Der Rubinkehl-Mistelfresser (Dicaeum trigonostigma) ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).

Der Vogel kommt in Bangladesch, Brunei, Indonesien, Malaysia, Myanmar, auf den Philippinen, in Singapur und Thailand vor.

Das Verbreitungsgebiet umfasst verschiedene Waldarten, auch Flügelfruchtgewächse (Dipterocarpaceae), Heideflächen in den unteren Bergregionen, im Flachland und im Hochland, Torfmoorwälder, Auwälder, Myrtenheiden (Melaleuca) und Mangrovenwald. Die Art ist seltener im Waldesinneren, mehr an den Waldrändern anzutreffen, auch auf Ackerland und in Gärten, meist um blühende und fruchttragende Bäume herum bis in Höhenlagen von 1500 bis 1800 m. ü. M.

Der Artzusatz kommt von , und .

Merkmale Der Vogel ist 8–9 cm groß und wiegt 5–9 g. Das Männchen ist am Kopf bis unter die Augen, am Nacken und Mantel, den Flügeloberseiten und am Schwanz dunkel schieferblau, etwas glänzend mit dreieckigem, orangem Fleck am oberen Rücken, unterem Rücken und Bürzel. Zügel und Kopfseiten sind blaugrau oder schieferfarben. Die Kehle bis obere Brusthälfte ist blass grau, die übrige Unterseite ist hell orangefarben, am Bauch mehr gelb. Die Iris ist kastanienbraun oder braun, der Schnabel schwärzlich, am Unterschnabel blasser. Die Beine sind dunkelgrau, indigofarben oder schwärzlich. Das Weibchen ist gräulich bis olivbraun an der Oberseite mit olivgelbem Bürzel, Kehle, Brust und Flanken sind graubraun, der Bauch ist gelb und geht in Richtung Unterschwanzdecken in eine orange Färbung über. Die Iris ist blass bis dunkelbraun. Jungvögel sind an Kehle, Brust und Flanken gräulich-olivfarben, meist ohne gelbe oder orange Töne, die Oberseite ist olivgrün, Flügel und Schwanz sind schwarz, die Steuerfedern tragen blaue Berandung, die Schirmfedern haben grüne Ränder, die Unterseite ist hellolivfarben, am Kinn etwas grünlich überhaucht. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel hellgelb mit hellbrauner Spitze, die Beine sind blass schieferblau.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt, die von „Birds of the World“ und „Clements Checklist of Birds of the World“ noch ergänzend in polytypische Gruppen eingeteilt werden: [trigonostigma-Gruppe], Bürzel farblich wie der Rücken D. t. rubropygium , 1921E. C. S. Baker: Dicaeum trigonostigma rubropygium. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club, Band 41, S. 108, 1921, Biodiversity Library – Bangladesch, Myanmar und Süden der Halbinsel Thailand, Männchen mehr orange an der Unterseite und schwärzlicher Schwanz, Weibchen mehr orange an den Oberschwanzdecken mit weißlicher Kehle D. t. trigonostigma (, 1786, Nominatform – Malaiische Halbinsel bis Singapur, Sumatra und Karimatainseln, enthält mehrere vorgeschlagene, aber verworfene Unterarten D. t. croceoventre (Sumatra), D. t. melanthe (Lasia nordwestlich Sumatras) D. t. lyprum (Nias I), D. t. tanamassae (Tanahmasa) und D. t. pagense (Südpagai) sowie D. t. hypochloum (Siantan, Anambasinseln) D. t. antioproctum , 1786H. C. Oberholser: Dicaeum trigonostigma antioproctum. In: Smithsonian Miscellaneous Collections, Band 60, Nummer 7, S. 21, 1912, Biodiversity Library – Simeuluë, wie Nominatform, aber Weibchen grünlicher, weniger olivfarben am Bürzel und an der Unterseite, eventuell der Nominatform zuordenbar D. t. megastoma , 1918E. J. O. Hartert: Dicaeum trigonostigma megastoma. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club, Band 38, S. 74, 1918, Biodiversity Library – Natuna-Inseln, wesentlich größerer Schnabel D. t. flaviclunis , 1918E. J. O. Hartert: Dicaeum trigonostigma flaviclunis. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club, Band 38, S. 75, 1918, Biodiversity Library – Krakatau-Inseln, Java und Bali, Männchen reiner gelber Bürzel, Weibchen leuchtender gelber Bürzel, Unterseite gelber, an der Brustmitte orangefarben, Jungvögel braun ohne gelb oder orange D. t. dayakanum & F. N. Chasen und C. B. Kloss: Dicaeum trigonostigma dayakana. In: Journal für Ornithologie, Band 77, Supplement 2, S. 121, 1929, Springer – Borneo, Oberseite schwärzer, mehr orange am Rücken, Kehle bis Brust dunkler grau, Weibchen mit grünlich überhauchtem orangefarbenem Bürzel, gelblich-weißer Kehle, grauer Brust mit etwas orange, Unterseite gelb. D. t. melanostigma , 1947J. T. Delacour: Dicaeum trigonostigma melanostigma. In: Birds of Malaysia, 1947, zusätzlich