Giro d’Italia Women 2026 war ein Etappenrennen für Frauen. Das Rennen fand vom 30. Mai bis 7. Juni in Italien statt und war Teil der UCI Women’s WorldTour 2026. Gesamtsiegerin wurde die Niederländerin Demi Vollering.
Streckenführung
Die Strecke beschrieb über neun Etappen einen Bogen durch Norditalien von der Adriaküste zu den westlichen Alpen.
Rennverlauf
1. Etappe
Die erste Etappe mit Start in Cesenatico war vollkommen flach und endete mit drei Runden auf einer Schleife im Stadtgebiet von Ravenna.
Eine dreiköpfige Ausreißergruppe wurde 50 km vor dem Ziel wieder eingeholt. Bereits zuvor hatte Sprinterin Cat Ferguson nach einem Massensturz im Feld aufgegeben. Auf dem kurvenreichen Stadtparcours in Ravenna zog sich das Feld immer wieder auseinander und dünnte sich aus. Lorena Wiebes gewann überlegen den Sprint vor Elisa Balsamo. Mehrere Stunden nach der Siegerehrung wurde Wiebes allerdings disqualifiziert, da ihr Rennrad nicht das vorgeschriebene Mindestgewicht von 6,8 kg aufwies. An ihrer Stelle wurde Balsamo zur Etappensiegerin erklärt.
2. Etappe
Die zweite Etappe war bis auf die Bergwertung Muro di Ca’ del Poggio ebenso flach wie die erste.
Aus einer dreiköpfigen Ausreißergruppe heraus gewann Eleonora La Bella die einzige Bergwertung des Tages. Den Massensprint am Ende der Flachetappe gewann Elisa Balsamo knapp vor Lara Gillespie und Chiara Consonni.
3. Etappe
Die dritte Etappe von Bibione nach Buja bei Udine war ebenfalls weitgehend flach und wies nur zwei kleinere Bergwertungen auf.
Zu Beginn der Etappe bildete sich eine sechsköpfige Ausreißergruppe. An der ersten Bergwertung ließen Alison Jackson, Marta Pavesi und Cristina Tonetti ihre Begleiterinnen hinter sich, wurden jedoch ihrerseits zu Beginn der zweiten Bergwertung 20 km vor dem Ziel eingeholt. Eine Reihe von Kandidatinnen für das Gesamtklassement wie Demi Vollering oder Elisa Longo Borghini ließen den Rest des Felds an der Bergwertung hinter sich, führten ihre Attacke jedoch nicht fort, so dass das Feld wieder zusammenkam. Sigrid Haugset unternahm in den letzten sechs Kilometern eine Soloflucht und wurde 500 Meter vor dem Ziel eingeholt. Den etwas bergan führenden Sprint gewann wie an den beiden Vortagen Elisa Balsamo.
4. Etappe
Das Bergzeitfahren der vierten Etappe ließ erste Abstände im Gesamtklassement erwarten. Es führte von Belluno in den 700 m höher gelegenen Bergort Nevegal.
Es gewann Anna van der Breggen um eine Minute vor Weltmeisterin Marlen Reusser und Demi Vollering. Vorjahressiegerin Elisa Longo Borghini kam mit fast zwei Minuten Rückstand auf den achten Platz.
5. Etappe
Am fünften Tag folgte eine Bergetappe rund um die Talschaft Cadore. Vom Start in Longarone wurde über Cortina d’Ampezzo der Passo Tre Croci angefahren und der Passo Sant’Antonio überquert. Rund um das Ziel in Santo Stefano wurden zwei lokale Runden über die Bergdörfer Costa und Costalta gefahren.
Es kam eine über 20-köpfige Ausreißergruppe zustande, in der Caroline Andersson und Lauren Dickson die beiden ersten Bergwertungen gewannen. Sowohl die Spitzengruppe als auch das Hauptfeld zerfaserten zusehends auf den Steigungen, und auf der ersten von zwei Schlussrunden um San Stefano di Cadore kamen die Reste beider Gruppen zusammen, so dass sich 14 Fahrerinnen an der Spitze befanden.
Auf der letzten Runde attackierte Demi Vollering und zog Anna van der Breggen, Antonia Niedermaier und Isabella Holmgren mit sich. Ihre nächsten Verfolgerinnen waren Elisa Longo Borghini und Niamh Fisher-Black, gefolgt von sechs weiteren Fahrerinnen um Marlen Reusser. Bei dieser Konstellation blieb es bis zum Schluss; den Sprint der vierköpfigen Spitzengruppe gewann Vollering.
6. Etappe
Die sechste Etappe war wiederum völlig flach und führte von Ala an der Etsch entlang des Gardasees nach Süden in den Touristenort Brescello am Po.
Eine vierköpfige Ausreißergruppe erhielt bis zu vier Minuten Vorsprung. Diese Gruppe wurde eingeholt, als das Peloton 60 km vor dem Schluss erst durch eine enge Ortspassage und anschließend durch Windkanten in mehrere Teile gespalten wurde. Erst nach knapp 20 km Verfolgungsjagd kamen die Gruppen wieder zusammen, und das Rennen lief auf den erwarteten Massensprint hinaus. Kurz vor dem Schlusskilometer wurde die Mehrheit der Fahrerinnen durch einen Sturz an einer Verkehrsinsel aufgehalten. In der verbliebenen Gruppe übersprintete Elisa Balsamo die Kanadierin Maggie Coles-Lyster und holte ihren vierten Etappensieg.
