Die Chronik des Wolf von Capol ist eine im 16. Jahrhundert begonnene Chronik aus Flims. Im Abdruck von 1920 trägt sie den Titel Chronik des Wolff von Capaul aus Flims 1550. Ihr Verfasser war Wolf von Capol (1473–1563), ein Flimser Amtsträger des Grauen Bundes. Die Chronik verbindet Nachrichten zur Geschichte der Drei Bünde, der Alten Eidgenossenschaft und Europas mit lokalen Nachrichten aus Flims und familiengeschichtlichen Angaben zur Familie Capol.
Verfasser Wolf von Capol war ein reicher Grundbesitzer und Mühleninhaber, mehrfach Ammann von Flims, 1512 Landvogt von Maienfeld, 1522 Kommissar in Chiavenna und viermal Landrichter des Grauen Bundes. Das Historische Lexikon der Schweiz nennt ihn als Verfasser einer Chronik von 1550.Martin Bundi: Wolf Capol In: Historisches Lexikon der Schweiz, Version von 1998, bearbeitet am 25. August 2003, abgerufen am 7. Juni 2026.
Überlieferung und Abdruck Die Chronik beginnt nach dem Abdruck von Guido von Salis-Seewis mit der Selbstnennung des Verfassers: „Ich wolff von Capaul sesshaft ze flims unnd wylant lantrichter gsin han dyse kroneck geschriben im jar do man zelt nach der geburt Cristy thusygfünfhundert und funfzyg jar“.Guido von Salis-Seewis: Chronik des Wolff von Capaul aus Flims 1550. In: Bündnerisches Monatsblatt. Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landes- und Volkskunde, 1920, S. 135–149. Nach dem Tod Wolf von Capols wurde sie von Angehörigen der Familie weitergeführt. Guido von Salis-Seewis teilte die Chronik 1920 im Bündnerischen Monatsblatt mit.
Inhalt Die Chronik setzt mit Nachrichten zum 14. Jahrhundert ein und reicht in der mitgeteilten Fassung durch spätere Fortsetzungen bis ins 17. Jahrhundert. Zu den älteren und überregionalen Nachrichten gehören unter anderem die Schlacht bei Morgarten, die Schlacht bei Sempach, die Schlacht bei Näfels, die Schlacht bei Arbedo, die Burgunderkriege, der Schwabenkrieg, die Schlacht von Marignano, die Schlacht bei Pavia, der Müsserkrieg und der Krieg um Siena.
Die bündnerischen und lokalen Einträge betreffen unter anderem Bündnisse des Oberen Bundes, Stadtbrände in Chur, Ilanz und Trin, Nachrichten zu Flims, Pestzüge, Teuerungen, Ernten, Wetterereignisse, Hochwasser, Zeichen am Himmel und einzelne aussergewöhnliche Vorfälle. Genannt werden etwa die Pest in Flims, die Pestilenz in den Drei Bünden, der Churer Stadtbrand von 1574, ein schweres Hochwasser im Jahr 1566 sowie ein Flimser Wunderkind im Jahr 1562.
Ein eigener Teil der Chronik betrifft die Familie Capol. Er nennt Geburten, Todesfälle, Ämter und militärische Dienste einzelner Familienmitglieder. Zu Wolf von Capol selbst verzeichnet die Chronik unter anderem seine Tätigkeit als Landvogt von Maienfeld, als Kommissar in Chiavenna und als Landrichter sowie seinen Tod am 27. November 1563.
Literatur Guido von Salis-Seewis: Chronik des Wolff von Capaul aus Flims 1550. In: Bündnerisches Monatsblatt. Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landes- und Volkskunde, 1920, S. 135–149 (Digitalisat).
Einzelnachweise
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