mini|Ernst Piller Ernst Piller (* 16. April 1953 in Allerheiligen im Mürztal) ist ein österreichischer Informatiker und Hochschullehrer. Er lehrt an der University of Applied Sciences St. Pölten und an der Technischen Universität Wien und arbeitet in den Bereichen IT-Sicherheit und Kryptographie.

Leben und Wirken Ernst Piller wuchs am elterlichen Bauernhof in Allerheiligen im Mürztal auf und maturierte 1972 an der HTL Kapfenberg in Elektrotechnik. Nach dem Militärdienst studierte er Technische Mathematik an der TU Graz und schloss 1977 nach vier Jahren mit Auszeichnung ab. Anschließend promovierte er im Fach Informatik an der TU Wien, ebenfalls mit Auszeichnung. 1991 habilitierte er sich dort im Bereich Informatik und ist seitdem als Universitätsdozent tätig.

Von 1977 bis 1981 war Piller Universitätsassistent an der TU Wien. Danach wechselte er in die Privatwirtschaft und arbeitete unter anderem bei der Bull AG und „Austria Card“. Er war Geschäftsführer der CZS (Chipkarten, Zahlungsverkehr und Sicherheitsdruck) GmbH, einem Tochterunternehmen der OeNB, sowie später Vorstandsmitglied der deutschen Winter AG, eines börsennotierten Großunternehmens im Bereich IT-Sicherheitsprodukte. Seit 2006 ist Piller Professor an der University of Applied Sciences St. Pölten. Dort leitete er zehn Jahre lang das „Institut für IT Sicherheitsforschung“. Im Jahr 2022 gründete er gemeinsam mit zwei Kolleginnen eine Software-Firma.

Piller ist allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für IT-Sicherheit. Er ist in mehreren Fachverbänden leitend aktiv, darunter der „Hauptverband der Gerichtssachverständigen“, die „Cyber Security Austria“ sowie der „Österreichische Innovatoren-, Patentinhaber- und Erfinderverband“ (OPEV). Von 1985 bis 2017 war er Vorsitzender der „Austrian Smart Card Association“.

Er ist neben einer Vielzahl an wissenschaftlichen Publikationen auch Erstautor mehrerer Fachbücher im Springer Verlag, sein jüngstes Werk Data Encryption at the Intersection of Mathematics and Physics erschien bei Springer Nature. Darin befinden sich auch die ersten dedizierten Verschlüsselungsverfahren für physikalische Kryptografie, die aus seiner Forschungstätigkeit entstanden sind. Sein im Jahr 1995 angemeldetes Patent AT 409425: „System, Chipkarte und Sicherungsmechanismen für den elektronischen Zahlungsverkehr mit Chipkarte“ befand sich weltweit in über 20 Millionen Produkten. Eine weitere seiner Erfindungen, Satellitenkryptografie genannt wurde im Jahr 2019 zum Patent angemeldet, im Technischen Museum Wien ausgestellt und im Rahmen von „100 Jahre Niederösterreich“ als eine der besten Erfindungen des Jahrhunderts ausgezeichnet. Zudem erhielt er zwei bedeutende Innovationspreise.

Auszeichnungen 1973: 2. Platz beim European Philips Contest for Young Scientists and Inventors in London 1997: Kaplan-Medaille 2019: 1. Platz beim riz up GENIUS in der Kategorie „Geniale Forschung und Entwicklung“ 2019: 1. Platz beim NÖ Innovationspreis 2022: Auszeichnung im Rahmen von „100 Jahre Niederösterreich“

Weblinks

Ernst Piller an der University of Applied Sciences St. Pölten Ernst Piller an der Technischen Universität Wien Ernst Piller als Gerichtssachverständiger

Einzelnachweise

Kategorie:Informatiker Kategorie:Hochschullehrer (St. Pölten) Kategorie:Unternehmer (Österreich) Kategorie:Unternehmer (21. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Graz Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Wien Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Mann