nur von „Birds of the World“ und „Clements Checklist of Birds of the World“, von den anderen Taxonomien unter die Nominatform subsumiert [xanthopygium/dorsale Gruppe], Bürzel farblich abgesetzt D. t. xanthopygium , 1877Tweeddale: Dicaeum xanthopygium. In: The Annals and Magazine of Natural History including Zoology, Botany, and Geology Serie 4, Band 20, Nummer 116, S. 95, 1877, Biodiversity Library – Philippinen Luzon und Mindoro, Männchen mit Kopfkappe und Oberseite dunkel schieferblau, hell orangeroter Fleck auf der Rückenmitte, gelber Oberschwanzdecken und Bürzel, blauschwarzer Schwanz, Gesicht schwarz, Unterseite gelb, mittig an Brust und Bauch orangefarben, Weibchen oliv (und nicht grau) an der Unterseite D. t. dorsale , 1876R. B. Sharpe: Dicaeum dorsale. In: Nature, Band 45, S. 298, 1876, Biodiversity Library – Philippinen Western Visayas, Oberseite weniger orangefarben, Bürzel dunkelblau, mehr Orange an Brust und Unterseite, Weibchen gelb unten mit mehr orange mittig auf der Brust [sibuyanicum Gruppe] D. t. intermedium & , 1894F. S. Bourns und D. C. Worcester: Dicaeum intermedia. In: Occasional Papers of the Minnesota Academy of Natural Sciences, Band 1, Nummer 1, S. 19, 1894, Biodiversity Library – Philippinen Romblon, Kinn blasser grau, Kehle blass gelb überhaucht, Bürzelfleck olivgrün, klein oder fehlend, Weibchen matter an der Unterseite D. t. cnecolaemum , 1989K. C. Parkes: Dicaeum trignostigma cnecolaemum. In: Nemouria, Nummer 33, S. 8, 1989, Biodiversity Library – Philippinen Tablas, nur fraglich unterscheidbar von D. t. intermedium, Männchen mit gelb überhauchtere Kehle, dunkleres Orange an der Brust, Oberseite weniger schwärzlich-blau. D. t. sibuyanicum & , 1894F. S. Bourns und D. C. Worcester: Dicaeum sibuyanica. In: Occasional Papers of the Minnesota Academy of Natural Sciences, Band 1, Nummer 1, S. 18, 1894, Biodiversity Library – Philippinen Sibuyan, Männchen sehr dunkler olivgrüner Bürzel ohne gelb, Kinn und Kehle grau, Unterseite grünlicher gelb (weniger orange), Weibchen ohne Gelb am Bürzel [cinereigulare Gruppe], Bürzel farblich nicht unterschieden D. t. besti , 1890J. B. Steere: Dicaeum besti. In: A list of the birds and mammals collected by the Steere Expedition to the Philippines, with localities, and with brief preliminary descriptions of supposed new species, S. 22, 1890, Biodiversity Library – Philippinen Siquijor, Männchen etwas größer mit weniger Gelb an der Kehle D. t. pallidius & , 1894F. S. Bourns und D. C. Worcester: Dicaeum pallidior. In: Occasional Papers of the Minnesota Academy of Natural Sciences, Band 1, Nummer 1, S. 18, 1894, Biodiversity Library – Philippinen Cebu, Männchen blasser blau an der Oberseite, gleichmäßig gelb unten, an der Brust nur Spuren von Orangefärbung. D. t. cinereigulare , 1878A. Tweeddale: Dicaeum cinereigulare. In: Proceedings of the Zoological Society of London, 1877, Teil 4, S. 829, 1878, Biodiversity Library – Philippinen Eastern Visayas und Mindoro, Männchen hat kleinen dreieckigen orangefarbenen Fleck auf dem Rücken, kein Gelb am Bürzel, gräuliches Band quer über die Mitte der gelben Kehle, Brust und Unterseite orangefarben, Weibchen mit gelber Kehle und mehr orange in der Brustmitte D. t. isidroi & , 1969A. L. Rand und D. Rabor: Dicaeum trigonostigma isidroi. In: Fieldiana Zoology, Band 51, Nummer 13, S. 163, 1969, Biodiversity Library – Philippinen Camiguin, Männchen größer, Kinn und Kehle blassgelb, gräulich weiße Halsseiten nicht gelblich überhaucht [sibutuense/assimile Gruppe] D. t. assimile & , 1894F. S. Bourns und D. C. Worcester: Dicaeum assimilis. In: Occasional Papers of the Minnesota Academy of Natural Sciences, Band 1, Nummer 1, S. 19, 1894, Biodiversity Library – Philippinen Sulu-Archipel, Männchen mit gelbem Bürzel, dunkelgrau an Kinn und Kehle, blass orangen an Brust und Unterseite, enthält D. t. hanadori (Siasi, im Sulu-Archipel) D. t. sibutuense , 1893R. B. Sharpe: Dicaeum sibutuense. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club, Band 1, Nummer 12, S. 10, 1893, Biodiversity Library – Philippinen Sulu-Archipel, Männchen mit weniger Orange am Rücken als die Nominatform, nur wenig Gelb am Bürzel, Unterseite bläulicher, Kehle sehr dunkel blaugrau, Weibchen deutlich grüner, am Bürzel grünlich-gelb, Kehle und Brust grauer mit etwas oranger Färbung im oberen Brustbereich.

