mini|Priscilla Norman auf ihrem Autoped, 1916

Florence Priscilla, Lady Norman, geborene McLaren (* 1884 in Richmond, Surrey; † 1. März 1964 in Antibes, Département Alpes-Maritimes, Frankreich) war eine englisch-britische Frauenrechtlerin. Sie war die ehrenamtliche Schatzmeisterin der Liberal Women's Suffrage Union.

Leben Norman war das vierte Kind und die zweite Tochter des liberalen Politikers Charles McLaren, 1. Baron Aberconway, und von Laura Elizabeth Pochin. Ihre Brüder waren die liberalen Politiker Henry und Francis McLaren, die Schwester war Elsie Dorothea McLaren.

1907 wurde sie die zweite Frau von Henry Norman, 1. Baronet, einen bekannten Journalisten und damaligen liberalen Abgeordneten für Wolverhampton South, der diesen Sitz bei den ersten Wahlen 1910 verlor, dann aber bei den zweiten Wahlen desselben Jahres den Sitz in Blackburn gewann. Zu den Anliegen, für die sich Henry Norman als Politiker einsetzte, gehörte das Frauenwahlrecht.

Wie ihre Mutter engagierte sie sich über die Liberal Women’s Suffrage Union und die Women’s Liberal Federation für das Frauenwahlrecht. Sie war Mitglied der National Union of Women’s Suffrage Societies (NUWSS).

Während des Ersten Weltkriegs leitete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann ein von Freiwilligen betriebenes Krankenhaus, bekannt als The British Hospital, in Wimereux, Frankreich. Es befand sich im Hotel Belle Vue in Wimereux und verfügte 1915 über 102 Betten. Im Jahr 1914 begleitete sie zwanzig Krankenschwestern des Britischen Roten Kreuzes nach Frankreich in ein Krankenhaus mit einer professionellen Oberschwester, Mary Foster-Elliot. Anders als die Mehrzahl der Aristokraten, die sich auf ihre Freiwilligenarbeit konzentrierten, schätzte Norman die Rolle von professionellen Krankenschwestern: „Professionelle Frauen haben diese Arbeit in Friedenszeiten geleistet, und sie sollten dies sicherlich auch jetzt tun, da der Krieg gekommen ist und ihnen die interessantesten Möglichkeiten für den öffentlichen Dienst bietet. Es ist ihr Recht.“ Norman wurde für ihre Verdienste mit dem 1914 Star, der für Einsatz in Belgien und Frankreich 1914 verliehenen Kampagnenmedaille, ausgezeichnet und in Berichten lobend erwähnt. 1917 für Norman ihre Kriegsverdienste zur Commander of the Order of the British Empire (CBE) ernannt.

Norman war mit Gründung des Imperial War Museum (IWM) im Jahr 1917 dort tätig und wurde 1920 als erste Frau in das Kuratorium berufen. Ab 1917 war sie Vorsitzende eines seiner Unterausschüsse (des Women’s Work Subcommittee) und trug maßgeblich dazu bei, dass die Beiträge von Frauen während des Krieges dokumentiert und in die Sammlungen des Museums aufgenommen wurden. Ihre Verbindung zum IWM bestand über viele Jahre hinweg fort.

Nach der Einführung eines (begrenzten) Frauenwahlrechts mit dem Representation of the People Act 1918, engagierte sich Norman aktiv in weiteren Organisationen, die sich mit Frauenfragen befassten. 1919 trat sie dem Women’s Advisory Committee des Völkerbundes bei. 1921 wurde sie Mitglied eines Ministerialausschusses für Kinderadoption und engagierte sich in der National Adoption Society. 1922 wurde sie Friedensrichterin am Jugendgericht in London. Sie war außerdem im Nuffield Provincial Hospitals Trust tätig und wurde später Vorsitzende dessen Women’s Advisory Committees.

Da sie sich für Fragen der psychischen Gesundheit interessierte, wurde sie 1926 als erste Frau in den Vorstand des Royal Earlswood Hospital berufen. Sie war Vorstandsmitglied während der Umwandlung in einen Krankenhausverwaltungsausschuss des National Health Service im Jahr 1948 bis zu ihrem Rücktritt im Jahr 1961. Ab 1945 war sie stellvertretende Vorsitzende der neu gegründeten National Association for Mental Health, an deren Gründung sie mitwirkte. Ab 1951 gehörte sie den Verwaltungsräten der psychiatrischen Kliniken Bethlem und Maudsley an, die beide Krankenpflegeschulen unterhielten. Im Januar 1965 verfasste sie für die National Association for Mental Health einen Visitationsbericht über „die Besuche von Lady Norman und Miss Addis in Hongkong und Manila sowie von Lady Norman in Sydney und Melbourne“.

Während des Zweiten Weltkriegs war Norman als Fahrerin beim Women’s Voluntary Service in London aktiv.

Wie ihre Großeltern, die den Bodnant Garden gegründet hatten, war Norman eine begeisterte Gärtnerin.Als sie und ihr Mann Ramster Hall in Surrey erwarben, war sie maßgeblich an der Anpflanzung von Rhododendren und Azaleen in den Gärten beteiligt. Die Gärten wurden 1927 im Rahmen des ersten National Gardens Scheme zur Unterstützung des Queen’s Nursing Institute für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und werden seitdem jährlich im Rahmen dieses Programms geöffnet-

1931 erbte sie das Château de la Garoupe in Antibes von ihrer Mutter und führte die Pflege und Gestaltung der Gärten fort. Dort starb sie 1964 im Alter von 80 Jahren. Ihr Nachlass wird in der Women’s Library in London aufbewahrt.

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Einzelnachweise

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