St. Antonius Abbas in Hartefeld, einem Stadtteil von Geldern nordwestlich von Duisburg, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Maria Magdalena (Geldern). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Antonius Abbas, der oft als Vater der Mönche bezeichnet wird, und gehört zum Kreisdekanat Kleve im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist ein neugotischer Saalbau und hat rund 230 Sitzplätze.

Geschichte 1440 war die Antonius-Kapelle der erste Sakralbau im Dorf Hartefeld. 1464 wird von der Neuerrichtung der Kirche St. Antonius in Hertenveld in parochia de Nova Ecclesia Gelrensis berichtet. Am 15. Juni 1804 erfolgte die Pfarrerhebung durch den Aachener Bischof Berdolet.

St. Antonius Abbas war 1804 bis 1821 (im Zuge der napoleonischen Verwaltungsordnung) eine Filiale der Kantonskirche St. Maria Magdalena (Geldern) und danach wieder selbstständig. Später gab es Abpfarrungen von St. Antonius (Sevelen) und St. Dionysius (Nieukerk). Ende des 19. Jahrhunderts wurde St. Antonius Abbas (Hartefeld) neugebaut.

Baubeschreibung Nach den Plänen des Architekten Julius Busch (Neuss) entstand in Hartefeld 1894–96 die einschiffige neugotische Backsteinkirche St. Antonius Abbas und 1901 der Fassadenturm. Karl Wierichs (Kevelaer) setzte den Turm 1976 instand. Mehrere Sanierungen des Gebäudes erfolgten 1986 und 1988–91 durch Hermann Forthmann (Geldern). 2016 wurde das Gotteshaus renoviert.

St. Antonius Abbas ist eine Saalkirche mit Querhaus und Kreuzrippengewölbe unter Satteldächern. Der Chor mit Fünfachtelschluss liegt im Osten, und der Fassadenturm im Westen hat ein Helmdach. Die eingeschossige Sakristei im Nordosten besitzt ein Walmdach. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk und Dächern aus Naturschiefer.

Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1910, das Pfarrheim von 1918, das (angemietete) Jugendheim von 1954 sowie der 1954 eröffnete und 1970 umgebaute (angemietete) Kindergarten. Die Kirche steht mit der Denkmalnummer GE10108 in der Liste der Baudenkmäler in Geldern.

Strukturentwicklungen Am 26. August 2007 fusionierten die Pfarreien St. Antonius Abbas (Hartefeld) und St. Maria Magdalena sowie fünf weitere Gemeinden der Region Geldern zur neuen Großpfarrei St. Maria Magdalena, sodass St. Antonius Abbas seitdem nur noch eine Filialkirche dieser Gemeinde ist.

Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Kleve die Pfarreien St. Maria Magdalena (Geldern), St. Anna Issum (Sevelen), St. Dionysius (Kerken), St. Martinus (Rheurdt), St. Peter und Paul (Straelen) und St. Marien (Wachtendonk) zusammen zum Katholischen Kirchenverband Pastoraler Raum Gelderland.

Glocken Im Fassadenturm von St. Antonius Abbas hängen die folgenden drei Kirchenglocken aus Bronze:

Glocke 1: Schlagton: e1; Ø 124 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1954 Glocke 2: Schlagton: g1; Ø 103 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1954 Glocke 3: Schlagton: a1; Ø 92 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1922.

Orgel Die Firma Romanus Seifert (Kevelaer) baute 1914 für St. Antonius Abbas eine Pfeifenorgel mit 15 Registern und führte 1979 eine Elektrifizierung und Umdisponierung durch. Dieses Instrument mit 20 Registern besitzt Seifert’sche Membranladen sowie eine elektrische Spiel- und Registertraktur. Für die beiden Manuale (C–g3) mit Pedal (C–f1) gibt es zahlreiche Spielhilfen.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab und Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks Website von St. Antonius Abbas (Hartefeld) Website vom Kreisdekanat Kleve

Einzelnachweise

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