mini|Marie Döbeli

Marie Döbeli, verheiratete Huber, Pseudonym: Maria von Lindenberg (* 23. Februar 1868 in Sarmenstorf; † 14. September 1900 in Grindelwald) war eine Schweizer Lyrikerin und Schriftstellerin.

Leben Marie Döbeli ging als ältestes von drei Kindern schon mit fünf Jahren mit Siebenjährigen in die Gemeindeschule Sarmenstorf. Ab 1883 besuchte sie das Töchterinstitut Heiligkreuz in Cham. Nach dem Tod ihrer Mutter half sie mit 18 Jahren dem Vater, das Blumengeschäft zu leiten. Sie beteiligte sich an einem Preisausschreiben und gewann mit ihrem Gedicht den ersten Preis. Darauf begann sie, ihre Lyrik an Zeitschriften zu schicken, die sie zum Teil veröffentlichten. Ab 1896 war sie in Zürich Mitredaktorin des Schweizer Frauenheims und besuchte daneben literarhistorische Kollegien an der Hochschule. 1897 heiratete sie den Arzt Huber in Grindelwald.

1896 erschienen ihre Gedichte Schlichte Weisen, deren erste Auflage in sechs Wochen vergriffen war. Sie blieb kinderlos, starb 32-jährig an einem Hirnschlag in Grindelwald und wurde gemäss ihrem Wunsch in Sarmenstorf begraben. Nach ihrem Tod wurde die Marie Döbeli-Stiftung eingerichtet für unbemittelte Mütter. Ihre Novellen, die im Schweizer Frauenheim erschienen, sind «eher wenig ansprechend».

Zu Schlichte Weisen war in Am häuslichen Herd zu lesen: «temperamentvolle, gesinnungsstarke Gedichtsammlung, in welcher auch die Form in einer Weise bewältigt ist, wie man es bei Frauen und auf schweizerischem Boden selten findet. Sie hinterlässt den Eindruck des Echten, Durchlebten, und häufig sogar des Organischen.»

Schriften Schlichte Weisen: Gedichte. Verlag des Schweizer Frauenheim, Zürich 1896. Auf der Alm: Novelle. 1897. Verkannt: Novellette. 1897. Es hat nicht sollen sein: Novelle. 1898. Seine Geschichte: Novelle. 1898. Friede: Novelle. 1899. Des eisernen Kanzlers Jugendliebe, nacherzählt. 1899.

Literatur Biographisches Lexikon des Aargaus 1803–1957. H. R. Sauerländer & Co., Aarau 1958, S. 152 (online). Burechost: mundartliche Dichtungen. Herausgegeben unter der Mitwirkung schweizerischer Schriftsteller und Schriftstellerinnen von J. Reinhart. Sauerländer, Aarau 1899. Aargauisches Dichterbuch: Festschrift zur Aargauischen Centenarfeier 1903. Herausgegeben von der Literarischen Gesellschaft Aarau. Druck und Verlag Emil Wirz, vorm. J. J. Christen, Aarau 1903, S. 88–90. Martin Baur: Geschichte von Sarmenstorf. Benziger & Co. AG., Einsiedeln 1942.

Marie Döbeli. In: Am häuslichen Herd, Band 4 (1900–1901), Heft 2, S. 43–45 (online). † Marie Döbeli. In: Der Bund, Vol. 51, Nr. 259, 18. September 1900 (online). † Marie Döbeli. In: Schweizer Frauenheim, 22. September 1900, S. 457. Elisabeth Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein Lexikon. J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 1981, ISBN 3-476-00456-2, S. 141 Doris Stump, Maya Widmer, Regula Wyss, unter Mitarbeit von Sabine Kubli: Deutschsprachige Schriftstellerinnen in der Schweiz 1700–1945. Eine Bibliographie. Limmat, Zürich 1994, ISBN 978-3-85791-214-6, S. 57. Jörg Baumann: Von Döbeli über Stäger bis Wiederkehr: Im Tal der toten und vergessenen Freiämter Dichter. In: Aargauer Zeitung, 10. Dezember 2022 (online).

Weblinks Literatur von und über Marie Döbeli im Katalog der Aargauer Kantonsbibliothek Publikationen von und über Marie Döbeli im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Erzählung Kategorie:Novelle Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Schweiz) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1868 Kategorie:Gestorben 1900 Kategorie:Frau