mini|Blick auf den Friedhof von Montrouge Der Friedhof von Montrouge (Cimetière de Montrouge) liegt am südlichen Rand des 14. Arrondissement von Paris und gehört dennoch der Gemeinde Montrouge. Mehrere bekannte Persönlichkeiten sind hier bestattet wie z. B.: Cécile Aubry, Michel Audiard, István Beöthy, Jules Déchin, Félix Fourdrain, Pierre-Gilles de Gennes, Jacques-Paul Migne, Germaine Montero, Charles Pélissier, Lucien Rosengart, Albert Simonin, Nicolas de Staël. Die bekannteste hier bestattete Persönlichkeit ist wohl der Humorist und Schauspieler Michel Colucci, genannt Coluche.

Lage und Größe Der Friedhof von Montrouge liegt im Quartier du Petit-Montrouge auf dem Gemeindegebiet des 14. Arrondissement von Paris. Es wird im Nordwesten von der Avenue de la Porte-de-Châtillon, im Nordosten von der Avenue Ernest-Reyer, im Südosten von der Avenue de la Porte-de-Montrouge und im Südwesten durch den tiefen Einschnitt des Boulevard périphérique.

Der Friedhof von Montrouge hat eine Fläche von 7,5 ha und ist in 71 Parzellen unterteilt. Seit seiner Eröffnung sind hier etwa 15.800 Menschen bestattet worden.

Geschichte In Montrouge finden sich die ältesten Spuren eines Friedhofs neben der ersten Pfarrkirche, an der Ecke der heutigen Avenue de la République und der Rue Gabriel Péri, etwa dort wo heute die Kirche Saint-Jacques-le-Majeur steht. Die alte Pfarrkirche verfiel und wurde durch eine neue ersetzt. In diesem Zusammenhang sollte der für die wachsende Gemeine zu klein gewordene, zentrale Friedhof, gemäß eines Dekrets von Napoleon Bonaparte aus dem Jahr XII des Französischen Revolutionskalenders (also 1804), abseits von Wohngebieten neu angelegt werden. Die von Napoleon verordneten Friedhofsverlegungen erfolgten vor allem aus hygienischen Gründen.

Der Bau des neuen Friedhofs für Montrouge wurde 1819 beschlossen. Die Stadtverwaltung erwarb daraufhin ein erstes Grundstück für den Friedhof. Bereits ein Jahr später, 1820, wurde die erste Grabstätte eingerichtet und die Überreste der im alten Friedhof begrabenen Honoratioren wurden umgebettet. Da die Bevölkerung von Montrouge weiter wuchs, musste der Friedhof sukzessive erweitert werden: 1841, 1877, 1885 (diese Erweiterung fiel mit der Eröffnung des Cimetière parisien de Bagneux 1886 zusammen), sowie 1905 und 1912. Die heutige Grenze des Friedhofs wurde mit dem Bau des Boulevard périphérique erreicht.

Der nördliche Vorort von Montrouge (Petit Montrouge) wurde 1860 nach Paris eingemeindet, außer dem Friedhof. 1925 wurde auch das ehemalige Militärgelände zwischen Montrouge und Petit Montrouge dem 14. Arrondissement zugesprochen. Seitdem befindet sich der Friedhof von Montrouge auf Pariser Grund.

Bedeutende Bauten Hauptportal mini|Hauptportal des Friedhofs von Montrouge Der Architekt Henri Decaux, entwarf 1936 das monumentale Portal des Friedhofs, das auch dessen Haupteingang ist. Das dreiteilige Portalgebäude besitzt die Form des griechischen Buchstabens π, das heißt es besteht aus einem Quertrakt mit den Tordurchlässen und zwei rechtwinklig davon ausgehenden Galerien, die einen offenen Innenhof umschließen (siehe Blick von oben auf das Gebäude). Drei mächtige Tore durchbrechen die kahle, etwa 5 m tiefe Mauer des Quergebäudes. Die drei Tore sind vorne und hinten von jeweils acht quadratischen Säulen eingerahmt. Schwere Bronzetüren reichen bis zu zweidrittel Höhe jeder Toröffnung, so dass jeweils deren oberer Teil offen ist.

Krypta mini|Abgang zur Krypta In der Galerie rechts des Portals führen zwei mit Eisengittern versperrte Treppen zum Eingang der Krypta (die einzige aller Pariser Friedhöfe). Dieses Grabdenkmal wurde ebenfalls von Henri Decaux entworfen, 1936 erbaut und 2025 renoviert. Am Fuße der Treppe befinden sich beiderseits der Eingangstür zur Krypta Flachreliefs aus Stein, die von Marcel Renard 1944 erschaffen wurden. Im Stil des art déco sind vier römisch gekleidete Frauen als Grabmotive dargestellt: Zwei Trägerinnen, eine trägt einen Stern, eine trägt eine Urne, eine Schweigende mit einem Finger an den Lippen und eine in Trauer Betende.

Der größte Teil der Krypta dient als Beinhaus mit 1208 Plätzen, die in 11 Sektionen aufgeteilt sind. Hier lagern die menschlichen Überreste aus beschädigten oder freigelegten Gräbern sowie aus aufgelassenen Gräbern d. h. aus Gräbern, die von keinen Angehörigen mehr gepflegt werden.

Bestattete Persönlichkeiten mini|Gedenken für Kriegsopfer Im Friedhof befindet sich neben einem Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg auch ein Gedenkstein für die „Erschossenen und Opfer der Deportation 1939–1945 sowie für die Opfer und Soldaten in Nordafrika 1952–1962“. Weitere wichtige auf dem Friedhof bestattete Persönlichkeiten sind unter anderem:

Künstler Michel Audiard (1920–1985), Michel Colucci, genannt Coluche (1944–1986), Cécile Aubry (1928–2010), Eugénie Buffet (1866–1935), Emmanuel Dolivet (1854–1910), István Beöthy, französisch Etienne Beothie (1897–1961), Marguerite Verdier (1909–1973), Nicolas de Staël (1914–1955), Albert Simonin (1905–1980) und Henri Queffélec (1910–1992).

Luftfahrtpioniere René Jost (1877–1912), Charles Clavier (1893–1926), Maurice Arnoux (1895–1940), Pierre Clerget (1875–1943) und Yvonne Jouron (1900–1985)

Wissenschaftler Pierre-Gilles De Gennes (1932–2007), Paul Henry (1848–1905) und Jean Lenègre (1904–1972)

Sportler Charles Pélissier (1903–1959) und Odile Astié (1941–1980).

Besonders hervorzuheben für ihren künstlerischen Gestaltung sind die Grabsteine von Emmanuel Dolivet, Etienne Beothie und Maurice Arnoux.

Weblinks

Aufnahmen von 1038 Grabsteinen des Friedhofs (französisch) Aufnahmen des Soldatenfriedhofs (französisch) Fünfzig Aufnahmen von den Gräbern bekannter Persönlichkeiten (französisch) Detaillierte Beschreibung des Friedhofs (französisch) Liste von hier bestatteten Persönlichkeiten (französisch)

Einzelnachweise

Montrouge Kategorie:Bauwerk in Paris Montrouge Kategorie:Liste (Grabstätten) Kategorie:Erbaut in den 1820er Jahren Kategorie:Montrouge