mini|hochkant|Xavier-Alphonse Monchablon Xavier Alphonse Monchablon (* 12. Juni 1835 in Avillers, Département Vosges; † 30. Januar 1907 in Paris) war ein französischer Maler, der sich auf Historien-, Porträt- und Dekorationsmalerei spezialisiert hatte. Er zählt zu den akademischen Künstlern der Dritten Französischen Republik.

Leben Alphonse Monchablon wurde in Avillers im Département Vosges geboren. Sein Vater betätigte sich als Hobbymaler. Nach der Schulzeit arbeitete Monchablon zunächst an der väterlichen Schule und anschließend in einer lithographischen Anstalt in Mirecourt. Mit einem Stipendium seines Heimatdépartements immatrikulierte er sich 1856 an der École des Beaux-Arts in Paris, wo er Schüler von Charles Gleyre wurde. In den Jahren 1858, 1860 und 1861 erhielt er weitere Stipendien der Commission Départementale. Von 1863 bis 1868 war er Stipendiat der Villa Medici in Rom. 1863 erhielt er den Prix de Rome für das Werk Joseph se fait reconnaître par ses frères (Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris).

mini|Joseph se fait reconnaître par ses frères, 1863

Monchablon erhielt 1874 die Médaille de 2e classe beim Salon des Artistes. Auf den Pariser Weltausstellungen wurde er 1889 mit einer Bronzemedaille und 1900 mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. 1897 wurde er zum Chevalier der Légion d’honneur ernannt. Monchablon war auf den Salons des Artistes Français vertreten, darunter 1869 und 1874, sowie auf den Pariser Weltausstellungen 1878, 1889 und 1900. Ab 1896 lebte er in Le Vésinet nahe Paris, wo er im Januar 1907 starb. Alphonse Monchablon war Vater des Malers Édouard Monchablon (1879–1914) sowie der Konzertpianistin Gabrielle Fleury-Monchablon. Posthume Einzelausstellungen fanden 2011 im Musée de la Résidence in Hennezel und 2013 in der Abbaye Saint-Maur in Bleurville statt.

Werk mini|hochkant|Esquisse pour l'église Notre-Dame-de-la-Croix , L’Assomption. Musée des Beaux-Arts de la ville de Paris Monchablon war als Maler historischer, religiöser und mythologischer Szenen sowie als Porträtist tätig. Zeitgenössische Kunstkritiker wie Jules Claretie und Charles Blanc würdigten insbesondere seine Beherrschung der menschlichen Figur sowie die Finesse in der Darstellung von Physiognomien und Lichtführung. Zu seinen bekanntesten Porträts zählen das Bildnis von Victor Hugo (1894, Musée Départemental d'Art Ancien et Contemporain, Épinal) und das des Politikers Louis Buffet (1887, Château de Versailles). Zu seinen historischen und legendenbezogenen Kompositionen zählen Jeanne d’Arc (1879, Château-Musée de Châteaudun) und das großformatige Wandbild La Lorraine et ses enfants illustres für den Palais des Facultés der Universität Nancy (1881/1886).

Für das Grand Séminaire in Angers schuf Monchablon das Fresko Les Quatre Évangélistes (1874) sowie das Gemälde Le Christ législateur (1872). Das Gemälde Ananias vom Tode getroffen (1873/74) wurde im Musée du Luxembourg in Paris aufbewahrt. Das Werk Funérailles de Moïse (1887) befindet sich im Musée de Picardie. Für die Pariser Kirche Notre-Dame-de-la-Croix de Ménilmontant schuf er im Jahr 1882 zwei großformatige Gemälde, die die Verkündigung und die Himmelfahrt darstellen. In der Kirche Saint-Nicolas-des-Champs ist sein 1878 ausgestelltes Gemälde La Sainte Famille zu sehen. In der Krypta der Basilique du Bois-Chenu in Domrémy entstanden 1897 zwei Altarbilder mit dem Titel Le sacrifice de l'armée de terre et de la marine pendant la guerre de 1870, welche hohe französische Militärs des Deutsch-Französischen Krieges zeigen.

Ein besonders großformatiges Werk (6,80 m) ist Les Saints de la Vosge (1884, Musée de la Résidence, Hennezel), das Monchablon im Auftrag des Rechtsanwalts und Abgeordneten Maurice Aubry ausführte. Der Überlieferung zufolge sind in den Gesichtern der dargestellten Heiligen Aubry und weitere örtliche Persönlichkeiten porträtiert. Darüber hinaus fertigte Monchablon Kartons für Wirkteppiche an, darunter Les quatre Évangélistes (1874, Archives nationales, Paris). Alphonse Monchablons Schaffen blieb dem Akademismus des 19. Jahrhunderts treu und wurde von den Anhängern des Impressionismus als überholt angesehen.

Literatur Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 9: Maele – Müller. Paris, 2006. André Ronsin: Les Vosgiens célèbres. Dictionnaire biographique illustré. Éditions Gérard Louis, Vagney 1990. Charles Curinier (Hrsg.): Dictionnaire national des contemporains. Band 5, Office général d’édition, Paris 1906. Charles Leclerc: Biographie des grands Lorrains. S.M.E.I., Metz 1975. Jules Claretie: Peintres et sculpteurs contemporains. Charpentier, Paris 1873.

Weblinks

histoire-vesinet.org: Monchablon

Einzelnachweise

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