mini|Sandy Bay Chapel mini|Bezirke auf St. Helena Baptisten auf St. Helena, der größten Insel im südatlantischen britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha, gibt es spätestens seit 1845. Ihre Entstehung geht auf das Wirken des baptistischen Missionars James McGregor Bertram (1806–1868)Das Todesjahr Bertrams ist unsicher; es findet sich unter anderem hier: andrewfullercenter.org: The Baptists on St. Helena (1. Dezember 2006); abgerufen am 8. Juni 2026. zurück. Auf der Insel existiert eine Baptistengemeinde, die St. Helena Baptist Church. Sie verfügt über vier Gotteshäuser, darunter die 1867 fertiggestellte Sandy Bay Chapel. Die St Helena Baptist Church gehört dem Kirchenverband der südafrikanischen Western Province Baptist Association im Westkap an.; abgerufen am 7. Juni 2026.
Geschichte mini|Reede vor Jamestown mini|James McGregor Bertram Am 14. Juli 1845 ging die Brigg Velox in der James' Valley Bay (St. Helena) vor Anker. An Bord befand sich unter anderem der schottische Baptistenmissionar James McGregor Bertram.Edwin F. Hatfield: St. Helena and the Cape of Good Hope or Incidents in the Missionary Life of the Rev. James McGregor Bertram of St. Helena. Edward H. Fletcher: New York 1852. S. 127. Er hatte vorher einige Monate in Kapstadt und in Ortschaften rund um die Saldanha Bay verbracht, um unter Arbeitern und Seeleuten, die mit dem Abbau und Transport von Guano beschäftigt, zu evangelisieren. Als Predigtstätten dienten ihm dabei vor allem Schiffe, die in der Bucht vor Anker lagen, und deren Kapitäne Bertrams Missionsarbeit unterstützten.Edwin F. Hatfield: St. Helena and the Cape of Good Hope or Incidents in the Missionary Life of the Rev. James McGregor Bertram of St. Helena. Edward H. Fletcher: New York 1852. S. 68–112 (Kapitel Labour at Saldanha Bay) In Kapstadt, wo er seine Ehefrau Mary, geborene Currie (1806–?), sowie seine Kinder Robert (1836–1886), Mary (1837–?) und James (1840–1848)Biographische Eckdaten siehe ancestry.de: Profil James McGregor Bertram; abgerufen am 8. Juni 2026. zurückgelassen hatte, traf er auf einen jungen Mann, der aus St. Helena stammte und sich erst kurz zuvor zum Christentum bekehrt hatte. Die in diesem Zusammenhang gemachten Erfahrungen hatten in ihm den Wunsch geweckt, in seinen Heimat zurückzukehren und unter seinen Verwandten und früheren Nachbarn davon zu erzählen. Bertram sah in dieser Begegnung einen Auftrag Gottes, die abgelegene Insel aufzusuchen. Kapstädter Freunde, darunter der Missionar George Morgan, bestärkten ihn in diesem Vorhaben und versprachen, für Unterstützung zu sorgen.Edwin F. Hatfield: St. Helena and the Cape of Good Hope or Incidents in the Missionary Life of the Rev. James McGregor Bertram of St. Helena. Edward H. Fletcher: New York 1852. S. 115f; 118. Der Kapitän der Velox hatte ihm zudem eine kostenlose Passage nach Jamestown, der Inselhauptstadt, angeboten, auch sorgte er während der Überfahrt auch für Bertrams Verpflegung. Anfänge Bereits am ersten Tag nach seiner Ankunft auf St. Helena hielt Bertram seinen ersten Gottesdienst ab, in dem er über die Bekehrung und Taufe der Pupurhändlerin Lydia (). Am darauffolgenden Sonntag, dem 20. Juli 1845, musste der Gottesdienst wegen des Besucherandrangs in ein größeres Wohnhaus verlegt werden. Ende Juli beschlossen die Versammlungsteilnehmer, das größte Steinhaus der Insel zu erwerben, um es zu einer Kirche umzubauen. Durch großzügige Spenden konnte der Beschluss umgesetzt werden.andrewfullercenter.org: Baptists on St. Helena; abgerufen am 8. Juni 2026.
