Johann Jakob Schwarzmann (geboren am 23. Mai 1729 in Schnifis bei Feldkirch, Vorarlberg; gestorben am 12. Juli 1784 ebenda) war ein österreichischer Stuckateur und Stuckplastiker des Rokoko. Er signierte seine Werke unter anderem mit STUCCADOR J. JAC. SCHWARZMANN.

Leben Schwarzmann entstammte einer Baumeisterfamilie aus Vorarlberg. Er war ein Sohn des Steinmetzen und Zimmermeister Joseph Schwarzmann, der 1760 als Leiter der Zunft der Maurer, Steinhauer und Zimmerleute erwähnt wurde, und dessen Frau Franziska (geborene Martin). Schwarzmann galt als sehr angesehen und bekleidete für den Gerichtsbezirk Jagdberg den Posten eines Amtmanns. Er wurde vermutlich in Wessobrunn ausgebildet, da er stilistisch der Wessobrunner Schule zugeordnet wird, aber auch italienische Einflüsse zeigt. Möglicherweise war er ein Schüler von Diego Francesco Carlone, der in Österreich und Süddeutschland aktiv war. Er war ein Zeitgenosse von Joseph Anton Feuchtmayer und arbeitete als Hofstuckateur zumeist mit anderen Hofkünstlern des Hauses Hohenzollern zusammen, zu denen der Maler Meinrad von Ow und die Bildhauer Johann Baptist Hops und Johann Georg Weckenmann gehörten. Für die Ausschmückung des Bibliothekssaals des ehemaligen Prämonstratenserklosters (ab 1440 Reichsabtei) in Bad Schussenried arbeitete er in den Jahren 1754 bis 1760/1761 mit Fidel Sporer und Gottfried Bernhard Göz zusammen.

Schwarzmann war seit Juni 1754 mit Maria Barbara (geborene Duelli) verheiratet, einer Tochter des Stuckateurs Michael Duelli, der zugleich sein Taufpate war.

Werke (Auswahl) 1751: Wallfahrtskirche Maria Schray in Pfullendorf 1750/1751: Katholische Pfarrkirche St. Jakob in Pfullendorf (auch am Altar und zwei Nebenaltären) 1751–1753: Klosterkirche St. Bernhard des ehemaligen Stifts der Zisterzienserinnen in WaldEhemalige Zisterzienserinnenabtei Wald sueddeutscher-barock.ch. 1754–1760: Bibliotheksaal in der ehemaligen Prämonstratenser-Reichsabtei und Kirche St. Magnus in Schussenried (auch 32 Stuckmarmorsäulen)Schussenried: Ehem. Prämonstratenser-Reichsabtei und Kirche St. Magnus sueddeutscher-barock.ch. 1758: Katholische Kirche St. Kilian in Bittelschieß 1758/1759: Katholische Pfarrkirche St. Johannes in Sigmaringen 1772/1773: Katholische Stadtpfarrkirche St. Martin in Meßkirch 1774: Entwurf für das Epitaph des Fürsten Karl von Fürstenberg (Karl Friedrich von Fürstenberg, Ausführung jedoch durch den Riedlinger Bildhauer Joseph Christian, der es zu einem geringeren Preis fertigte)

Zeichnungen 1. Mai 1758: Entwürfe für die Sigmaringer Stadtpfarrkirche (J. Jacob Schwarzmann, Stuccador Veldkirchensis inven). 10. März 1764: Entwurf für das Stuckwerk für eine dreischiffige, gotische Hallenkirche (Joh, Jacob Schwarzmann, Stuccador Veldkür) Entwurf für einen Hochaltar (laviert) Stuckaturentwurf für eine Flachdecke

Literatur

Skulptur und Stukkatur des Rokokos in Hohenzollern: Leben und Werk der Hohenzollerischen Hofkünstler: Franz Magnus Hobs, Johann Georg Weckenmann, Johann Jakob Schwarzmann. O. Elsner, Berlin 1936 (Dissertation).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Schnifis) Kategorie:Stuckateur Kategorie:Person (Hohenzollern-Sigmaringen) Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Geboren 1729 Kategorie:Gestorben 1784 Kategorie:Mann