Clara „Cläre“ Lehnig, geborene Pöschke (* 14. April 1904 in Guhrau, Provinz Schlesien; † 9. März 1991 in Berlin) war eine deutsche kommunistische Widerstandskämpferin und Mitglied der Widerstandsgruppen Uhrig-Römer und Saefkow-Jacob-Bästlein.

Leben Pöschke wurde in Schlesien geboren und arbeitete bis 1939 als Schneiderin. Sie war im Arbeitersportverein Fichte Berlin aktiv und wurde 1923 KPD-Mitglied. In zweiter Ehe heiratete sie den kommunistischen Widerstandskämpfer Georg Lehnig und bekam mit ihm einen Sohn, Horst, der später aus der Wehrmacht desertierte. Ende der 1930er Jahre schloss sie sich der Uhrig-Römer-Widerstandsgruppe und ab August 1944 der Saefkow-Jacob-Bästlein-Widerstandsorganisation an.

Lehnig war an der Herstellung von Flugblättern beteiligt, hielt Kontakte zwischen einzelnen Widerstandskämpfern, stellte zusammen mit ihrem Mann ihre Wohnung für illegale Treffen zur Verfügung und gewährte dem von der Gestapo gesuchten Widerstandskämpfer Paul Hinze Unterschlupf. Insbesondere unterstützte sie Zwangsarbeiter und im Untergrund lebende Freunde durch das Sammeln von Lebensmitteln, Kleidung und die Beschaffung von Quartieren.

Ihr Mann Georg Lehnig wurde im April 1944 verhaftet, im Januar 1945 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und am 28. März 1945 in Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.

Nachkriegszeit und Gedenken Nach Kriegsende wurde Lehnig Mitglied der wiedergegründeten KPD und später der SED. An der Pestalozzi-Fröbel-Schule in Berlin absolvierte sie eine Ausbildung zur Hilfsfürsorgerin.

An Georg Lehnig erinnern zwei Gedenktafeln, eine in Berlin-Friedrichshain und eine in Berlin-Rummelsburg an den ehemaligen Wohnungen der Lehnigs. Clara Lehnig wird auf beiden Tafeln nicht erwähnt.

Das Familiengrab der Lehnigs befindet sich in der Grabanlage für Verfolgte des Nazi-Regimes (VdN) auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde.

Literatur Ursel Hochmuth: Illegale KPD und Bewegung „Freies Deutschland“ in Berlin und Brandenburg 1942–1945. Biographien und Zeugnisse aus der Widerstandsorganisation um Saefkow, Jacob und Bästlein. (= Schriften der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Reihe A, Analysen und Darstellungen, Band 4); Hentrich und Hentrich, Teetz 1998, ISBN 3-933471-08-7; S. 185

Einzelnachweise

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