Beisetzung Sarah Judsons Anfang September 1845 erhielt Bertram die Nachricht, dass auf einem Schiff, das auf der Reede vor Jamestown ankerte, sein Freund, der US-amerikanische Baptistenmissionar und Bibelübersetzer Adoniram Judson, befand. Mit seiner schwer erkrankten Ehefrau Sarah Bordman, geborene Hall, und seinen drei Kindern hatte er sein Missionsfeld in Birma verlassen, um für seine Frau in den Vereinigten Staaten eine medizinische Behandlung zu ermöglichen. Kurz vor der Ankunft auf St. Helena war sie verstorben. Unter großer Anteilnahme der Jamestowner Bevölkerung wurde sie auf dem Stadtfriedhof beigesetzt. Den Trauergottesdienst leitete Bertram.Zum Sterbefall und zu den Trauerfeierlichkeiten siehe Edwin F. Hatfield: St. Helena and the Cape of Good Hope or Incidents in the Missionary Life of the Rev. James McGregor Bertram of St. Helena. Edward H. Fletcher: New York 1852. S. 191–194. Der Grabstein Sarah Judsons befindet sich heute vor der Jamestown Chapel.sainthelenaisland.info: Baptist Pioneers of St. Helena. A Sesquicentennial Survey, PDF online, S. 255; abgerufen am 8. Juni 2026.graves.eggsa.org: Grabstein Judson Sarah B., formerly Boardman †1845; abgerufen am 10. Juni 2026.
Weitere Entwicklungen Am 28. Oktober 1845 begann Bertram in dem frisch erworbenen und umgebauten Wohnhauses mit regelmäßigen Sonntagsgottesdiensten, die sowohl vormittags als auch nachmittags angeboten wurden. Auf Einladung des obersten Inselrichters Captain Mapleton besuchte James M. Bertram Anfang Januar 1846 die abgelegene Siedlung Sandy Bay. Ein Ehepaar namens Lambe stellte ihr Wohnhaus für einen ersten Gottesdienst zur Verfügung. Der erste baptistische Taufgottesdienst, bei dem 45 Insulaner getauft wurden, fand am 2. April 1848 statt. Noch im selben Jahr ließen sich über 100 weitere Personen taufen. Um 1884 wuchs die Gemeinde auf 440 Mitglieder an.andrewfullercenter.org: Baptists on St. Helena; abgerufen am 8. Juni 2026. Neben Gottesdiensten, Bibelstunden und Gebetsversammlungen wurden in Jamestown und Sandy Bay auch Schulunterricht angeboten. Zielgruppen waren dabei die Kinder der ärmeren Bevölkerungsgruppen sowie die Afrikaner, die mit Sklaventransporten auf die Insel gelangt waren und dort ihre Freiheit erhalten hatten.Edwin F. Hatfield: St. Helena and the Cape of Good Hope or Incidents in the Missionary Life of the Rev. James McGregor Bertram of St. Helena. Edward H. Fletcher: New York 1852. S. 174–176.
