União dos Palmares ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Alagoas in der Nordostregion des Landes. Sie liegt in der Zona da Mata alagoana am Rio Mundaú und ist Zentrum der gleichnamigen Região Geográfica Imediata. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf 60.860 geschätzt.
Geografie und Klima União dos Palmares liegt im Nordosten des Bundesstaates Alagoas auf einer Höhe von etwa 155 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 420,081 Quadratkilometer.
Das Gemeindegebiet liegt in der Zona da Mata, einer Übergangsregion zwischen der feuchteren Küstenzone und dem trockeneren Binnenland. Es wird vom Rio Mundaú und seinen Zuflüssen geprägt. Von besonderer historischer und landschaftlicher Bedeutung ist die Serra da Barriga, die als Standort des historischen Quilombo dos Palmares gilt. Das Klima ist tropisch mit warmen Temperaturen und einer stärker ausgeprägten Regenzeit in den feuchteren Monaten.
Geschichte Die Geschichte von União dos Palmares ist eng mit dem Quilombo dos Palmares verbunden. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung reichen die ersten historischen Bezüge zur Serra da Barriga bis an das Ende des 16. Jahrhunderts zurück, als geflohene versklavte Afrikaner aus Zuckerrohrgebieten des heutigen Alagoas und Pernambuco dort Siedlungen gründeten.
Der Quilombo dos Palmares entstand im 17. Jahrhundert und entwickelte sich zum bekanntesten und größten Zusammenschluss geflohener Sklaven im kolonialen Brasilien. Die Serra da Barriga gilt als Symbol des schwarzen Widerstands in Brasilien, da das Gebiet fast ein Jahrhundert lang den größten Quilombo des Landes beherbergte. Zu den bekanntesten Führungspersönlichkeiten gehörten Ganga Zumba und Zumbi dos Palmares. Zumba wurde 1695 getötet und die entstandene unabhängige Sklavenrepublik von den Portugiesen zerstört.
Nach der Zerstörung von Palmares entwickelte sich im 18. Jahrhundert ein neuer Siedlungskern. Der Portugiese Domingos José de Pino erhielt eine Sesmaria und errichtete eine Kapelle zu Ehren von Santa Maria Madalena. Aus dieser religiösen und ländlichen Siedlung entstand der Ort Santa Maria Madalena.
Durch Beschluss vom 13. Oktober 1831 wurde der Ort aus Atalaia ausgegliedert und unter dem Namen Vila Nova da Imperatriz zur Gemeinde erhoben. Die Benennung erfolgte zu Ehren von Kaiserin Amélia, der zweiten Ehefrau von Dom Pedro I. 1889 erhielt die Vila Stadtrechte und wurde in União umbenannt. 1944 erhielt die Stadt ihren heutigen Namen União dos Palmares, der auf den historischen Quilombo dos Palmares Bezug nimmt.
Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf 60.860 Personen geschätzt. Knapp 70 Prozent der Bevölkerung sind Farbige oder Afrobrasilianer. 2022 wies der Ort weiterhin eine Analphabetenrate von mehr als 20 Prozent auf.
JahrEinwohner199157.425200058.620201062.326202259.280Volkszählungen Wirtschaft Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag 2023 bei 28.576 Real, ein eher niedriger Wert. Gegenwärtig wird die Wirtschaftsstruktur vor allem durch Handel, Dienstleistungen, öffentliche Verwaltung, Landwirtschaft und regionale Versorgungsfunktionen geprägt. Neben agrarischen Tätigkeiten besitzt der Kulturtourismus um die Serra da Barriga und den Parque Memorial Quilombo dos Palmares eine besondere Bedeutung.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Der wichtigste kulturhistorische Bezugspunkt von União dos Palmares ist die Serra da Barriga. Die Serra da Barriga wurde 1985 durch das Instituto do Patrimônio Histórico e Artístico Nacional (IPHAN) unter Schutz gestellt; 2007 wurde auf ihrem Hochplateau der Parque Memorial Quilombo dos Palmares eröffnet.
Der 20. November, der Tag des schwarzen Bewusstseins in Brasilien, besitzt in União dos Palmares besondere Bedeutung, da er an den Tod Zumbi dos Palmares erinnert. In der Gemeinde finden zu diesem Anlass kulturelle, religiöse und politische Veranstaltungen statt, die sich mit afrobrasilianischer Geschichte, Erinnerungskultur und Antirassismus befassen.
Religion Die Bevölkerung ist überwiegend christlich geprägt. União dos Palmares gehört zum römisch-katholischen Erzbistum Maceió. Daneben bestehen evangelikale Gemeinden, afrobrasilianische Religionsgemeinschaften und weitere christliche Gemeinschaften.
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Einzelnachweise
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