Stimme Der Gesang wird als anhaltendes schrilles Zwitschern, als „swit“ oder „swit-szee“, als langgezogenes „zeeee“ sowie als mehrere Sekunden lange Folge von zwitschernden und keuchenden Lauten beschrieben. Im Fluge oder auf einer Sitzwarte lässt das Männchen ein wiederholtes „zit-zit-zit“, ein summendes „brrr-brrr“ oder ein hohes „zeeeep zeeeep“ hören.

Lebensweise Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten aller Art, auch Pflanzensamen, Blüten, Nektar und Pollen, zusätzlich Spinnentiere und kleine Insekten. Meist ist die Art in den Wipfeln zu finden.

Die Brutzeit liegt zwischen April und Mai in Bangladesch, zwischen Januar und Mai sowie im Juli auf der Malaiischen Halbinsel, im Juli und zwischen September und Dezember in Nordborneo, zwischen Februar und Mai und zwischen Oktober und Dezember in Westjava, im Februar, April und Juni bis August auf den Philippinen, im Juli auf Sumatra.

Das Nest sieht wie ein Gänseei aus mit seitlichem Eingang, hergestellt aus Pflanzenmaterial, Farnen, kleinen Wurzeln und Spinnweben, in 1–3 m Höhe über dem Boden an einen dünnen Zweig gehängt. Das Gelege besteht aus 2–3 bläulich-weißen Eiern, zart braun gesprenkelt, am breiteren Ende mit größeren dunkelbraunen Flecken.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur G. A. Scopoli: Certhia trigonostigma. In: Deliciae Florae et Faunae Insubricae, Band 2, S. 91, 1786, PDF

Weblinks

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Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF R. A. Cheke und C. Mann: Orange-bellied Flowerpecker (Dicaeum trigonostigma), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Dicaeum trigonostigma J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026

Kategorie:Mistelfresser