René de Moraine, eigentlich Louis Pierre René Margault de Moraine alternativ auch Demoraine bezeichnet (* 13. April 1816 in Paris; † 19. November 1879 in Montrouge), war ein französischer Maler, Aquarellist, Illustrator und Lithograf des 19. Jahrhunderts.
Leben und Werk
René de Moraine kam im April 1816 im alten 12. Arrondissement von Paris als Sohn von Joseph Margault de Moraine, einem Typografen und Buchdrucker, und dessen Ehefrau Marie Marguerite Agathe Coupé zur Welt. Seine künstlerische Ausbildung im Zeichnen und Malen erhielt er im Atelier des namhaften Schlachtenmalers und Lithografen Nicolas-Toussaint Charlet. Im Jahr 1836 heiratete er Louise Alexandrine Caron.
Unter dem Künstlernamen „R. de Moraine“ stellte er zwischen 1848 und 1864 regelmäßig im renommierten Pariser Salon aus. Den Schwerpunkt seiner dort präsentierten Arbeiten bildeten fein ausgearbeitete Aquarelle, die meist von historischen Ereignissen, Militärszenen oder zeitgenössischen politischen Umbrüchen inspiriert waren.
Ab dem Revolutionsjahr 1848 arbeitete Moraine eng mit dem Kupferstecher Ferdinand Delannoy und der Druckerei Mangeon in der Rue Saint-Jacques zusammen. Aus dieser Kooperation gingen zahlreiche grafische Blätter hervor, darunter bekannte Darstellungen der Pariser Barrikadenkämpfe der Februarrevolution 1848Barricades du 24 février 1848. Katalogeintrag der Bibliothèque nationale de France (BnF), abgerufen am 9. Juni 2026 (französisch).. Im selben Jahr beauftragten ihn die Verleger Eugène und Victor Penaud mit der Anfertigung von zwölf Aquarellen für die Frontispizien der zwölfbändigen Erstausgabe der Mémoires d’outre-tombe von François-René de ChateaubriandLouis Pierre René de Moraine ou Demo-raine (1816–1879). Notiz zu L’Atelier de Canova à Rome im Maison de Chateaubriand auf La Nouvelle Athènes, abgerufen am 9. Juni 2026 (französisch)., die ebenfalls von Delannoy in Kupfer gestochen wurden. thumb |Schlacht von Ruvo In den 1850er Jahren wandte sich Moraine verstärkt der Technik der Chromolithografie (Farbsteindruck) zu, wobei seine Werke in der berühmten Druckerei Lemercier vervielfältigt wurden. Neben Historienbildern – wie einer Darstellung der Schlacht bei Balaklawa (1854) oder der historischen Schlacht von Ruvo – schuf er auch Vorlagen und Dekormotive, die von der bekannten Steingutfabrik (Faïencerie) von Jules Vieillard in Bordeaux für kunsthandwerkliche Keramiken übernommen wurden.
In seinen letzten Lebensjahren lebte der Künstler in der Pariser Vorstadt Montrouge, wo er am 19. November 1879 im Alter von 63 aus dem Leben schied.
Illustrierte Werke (Auswahl) Antoine Galland (Übers.): Les Mille et une nuits : contes arabes (Tausendundeine Nacht). Überarbeitet von Abbé Lejeune. Librairie de l'enfance et de la jeunesse P.C. Lehuby, Paris 1843. Émile Marco de Saint-Hilaire: Histoire de la campagne de Russie pendant l'année 1812... (Geschichte des Russlandfeldzuges von 1812). 2 Bände, E. Penaud, Paris 1846–1848. Lucien Bessières: Panthéon des martyrs de la liberté, ou Histoire des révolutions politiques... (Pantheon der Märtyrer der Freiheit). 5 Bände, E. und V. Penaud frères, Paris 1848–1850. François-René de Chateaubriand: Œuvres complètes (Gesammelte Werke). Illustriert zusammen mit G. Staal und Ferdinand. 10 Bände, E. und V. Penaud frères, Paris 1849–1850. Jules Gérard: Les chasses d'Afrique (Die Jagden in Afrika). Illustriert zusammen mit François Grenier de Saint-Martin. Maison Martinet, Paris 1862. Paul Féval: Les tribunaux secrets : ouvrage historique (Die geheimen Tribunäle). Illustriert zusammen mit Gustave Staal und Gustave Janet, Gravuren von Alexandre Ferdinandus. 2 Bände, Legrand et Crouzet, Paris 1864–[1880?].
Literatur
Weblinks
René de Moraine beim Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie (niederländisch)
Einzelnachweise
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