mini|hochkant|Ilaiyaraaja (2017) Ilaiyaraaja (; * 1943 in Pannaipuram, Tamil Nadu, als R. Gnanathesikan) ist ein indischer Komponist und Musiker, der durch seine Filmmusik im südindischen Kino bekannt wurde. Seit seinem Durchbruch mit dem tamilischen Film Annakili (1976) komponierte er Musik für mehr als 1000 Filme in neun Sprachen und schrieb mehr als 8000 Filmlieder. Sein Werk umfasst tamilische Volks- und Balladentraditionen sowie karnatische Musik, westliche Harmonik und orchestrale Formen und hatte großen Einfluss auf die indische Filmmusik.
Leben Ilaiyaraaja wuchs in einer armen, sozial marginalisierten Familie auf; sein Vater, ein Aufseher auf einer Kardamom-Plantage, sang Volkslieder und Balladen und starb, als Ilaiyaraaja sieben Jahre alt war. Nach dem Tod des Vaters trug seine Mutter Chinnathayammal die Versorgung der Familie, während er über seinen älteren Bruder Paavalar Varadharajan, der in den 1950ern als Singer-Songwriter bei Veranstaltungen der Kommunistischen Partei auftrat, ländliche Musiktraditionen kennenlernte. Mit 14 Jahren musste er die Schule verlassen, und 1968 zog er mit seinen Brüdern für die Arbeit im Filmgeschäft nach Madras, dem heutigen Chennai. In Madras studierte er westliche Musik bei Dhanraj Master, lernte Gitarre und Klavier und beschäftigte sich mit Bach, Beethoven, Mozart und Schubert. Ab 1969 assistierte er G. K. Venkatesh und arbeitete an mehr als 200 Filmen mit. Panchu Arunachalam gab ihm die Chance für Annakili und schuf aus dem bis dahin verwendeten Namen Raaja den Künstlernamen Ilaiyaraaja. Im Juli 2022 wurde Ilaiyaraaja als Mitglied in die Rajya Sabha, das indische Oberhaus, nominiert. Ein biografischer Film mit Dhanush in der Titelrolle wurde 2024 in Chennai angekündigt.
Wirken Mit Annakili brachte Ilaiyaraaja 1976 die Klangwelt ländlicher tamilischer Musik in den Mainstream der Filmmusik und veränderte dadurch die Klangästhetik des tamilischen Kinos. In den späten 1970er- und 1980er-Jahren wurde er zu einem der gefragtesten Komponisten des südindischen Kinos; auf dem Höhepunkt schrieb er Musik für mehr als 50 Filme in einem Jahr. Seine Kompositionen kombinieren karnatische Ragas, indische Volksmelodien, westliche Klassik, Fugen, Polka-Rhythmen und orchestrale Techniken in einer für das indische Mainstreamkino ungewöhnlichen Weise. A. R. Rahman spielte vor seiner eigenen Karriere mehrere Jahre als Keyboarder in Ilaiyaraajas Orchester und bezeichnete die Arbeit mit ihm 2019 als Schule. Auch nach dem Aufstieg Rahmans schrieb Ilaiyaraaja Musik für Filme wie Nizhalkuthu, Virumaandi und Cheeni Kum sowie für Alben nach alter tamilischer Literatur und devotionalen Texten wie Thiruvasagam. 2010 erhielt er den Padma Bhushan und 2018 den Padma Vibhushan; außerdem gewann er fünf National Film Awards, drei für Musikregie und zwei für Hintergrundmusik. Am 8. März 2025 stellte er in London mit dem Royal Philharmonic Orchestra seine Valiant Symphony No. 1 vor. Die Rajya Sabha würdigte ihn anschließend für Valiant, das er in 34 Tagen komponiert hatte. Zuletzt machte er mit Rechtsstreitigkeiten über Tantiemen und unautorisierte Nutzungen seiner Musik Schlagzeilen.
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Einzelnachweise
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