7. Etappe
Am siebten Tag führte die Strecke zunächst durch die Po-Ebene nach Westen und dann langsam ansteigend durch das Hügelland rund um Varzi. Dabei wurde der höchste Punkt bei Pietragavina 17 km vor dem Ziel erreicht, das sich in Salice Terme befand.
Zur fünfköpfigen Ausreißergruppe gehörten unter anderem Alison Jackson, Chantal Pegolo und Gaia Segato. Diese Gruppe erhielt streckenweise einen Vorsprung von über acht Minuten. Als das Hauptfeld Fahrt aufnahm, um die Spitzengruppe wieder einzuholen, kam es zu einem Sturz, von dem auch die Gesamtführende Anna van der Breggen sowie Marlen Reusser und Monica Trinca Colonel betroffen waren. Die drei konnten nach längerer Aufholjagd den Anschluss wiederherstellen.
Über die Bergwertung in Pietragavina hinweg gelang es Célia Gery, Silvia Persico, Elisa Longo Borghini und Lucinda Brand, die Lücke zur Spitzengruppe zu überbrücken, die noch um eine halbe Minute in Front lag. Persico sorgte zugunsten ihrer Kapitänin Longo Borghini für Tempo, um Zeit im Gesamtklassement gut zu machen. Es entwickelte sich ein hartes Verfolgungsrennen, das um wenige Sekunden zugunsten der Spitzengruppe ausging; den Sprint gewann Gery vor Brand.
8. Etappe
Die achte Etappe begann in Rivoli und tauchte entlang der Dora Riparia in die Alpen ein. Nach 60 km verließ die Route das Tal, und es folgte der 1700 Höhenmeter umfassende Anstieg zum Colle delle Finestre, wobei die zweite Hälfte auf Schotterstraße zurückzulegen war. Von dort sollten die Fahrerinnen bergab und weiter im Tal nach Sestriere fahren.
Es dauerte lange, bis sich eine Ausreißergruppe formieren konnte. Erst nach einer Stunde lösten sich 16 Fahrerinnen, erhielten aber nur geringen Vorsprung und wurden zu Beginn des Anstiegs zum Colle delle Finestre wieder eingeholt. Erst als den Fahrerinnen noch 8 km bis zum Ende des Anstiegs blieben, wurde bekannt, dass die Etappe wegen Lawinengefahr drastisch verkürzt werden musste. Das Ziel befand sich nun einen Kilometer vor der Passhöhe, die ursprünglich geplante Abfahrt sowie die Weiterfahrt bis Sestriere wurden gestrichen.
Fünf Kilometer vor dem Ziel bestand die Spitzengruppe nur noch aus Anna van der Breggen, Demi Vollering, Antonia Niedermaier und Isabella Holmgren. Diese vier kamen auch gemeinsam zum Ziel, wo Vollering sich knapp vor den anderen durchsetzte.
9. Etappe
Die Schlussetappe war ein 143 km langer Rundkurs um Saluzzo mit mehreren Anstiegen in die Ausläufer der Alpen. Die längste Steigung war der 9 km währende Anstieg nach Montoso etwa 50 km nach dem Start, der letzte Anstieg 40 km vor dem Ziel war die Colletta di Brondello.
Eine Ausreißergruppe kam nicht zustande, weil Demi Vollerings Mannschaft FDJ United-Suez von Anfang an hohes Tempo anschlug. Auf dem Anstieg nach Montoso zerfiel das Peloton, und es bildete sich eine siebenköpfige Spitzengruppe mit Vollering, der Gesamtführenden Anna van der Breggen, der drittplatzierten Antonia Niedermaier sowie Femke de Vries, Elisa Longo Borghini, Niamh Fisher-Black und Lauren Dickson. Bald nach dem Anstieg attackierte Niedermaier und gewann zusammen mit Longo Borghini und Fisher-Black fast zwei Minuten Vorsprung, während Dickson zugunsten ihrer Kapitänin Vollering den Rückstand kontrollierte. An der Colletta di Brondello ließ Vollering ihre Gefährtinnen hinter sich, schloss zehn Kilometer später zur Spitzengruppe auf und bestimmte dort das Tempo, um van der Breggen zu distanzieren. In einem langgezogenen Zielsprint setzte sich Longo Borghini knapp gegen Fisher-Black durch.
Vollering gewann das Gesamtklassement, zumal van der Breggen über zwei Minuten verlor und noch hinter Niedermaier auf den dritten Platz zurückfiel. Vollering holte zudem den Sieg im Bergklassement, während das Punkteklassement an die vierfache Etappensiegerin Elisa Balsamo ging. Isabella Holmgren wurde als beste Nachwuchsfahrerin ausgezeichnet, ihr Team Lidl-Trek gewann die Mannschaftswertung.
Teilnehmende Teams
Weblinks
Website des Veranstalters (italienisch / englisch)
Einzelnachweise
#2026 Kategorie:Radrennen 2026