wald starb 1713, wurde unter dem ebenfalls aus Luxemburg stammenden Bischof Heinrich Hartard von Rollingen an der äußeren Südmauer der Kathedrale, im früheren Kreuzgangbereich, beigesetzt und erhielt dort ein schönes Epitaph. Dieses zeigt ihn kniend vor dem von ihm gestifteten Altar, welcher von St. Bernhard und St. Cäcilia flankiert wird. Der Grabstein, besonders das Gesicht des Geistlichen, wurde wohl bei der Domplünderung 1794 beschädigt und befindet sich heute eingemauert in der nördlichen Langhauswand des Speyerer Domes (Innenbereich).

Stammfolge Die folgende Stammfolge wurde von Carl Friedrich Schilling von Canstatt 1807 veröffentlicht, ergänzt um Angaben bei Johann Maximilian von Humbracht, Christian von Stramberg, Maximilian Gritzner, Herbert M. Schleicher und Alois Mayer,Schilling von Canstatt (1807).Humbracht (1707), Tfl. 156.Stramberg (1865), S. 566 ff. sowie in mehreren Einzelquellen, die in den jeweiligen Einzelnachweisen angegeben sind:

Wappen Stammwappen

Blasonierung des Stammwappens: Geteilt. Oben von Gold und Schwarz in zwei Reihen (à vier Plätzen) geschacht, unten golden und leer. Die Helmzier ist unterschiedlich: Bei den „Mohr von Wald“ 1391 auf dem Helm ein Mohrenrumpf mit golden und schwarzer, hinten abfliegender Kopfbinde, in einem wie der Schild gezeichneten Kleid.Gritzner (1873), S. 43. Bei den „vom Wald“ 1359 und 1489 auf dem Helm zwei Büffelhörner tingiert wie der Schild oder 1518 ein langer oben mit einem Blatt besteckter Schaft.Goeckingk (1882), S. 40.