Charles Cornelisz. de Hooch (auch Carel oder Chaerles) (* um 1577 in Den Haag; † ca. 2. Juli 1638 in Utrecht) war ein niederländischer Maler des Goldenen Zeitalters, der für seine Ölbilder von römischen Ruinen mit Staffage in weiten italienischen Landschaften bekannt wurde. Zusammen mit Cornelis van Poelenburgh gilt er zudem als Begründer der niederländischen Grottenmalerei.

Familie und Lebenslauf Charles Cornelisz., der stets mit „Chaerles“ signierte, war wohl der Sohn des Kupferstechers und Kartografen Cornelis de Hooghe (1541–1583), der als unehelicher Sohn von Kaiser Karl V. (1500–1558) galt und als Mitbeteiligter nach einer gescheiterten Verschwörung zugunsten seines Halbbruders König Philipp II. von Spanien in Den Haag enthauptet worden war. Es wird angenommen, dass sich Charles eine Zeit lang in Paris und dann von 1624 bis 1627 in Italien bei der Familie Farnese aufgehalten hat. In Samuel Ampzings Beschreibung und Lob der Stadt Haarlem wird er dort 1628 als Ruinenmaler zusammen mit Pieter Molyn, Jacob Pinas und Salomon de Bray aufgeführt.

Im selben Jahr erschien er auch in Utrecht, wo er schließlich 1633 in die Lukasgilde aufgenommen wurde. Zu der Gruppe, der mit ihm befreundeten Malern gehörten dort Bartholomeus Breenbergh und Abraham van Cuylenburg. 1635 verfasste er sein Testament und wurde am 2. Juli 1638 in Utrecht begraben. Von Abraham Bredius wurde gemutmaßt, er wäre der Vater von Pieter de Hooch (1629–1679), doch dies gilt heute als widerlegt. Möglicherweise ist er aber der Vater von David de Hooch, dessen Werke seinen ähneln. Wahrscheinlich ist, dass er Lehrmeister von Jan Both gewesen ist.

Œuvre und Stil Von Charles de Hooch sind nur wenige Dutzend Gemälde bekannt, einige davon in berühmten öffentlichen Sammlungen.

In seiner Haarlemer Zeit finden sich seit 1620 vor allen Dingen niederländische Landschaften mit heimischen Burgruinen. Erst nach dem vermuteten Aufenthalt in Italien malte er ab 1628 in Utrecht seine für ihn typischen italienischen Landschaften mit römischen Ruinen und Grottenbilder. Die Ruinen sind dabei zumeist von einem hellen Licht beschienen und setzen sich gegen einen in Dunkel getauchten Vordergrund, dunkle Landschaftselemente, wie Bäume oder Büsche, und oftmals dramatische Wolkenbilder ab. Ein typisches Element ist dabei für ihn der Einsatz von Figuren, um die Szenen verfallener römischer Pracht mit Elementen des Alltagslebens zu beleben. Wäscherinnen, Würfelspieler, Hirten mit Rindern oder Schafe sowie Reisende im Gespräch schaffen die Verbindung zur Gegenwart. Auch in den Grotten fangen die römischen Ruinen, Statuen und Sarkophage das Licht ein, während weite Teile um sie herum ins Dunkel getaucht sind. Wanderer lagern oftmals dazwischen oder bestaunen das Vergangene.

Das Œuvre ähnelte dem von Bartholomeus Breenbergh so sehr, dass die wenigen unsignierten Bilder, die de Hooch hinterließ, oftmals mit den seinen verwechselt wurden.

Gemälde in bedeutenden Sammlungen (Auswahl) mini|Landschap met de Emmaüsgangers Rijksmuseum SK-A-2218 mini|2011-03-26 Aschaffenburg 016 Schloss Johannisburg, Staatsgalerie, Carel de Hooch - Italienische Landschaft (6090732421)

''Landschaft mit Christus auf dem Weg nach Emmaus'', 46 × 66 cm, Rijksmuseum Amsterdam, Inv.-Nr, SK-A-2218 ''Italienische Landschaft', 24 × 32,9 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Staatsgalerie Aschaffenburg, Inv.-Nr. 6529 ''Italienische Landschaft mit Stadtbefestigung'', 9,3 × 16,2 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlung, Alte Pinakothek, Inv.-Nr. 2746 ''Italienische Landschaft mit Brücke, 9,3 × 16,2 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlung, Alte Pinakothek, Inv.-Nr. 2745 ''Eine fantastische Grotte'', 89,5 × 121,5 cm, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen, Inv.-Nr. KMSst140 ''Eine Berghöle'', 53 × 79,5 cm, Staten Museum for Kunst, Kopenhagen, Inv.-Nr. KMSst82 ''Italienische Landschaft mit Ruinen und Entenjägern', 42 × 63,3 cm, Centraal Museum Utrecht, Inv.-Nr. 11023 ''Baumhaus vor römischen Ruinen'', 27,5 × 31,8 cm, Centraal Museum Utrecht, Inv.-Nr. 2491 ''Römisches Forum mit Brunnen'', Mougins Museum of Classical Art, Mougins, Inv-Nr. ''Tempelruine'', 16,2 × 23,7 cm, Dulwich Picture Gallery, London, Inv.-Nr. 23 ''Grotte mit badenden Nymphen und Blick auf Ruinen, 41 × 52 cm, Kode Art Museum Bergen, Inv.-Nr. BB.M.00064 / Römische Ruinen mit Statue und Sarkophag, 41 × 52 cm, früher SØR Rusche-Collection

Literatur Alfred von Wurzbach: Niederländisches Künstler-Lexikon. Mit mehr als 3000 Monogrammen. Wien 1906–1911, Band 1 (1906), S. 715.

Horst Gerson: Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. B.M. Israel, Amsterdam 1983, S. 150, 463. Saur – Allgemeines Künstlerlexikon: die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. De Gruyter, Berlin/München, 1992, Vol. 74 (2012), S. 424.

Weblinks

Chaerles de Hooch, Eintrag im RKD (Den Haag), (engl.) C.H. C. Flugi van Aspermont:''Carel Gornelisz. de Hooch'' in RKD digital books (niederländisch) Chaerles de HOOCH - Dulwich Picture Gallery, (engl.) I

Einzelnachweise

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