Im Februar 1850 war die Missionsarbeit soweit gefestigt und in die Hände einheimischer Mitarbeiter gelegt, dass James Bertram und Familie zurück in ihre Heimat reisen konnten. Dort angekommen, startete er mit einer Spendensammlung für den baptistischen Kirchbau auf St. Helena. Auch initiierte er ein ähnliches Fundraising-Projekt während einer Reise in die Vereinigten Staaten. Im Jahr 1854 konnten die Baptisten aus dem umgebauten Wohnhaus in die fertiggestellte Jamestown Chapel umziehen. Das erste Gemeindehaus wurde zum Pfarrhaus.sainthelenaisland.info: Other Religious Buildings; abgerufen am 10. Juni 2026. Weitere Kirchbauten entstanden in Sandy Bay (1867), St. Paul's (1875) und Head o’Wain (1918).sainthelenaisland.info: Baptist Pioneers of St. Helena. A Sesquicentennial Survey, PDF online, S. 256f; abgerufen am 9. Juni 2026. Das letztgenannte Gotteshaus verfügt über eine Glocke, die aus den USA stammt und 2020 restauriert wurde.sainthelenaisland.info: Other Churches; abgerufen am 10. Juni 2026. Sie wird inzwischen nicht mehr zu gottesdienstlichen Zwecken genutzt; sie dient lediglich als Friedhofskapelle.sainthelenaisland.info: Baptist Pioneers of St. Helena. A Sesquicentennial Survey, PDF online, S. 259; abgerufen am 9. Juni 2026. Auf dem sie umgebenden Friedhof befindet sich auch ein Gedenkstein für James McGregor Bertram.Der Gedenkstein sowie eine umfangreiche Gräberliste des Friedhofs findet Erwähnung bei findagrave.com: Knollcombes Baptist Chapel Cemetery; abgerufen am 10. Juni 2026.graves.eggsa.org: St Helena, Jamestown, Knollcombes Baptist Chapel cemetery; abgerufen am 10. Juni 2026.
Ab den 1880er Jahren sank die Zahl der Inselbaptisten auf 118. Grund dafür war unter anderem eine Wirtschaftskrise auf St. Helena, die durch die Eröffnung des Suezkanals entstanden war und die zur Abwanderung von zahlreichen Arbeitern, darunter auch viele Baptisten, nach Kapstadt geführt hatte. Auch starben einflussreiche Gemeindemitglieder der Gründergeneration, darunter Hudson Janisch († 1885), ein Enkel Rudolph Jänischs, von 1796 bis 1826 Hauptpastor an der Hamburger St. Katharinen-Kirche.sainthelenaisland.info: Baptist Pioneers of St. Helena. A Sesquicentennial Survey, PDF online, S. 258; abgerufen am 9. Juni 2026.
Beim Census 1987 zählte man noch 152 Inselbaptisten (73 Männer, 79 Frauen). Gegen Ende des 20. Jahrhunderts betrug die Zahl nur noch rund 40.sainthelenaisland.info: Baptist Pioneers of St. Helena. A Sesquicentennial Survey, PDF online, S. 259; abgerufen am 9. Juni 2026. Gegenwart Bei einem Felssturz im Jahr 2008 wurde die Baptistenkirche in Jamestown fast völlig zerstört. Nach einer längeren Wiederaufbauzeit konnte das Gotteshaus 2013 wieder eingeweiht werden.thetimes.com: A challenging variety of traditions. On St Helena rival groups co-exist easily (10. August 2013); abgerufen am 15. Juni 2026.
Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Baptisten auf St. Helena wieder leicht an; sie betrug 91 Mitglieder beziehungsweise 2,5 % der Inselbewohner.sainthelenaisland.info: Religion today on St. Helena; abgerufen am 15. Juni 2026. Sonntagsgottesdienste finden in den Baptistenkirchen Sandy Bay, Head O’Wain im Distrikt Blue Hill und Jamestown statt. Für weitere Veranstaltungen existiert eine Baptist School Hall in Jamestown.South Atlantic Media Services, Ltd. (Hrsg.): The Sentinel, 14. Mai 2026. S. 21.
Gotteshäuser im Überblick Bild Name Eröffnung Lage zentriert|120x120px Sandy Bay Chapel 1867 Distrikt Sandy Bay () FotoFoto TurmFoto Glocke Jamestown Chapel 1854 Jamestown () Head o’Wain Chapel 1918 Head o’Wain, Distrikt Blue Hill () zentriert|120x120px Knollcombe Chapel(mit dem Burenkrieg-Friedhof) 1875 Distrikt St. Paul’s ()
Literatur Edwin F. Hatfield: St. Helena and the Cape of Good Hope or Incidents in the Missionary Life of the Rev. James McGregor Bertram of St. Helena. Edward H. Fletcher: New York 1852 (online). Trevor W. Hearl: St. Helena's early Baptists: A Sesquicentennial Survey. In: Baptist Quarterly Review Mai 2019 (PDF online).
Weblinks
St. Helenas Early Baptists
Einzelnachweise
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