Das Quang San Art Museum (kurz QSAM) ist ein privates Kunstmuseum in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam. Es befindet sich im Stadtbezirk An Khánh. Das im Juni 2023 eröffnete Museum ist eigenen Angaben zufolge das erste private Kunstmuseum der Stadt.

Geschichte Das Quang San Art Museum ging aus einer über zwei Jahrzehnte aufgebauten Privatsammlung vietnamesischer Gemälde hervor. Mit der öffentlichen Präsentation dieser Sammlung ging der Gründer, Nguyễn Thiều Quang, von einer privaten Bewahrung zu einer öffentlichen Institution über.

Der Name des Museums setzt sich aus zwei Elementen zusammen: „Quang“ ist der Familienname des Gründers und „San“ der Name seiner Mutter. Im Sino-Vietnamesischen lässt sich „Quang San“ mit „heller Berg“ übersetzen. Vorsitzender des Museums ist Nguyễn Thiều Kiên.

Gebäude und Architektur Das Museum liegt auf einem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück am Ufer des Saigon-Flusses. Der Entwurf stammt vom Architekten Ngô Viết Nam Sơn. Laut dem Museum wurde das Gebäude als Dialog zwischen traditioneller vietnamesischer Architektur und zeitgenössischen Gestaltungsprinzipien konzipiert. Neben den Ausstellungsräumen verfügt das Gelände über einen Garten und einen Skulpturenhof.

In dem mehrstöckigen Museumsgebäude ist jeweils eine Etage einem eigenen Zeitabschnitt der (Kunst-)Geschichte Vietnams zugeordnet. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss, Bereich A (Floor G & 1A), sind Werke aus der Indochina-Periode (1925–1945) ausgestellt. Im ersten Obergeschoss, Bereich B (1B), sind Werke aus der Widerstandsperiode (1945–1975) ausgestellt. Das zweite Obergeschoss (2. Stock) ist der zeitgenössischen vietnamesischen Kunst (seit 1975) gewidmet.

Sammlung Die Sammlung umfasst nach Angaben des Museums über 1600 Werke, die einen Zeitraum von der französischen Kolonialperiode in Indochina bis in die Gegenwart abdecken.

Indochina-Periode (1925–1945) Dieser Bereich dokumentiert die Kunst der Kolonialzeit, in der französische und vietnamesische Künstler im Umfeld der 1925 in Hanoi gegründeten École des Beaux-Arts de l'Indochine (Indochinesische Schule der Schönen Künste) wirkten. Zu den vertretenen Künstlern zählen unter anderem:

Lê Phổ (Maternité, 1940), Nguyễn Gia Trí (Les Villageois, 1939, Lack auf Holz), Nguyễn Phan Chánh (Rural market, 1937), Trần Văn Cẩn (Portrait of a woman, 1941), Nguyễn Tường Lân (Fishing village, 1934), Joseph Inguimberty (Two Vietnamese girls in a landscape, 1940–1943), Évariste Jonchère (Le moine et le novice, 1934) und Alix Aymé (Paysage, 1955).

Widerstandsperiode (1945–1975) In diesem Abschnitt sind Werke vertreten, die während des Ersten und Zweiten Indochinakriegs entstanden sind. Zu den vertretenen Künstlerinnen und Künstlern zählen unter anderem Văn Cao (Drinking in the Highlands, 1964), Dương Bích Liên (The Nurse, 1968–1972), Mai Long (Ethnic Woman, 1972), Nguyễn Hiêm (Reading a Letter from the Battlefront, 1964–1966) sowie Lê Bá Đảng (Harlequin, 1963) und Lê Công Thành (Love in the Sunny Paddy Field, undatiert).

Zeitgenössische vietnamesische Kunst (1975 bis heute) Dieser Bereich zeigt Werke aus der Zeit nach der Wiedervereinigung Vietnams und der Đổi-Mới-Reformperiode ab 1986.

Zu den Vertretern dieser Kunstepoche zählen unter anderem:

Nguyễn Trung (Hội An Ancient Town, 1992, Ölgemälde), Nguyễn Quân (Great Altar, 1993) und Bửu Chỉ (St. Valentine, 1999) und Đào Minh Tri (Pushing Away the War, 1996).

Weblinks

Website des Museums QSAM's Collection About QSAM

Einzelnachweise

Kategorie:Kunstmuseum in Vietnam Kategorie:Organisation (Ho-Chi-Minh-Stadt) Kategorie:Museumsgründung 2023