Hugo Arnold (* 12. Mai 1842 in München; † 3. Oktober 1904 ebenda) war ein bayerischer Offizier und Schriftsteller auf geschichtlichem, ethnographischem und anthropologischem Gebiet.
Leben Werdegang Hugo Arnold war ein Sohn eines Oberbeamten der Hypotheken- und Wechselbank. Nach dem Besuch des Kadettenkorps in seiner Heimatstadt trat er am 6. September 1860 als Junker in das Infanterie-Leib-Regiment der Bayerischen Armee ein und wurde am 3. November 1861 Unterleutnant. Ab dem 24. April 1862 war er für ein Jahr temporär pensioniert und wurde am 8. April 1863 im 11. Infanterie-Regiment vacant Ysenburg reaktiviert. Am 5. Juli 1866 wurde er Oberleutnant und nahm im gleichen Jahr am Deutschen Krieg teil. 1870/71 kämpfte Arnold im Deutsch-Französischen Krieg. Für sein Wirken zeichnete ihn König Ludwig II. mit dem Ritterkreuz 2. Klasse seines Militärverdienstordens aus.Bayerisches Kriegsministerium (Hrsg.): Verordnungs-Blatt. Nr. 6 vom 26. Januar 1871, S. 54. Zudem erhielt Arnold für sein tapferes Verhalten eine Belobigung und das Eiserne Kreuz II. Klasse. Am 15. Dezember 1875 wurde er Hauptmann und als Kompaniechef in das 7. Jäger-Bataillon versetzt. Zum 19. Juni 1877 wurde er auf Nachsuchen mit Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform aus der Armee verabschiedet.
Nach seiner wegen eines Kriegsleidens erfolgten Pensionierung wirkte er als Schriftsteller.
Arnold betätigte sich als Schriftsteller vorwiegend auf geschichtlichem, ethnographischem und anthropologischem Gebiet, betrieb Forschungen über römische Lagerplätze, Straßenzüge und Standquartiere in Bayern. Er leitete die Aufdeckung und Ausgrabung prähistorischer Gräber und Hügel, z. B. am Wörthsee, am Auerberg im Lechrain, am Limes und zu römischen Kastellen und entdeckte die letzten Reste der von Heinrich dem Löwen erbauten Münchner Stadtbefestigung. Auch die oberbayerischen Seen zogen ihn in den Kreis seiner historischen Betrachtung. Arnold schuf so auch heitere kulturhistorische Landschaftsbilder aus der Urzeit. Am Lebensabend machte Arnold noch autobiographische Aufzeichnungen über seine Zeit als Offizier (»Unter General von der Tann«) und seine ethnographischen und anthropologischen Forschungen zu alten Volksbräuchen wie den Keferloher Pferdemarkt, verschiedene Ortsnamen der Münchner Gegend und die Tölzer Leonhardifahrt.
Hugo Arnold starb 1904 im Alter von 62 Jahren in München.
Grabstätte mini|Grab von Hugo Arnold auf dem Alten Südlichen Friedhof in München
Die Grabstätte von Hugo Arnold befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 7 – Reihe 7 – Platz 3, ).
Werke (Auswahl) Der Auerberg im Allgäu. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg. 1882. Charakteristik der alten Befestigungen mit Beispielen aus Münchens Umgebung. In: Sammler 56. 1887, Nr. 9–15. Das Römercastell bei Faimingen. Militärische Studie. In: Jahresberichte des Historischen Vereins Dillingen 2. 1889, S. 68–86. Die römische Festung von Cambodunum. 1889. Aus Deutschlands ruhmreichen Tagen 1870/71. Hanfstaengel, München 1895. Das römische Heer im bayerischen Rätien. In: Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns. 1896. Unter General von der Tann. Band 1 und 2, Becksche Verlagsbuchhandlung, München 1896.
Literatur
Franz Illing: Offizier-Stammliste des Königlich Bayerischen Infanterie-Leib-Regiments. 1814 bis 1891. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 92. Von den Anfängen bis 1900 Hugo Arnold: Historisch topographische Untersuchungen. In: Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte. Band 45, Hrsg. von Joachim Werner, S. 32–38.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Hauptmann (Bayern) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (Ritter II. Klasse) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Infanterist (Bayern) Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Bayer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1842 Kategorie:Gestorben 1904 Kategorie:Mann