mini|Sara Louise von Rothschild Franchetti Sara Louise Freifrau von Rothschild Franchetti (geboren 8. Dezember 1834 in Wien; gestorben 28. November 1924 in Venedig) war ein Mitglied der Familie Rothschild. Sie gehörte dem Wiener Zweig der Familie an und war eine der bedeutendsten Großgrundbesitzerinnen und reichsten Frauen Italiens.

Leben mini|Palazzo Cavalli Franchetti Sara Louise von Rothschild wurde am 8. Dezember 1834 in Wien geboren. Sie war die Tochter von Charlotte und Anselm Salomon von Rothschild. Ihr Vater hatte die Leitung des Wiener Bankhauses der Familie übernommen.

Louise von Rothschild heiratete am 17. November 1858 in Wien den aus Italien stammenden jüdischen Bankier und Geschäftsmann Raimondo Franchetti (1829–1905). Die Verlobung hatte im August in Turin stattgefunden. Nach der Hochzeit nannte sie sich Louise de Rothschild Franchetti. Anlässlich der Eheschließung erhielten ihr Mann und sein Vater den Titel eines Barons. Sara Louise von Rothschild zog zu ihrem Mann nach Turin. Dort vertrat Franchetti die Interessen der Rothschilds im Eisenbahngeschäft.

Zwischen 1860 und 1865 wurden die drei Söhne geboren. Ihr ältester Sohn Alberto erhielt bereits in Turin eine musikalische Grundausbildung, die er später in Venedig vertiefte. Dies zunächst gegen den Wunsch seines Vaters, jedoch war seine Mutter ebenfalls eine ausgezeichnete Pianistin, die in München und Dresden ausgebildet worden war und zudem Wagner verehrte.

Einige Zeit später zog das Paar mit den Kindern nach Venedig und lebte im Palazzo Cavalli-Franchetti am Canal Grande. Der Umzug erfolgte auch, um der Ausgrenzung durch den norditalienischen Adel zu entgehen. Auch hielten sie sich häufig in Viù sowie in ihrer palladianischen Villa San Trovaso auf. Wie auch ihr Ehemann war Louise de Rothschild Franchetti eine starke Persönlichkeit, zudem zeichnete sie sich durch großen Fleiß aus.

In Venedig starb Louise von Rothschild Franchetti am 28. November 1924, zehn Tage vor ihrem 90. Geburtstag.

Wohltätigkeit Das Paar unterstützte zahlreiche jüdische und nichtjüdische Einrichtungen. Baron Franchetti unterstützte dabei viele eher jüdische Einrichtungen in Livorno, der Heimat seiner Familie, in Turin und in Venedig sowie in Jerusalem. Louise von Rothschild Franchetti konzentrierte sich mehr auf nichtjüdische Bereiche. Damit wollte sie auch ihren Patriotismus gegenüber ihrer neuen Heimat zeigen. Sie unterstützte die Gemeinden an den insgesamt sieben Landsitzen, die sie in Venetien, im Piemont, in der Toskana und in der Emilia besaß, und war dabei als Wohltäterin für arme und ältere Menschen tätig, aber auch im Bereich von koedukativen Kindergärten aktiv. Dadurch förderte sie deutlich diese ländlichen Regionen.

Großgrundbesitz Louise de Rothschild Franchetti begann in den 1870er Jahren, ausgedehnte Ländereien in Italien zu erwerben. Damit erweiterte sie den bereits vorhandenen weitreichenden Grundbesitz der Familie Franchetti und wurde durch ihren umfangreichen Großgrundbesitz zu einer der reichsten Frauen Italiens. Den Palazzo Cavalli-Franchetti verkaufte sie 1922 an das Istituto Federale di Credito per il Risorgimento delle Venezie. Der Palazzo Franchetti wird heute während der Biennale regelmäßig als Ausstellungsort genutzt.

Nachkommen Das Paar hatte drei Söhne: Alberto Franchetti (1860–1942) wurde Komponist und war zweimal verheiratet. Sein Sohn Raimondo Franchetti wurde später einer der bekanntesten italienischen Forscher des 20. Jahrhunderts. Edoardo Franchetti (1862–1926) wurde Diplomat. Giorgio Gioacchino Franchetti (1865–1922) wurde Kunstsammler und war mit Baronin Maria Hornstein von Hohenstoffeln verheiratet.

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Einzelnachweise

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