Die Burg Rodon () ist eine Festungsruine am Kap Rodon an der albanischen Adriaküste. Die Befestigung entstand in der Mitte des 15. Jahrhunderts unter Gjergj Kastrioti erbaut, dem Nationalhelden Albaniens.
Lage links|mini|Das Kap Rodon mit der Festung Die Burg Rodon liegt im Nordwesten des Landes an der Spitze des Kap Rodon, einer Landzunge an der Küste, die weit in die Adria ragt. Sie trennt die Bucht Gjiri i Lalziz im Süden vom Drin-Golf im Norden. Das Kap gehört zum Qark Durrës und befindet sich etwa 40 Kilometer nördlich der Hafenstadt Durrës.
Die Ruinen der Festung liegen direkt an der äußersten, felsigen Spitze der Landzunge unmittelbar am Wasser. Da das Kap am Ende sehr schmal ist und der Uferbereich meist sehr steil, war der Zugang nur über einen kleinen Bereich möglich.
Die Halbinsel ist starker Erosion durchs Meer ausgesetzt.
Geschichte Münzfunde lassen eine illyrische Siedlung vermuten. 1324 wird erstmals eine Befestigung am Kap erwähnt, die im Besitz der Thopia war.
Die Burg Rodon wurde vom albanischen Nationalhelden Gjergj Kastrioti erbaut. Der Bau begann um 1450 nach der Ersten Belagerung von Kruja und wurde 1452 abgeschlossen. Die Burg Rodon bot ihm den benötigten strategischen Zugang zum Meer, so dass er den Nachschub selber kontrollieren konnte, und diente als Verteidigungsposten gegen osmanische Angriffe.
Bereits 1417 hatte Skanderbegs Vater Gjon Kastrioti I. am Kap einen Landeplatz für Schiffe aus Ragusa und Neapel erstellt.
1457 wurde die Burg von den Osmanen erobert und zerstört. Von 1463 bis 1465 ließ Skanderbeg sie von Baumeistern aus Ragusa wiedererrichten. Durch die Ansiedlung von Verbündeten erhielt der Ort weiter an Bedeutung.
Als 1466 Kruja erneut belagert wurde, zog sich Skanderbeg auf die Burg Rodon zurück, von wo aus er und seine Familie zusammen mit vielen Albanern auf 14 Schiffen nach Brindisi gebracht wurden. Die Osmanen eroberten die noch unvollendete Festung und setzen sich mit einem Heer von über 1000 Mann unter der Leitung eines Neffen von Skanderbeg fest. Skanderbeg soll ihn eigenhändig enthauptet haben, nachdem seine Kämpfer 1467 den Ort zurückerobert hatten.
Die Venetianer bauten die Festung um 1500 wieder auf und brachten Siedler her. Der Ort hatte aber keine Bedeutung mehr, nachdem die Osmanen 1501 die Kontrolle über Durrës und den ganzen albanischen Raum erlangt hatten. Rodon war in der Folge verlassen.
Im Gegensatz zu anderen albanischen Festungen und trotz verschiedener Bemühungen konnte sich Rodon nicht als Siedlungsort etablieren, sondern hatte vor allem als Hafen Bedeutung.
Durch die stetige Küstenerosion sind Teile der Mauern und Wehrtürme im Meer versunken. Heute sind noch die Außenmauern auf der rechten Seite und der Turm an deren Schnittpunkt sehen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die historische Kirche des Heiligen Antonius (Kisha e Shën Ndout).
Anlage mini|Sperrmauer mit Zugang, dahinter ein Turm im Wasser Noch heute sichtbar und meist als die Burg Rodon bezeichnet sind die Befestigungen am Zugang zum Kap, wo eine große Mauer die schmale Halbinsel abriegelte. Die Sperrmauer musste nicht viel länger als 60 Meter sein, um den Zugang zum Kap zu blockieren. Auf beiden Seiten reichte sie bis ins Meer hinein. Im Süden sind aber kaum mehr Spuren sichtbar. Die heute erhaltenen Ruinen umfassen im Wesentlichen den stark geschützten Torbau, bestehend aus einem gebogenen Gang und Toren an beiden Enden. Der massive Bau enthält dekorative Ziegelstein-Elemente. Die Größe unterstreicht Skanderbegs Ambitionen, seine Unabhängigkeit gegen die Osmanen zu wahren. Der befestigte Hafen ermöglichte den lebenswichtigen Kontakt zu Unterstützern jenseits des Meers.
Hinter der Sperrmauer lag die Spitze des Kaps, rund 400 Meter lang und bis zu 100 Meter breit. Aufgrund des steilen Geländes blieb wenig Raum für Bauten. Auf dem höchsten Punkt des eingefriedeten Areals stand ein Turm.
An der Nordseite sind im Wasser noch Molen einer Hafenanlage erkennbar: Eine längere westliche und eine kürzere Mole im Osten bot Schutz für mehrere Boote. Hier ragt bis heute ein großer Turm aus dem Wasser, der wohl auch als Signalposten diente: Er steht in Sichtkontakt zur Festung von Kruja. Ein Turm nahe der Sperrmauer, der die Hafenzufahrt beschützte, ist in den letzten Jahrzehnten mehrheitlich im Meer verschwunden.
Weblinks
Einzelnachweise
Rodon Kategorie:Bauwerk in Durrës