Die Operation Desert Scorpion war eine im Jahr 2003 durchgeführte Militäroperation der US-Streitkräfte in Irak. Insgesamt wurden während dem 15. Juni und 29. Juni 2003 1.330 Personen bei den Razzien festgenommen.
Hintergrund Nachdem das Regime von Saddam Hussein gestürzt und der Irakkrieg offiziell beendet worden war, verschlechterte sich die Sicherheitslage im Land während der Besatzungszeit zunehmend. Es kam zu mehr Angriffen auf die Koalitionstruppen, die sowohl von Anhängern des früheren Baath-Regimes als auch von anderen aufständischen Gruppen durchgeführt wurden.
Ein wichtiger Grund dafür war die Auflösung der irakischen Armee. Viele ehemalige Soldaten verloren dadurch ihre Arbeit und ihr Einkommen, was einige von ihnen anfällig für eine Beteiligung an Aufständen machte.
Am 1. Juni 2003 wurde der Besitz schwerer Waffen für die Zivilbevölkerung verboten. Um dieses Verbot durchzusetzen, starteten die USA die Operation Peninsula Strike. Ziel dieser Operation war es, aufständische Kräfte zu entwaffnen.
Um die Sicherheitslage weiterhin zu verbessern musste eine ähnliche Operation in anderen Regionen des Iraks ins Leben gerufen werden. Auch hier sollte der Schwerpunkt darauf liegen, Aufständische festzunehmen und ihnen ihre Waffen abzunehmen.
Verlauf Die Operation begann am 15. Juni 2003. An ihr waren mehrere Verbände der US-Streitkräfte beteiligt, die in unterschiedlichen Regionen des Iraks eingesetzt wurden. Die 1st Armored Division führte Razzien im Raum Bagdad durch. Gleichzeitig operierte die 4th Infantry Division im sogenannten sunnitischen Dreieck, einem Gebiet, das als Schwerpunkt aufständischer Aktivitäten galt. Die 101st Airborne Division war im Raum Mossul eingesetzt, während das 3rd Cavalry Regiment Operationen im Gouvernement Al-Anbar durchführte.
Bereits am ersten Tag der Operation kam es zu ersten Angriffen auf US-amerikanische Kräfte. Nahe Al-Mushahidah wurde ein Konvoi der 4th Infantry Division angegriffen, wobei eine abgefeuerte RPG jedoch einen zivilen Bus traf. Ein weiterer Angriff ereignete sich bei Ad-Dujayl, wo ebenfalls ein Konvoi der US-Streitkräfte ins Visier von Aufständischen geriet.
Um den Eindruck einer reinen Besatzungsmacht abzumildern, wurden parallel zu den militärischen Maßnahmen auch humanitäre und infrastrukturelle Projekte durchgeführt. So wurden unter anderem Straßen und Pipelines instand gesetzt, Tanklastwagen beim Transport von Treibstoff eskortiert sowie neue Polizeistationen errichtet.
Die Operation endete offiziell am 29. Juni 2003.
Folgen Insgesamt wurden im Verlauf der zweiwöchigen Operation 1.330 Personen im Rahmen von Razzien festgenommen. Darüber hinaus beschlagnahmten die eingesetzten Kräfte umfangreiche Waffen- und Munitionsbestände. Zu den sichergestellten Waffen zählten 497 Sturmgewehre vom Typ AK-47, 235 Handgranaten, 124 Panzerabwehrwaffen (RPG), 22 Maschinengewehre sowie 130 Pistolen und weitere 100 Gewehre. Zusätzlich wurden rund 8.000 Schuss Munition, über 1.000 Goldbarren und 52 Fahrzeuge sichergestellt.
Aus taktischer Sicht erzielte die Operation durchaus messbare Erfolge, insbesondere durch die Festnahme zahlreicher Verdächtiger und die Sicherstellung großer Mengen an Waffen. Langfristig führte sie jedoch nicht zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Sicherheitslage im Irak. Die Angriffe auf Koalitionstruppen nahmen weiterhin zu.
Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde anschließend die Operation Sidewinder als Folgeoperation eingeleitet.
Einzelnachweise
Desert Scorpion Kategorie:Besetzung des Irak Kategorie:Konflikt 2003