Karl Wiedemann (* 9. April 1906 in Weilheim in Oberbayern; † 1968) war ein deutscher Kriegsverbrecher und SS-Obersturmführer, der im KZ Neuengamme eingesetzt war.

Leben Nach Beendigung seiner Schulzeit absolvierte Wiedemann eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete danach in der Münchner Gastwirtschaft seiner Eltern mit. Von 1924 bis 1929 leistete er in Flensburg Dienst bei der Reichsmarine. Anschließend übernahm er nach dem Tod des Vaters die elterliche Gastwirtschaft. Ab 1933 war er bei der Bahnmeisterei in Bremerhaven angestellt und ab 1937 beim Arbeitsamt in Wesermünde. Seit 1936 war er verheiratet.

Mit Beginn der Zeit des Nationalsozialismus trat er Anfang Mai 1933 der SS bei, der er mit kurzer Unterbrechung 1935 bis zum Ende der NS-Zeit angehörte. Innerhalb der SS stieg er im Juni 1944 bis zum Obersturmführer auf. Zum 1. Mai 1937 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 5.521.087).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/48420456

Während des Zweiten Weltkrieges trat Wiedemann in den Konzentrationslagerdienst ein und war ab September 1940 Führer der 1. Wachkompanie im Hauptlager des KZ Neuengamme beziehungsweise ab Juni 1944 Leiter aller Wachmannschaften. Ab Juli 1944 war er Lagerführer des KZ-Außenlagers Hannover-Mißburg. Ab September 1944 war er in Personalunion Stützpunktleiter aller Hamburger Nebenlager des KZ Neuengamme sowie Leiter des KZ-Außenlagers Hammerbrook bis ihn Arnold Strippel in dieser Funktion Ende Februar 1945 ablöste. Von Strippel übernahm er anschließend wiederum die Leitung des KZ-Außenlagers Salzgitter-Drütte.

Nach Kriegsende wurde Wiedemann im Neuengamme-Hauptprozess gemeinsam mit weiteren Angehörigen der Lager-SS wegen Gewaltverbrechen an KZ-Häftlingen angeklagt und zu 15 Jahren Haft verurteilt. 1955 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen. Er lebte danach in Hamburg.Andrea Rudorff (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945 (Quellensammlung) Band 16: Das KZ Auschwitz 1942–1945 und die Zeit der Todesmärsche 1944/45. Berlin 2018, ISBN 978-3-11-036503-0, E-Book, Fn. 2812

Weblinks Karl Wiedemann auf den Seiten der lernwerkstatt-neuengamme.de

Einzelnachweise

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